Der Fluch der Betsy Bell - An American Haunting

Der Fluch der Betsy Bell - An American Haunting

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Ein wahrer Fall?

Neblige Wälder, knarrende Türen, diffuses Licht – An American Haunting hat auf den ersten Blick alles, um einer der guten Genre-Vertreter zu sein. Das es nicht über die volle Länge spannend bleibt, ist Drehbuchautor Brent Monahan und seinem Co-Autor und Regisseur Courtney Solomon anzukreiden. An der Besetzung kann es nicht liegen. Hauptdarstellerin Rachel Hurd-Wood (Das Parfüm) schreit und kreischt sich respektabel durch das Schreckenszenario einer von Dämonen gequälten Familie, Donald Sutherland (Lord of War, JFK) gibt den geplagten und bald gebrochenen Familienpatriarch, der den Fluch heraufbeschwört. Sissy Spacek (Carrie, The Straight Story) ist absolut glaubwürdig als starke und letztendlich doch hilflose Mutter und auch der Rest der Besetzung, genannt seien hier nur Matthew Marsh als James Johnston und James D’Arcy als Lehrer und Helfer in der Not Richard Paul, können überzeugen.
Im Jahre 1818 verflucht eine Bäuerin John Bell und dessen Tochter Betsy, da John sie betrogen hat. Von nun an steigert sich das Leid der Bells von Tag zu Tag und Woche zu Woche. Tochter Betsy wird von Alpträumen geplagt und von einem unsichtbaren Etwas rumgezerrt und verletzt. Da selbst eine Flucht vom Grundstück spektakulär scheitert, sieht sich Familienoberhaupt Bell gezwungen, sich die Kugel zu geben, um wenigstens seine Liebsten zu schützen. Doch auch dies verhindert die böse Macht…

Der atmosphärisch und nahezu schwerelos von Adrian Biddle (Aliens — Die Rückkehr, V wie Vendetta) gefilmte An American Haunting legt es zeitweise leider zu offensichtlich auf „false shocks“ und unnötige Effects-Spielereien an. Immer wieder hat das geplagte Mädchen Alpträume, Anfälle, unheimlichen Besuch. Eine Steigerung gibt es kaum, die Szenarien wiederholen sich. Das führt zu einem Dümpeln der Handlung und ein Gefühl der Abnutzung setzt ein. Und warum – allgemein gefragt – müssen Dämonen oder Geister immer erst die Tür öffnen, wenn sie doch körperlos sind? Nur wegen des Knarrens?

Das klingt jetzt zugegebenermaßen negativer, als An American Haunting letztendlich ist. Unerfahrene Genrekucker und zartbesaitete Frauen werden sich sicherlich gruseln und ein ums andere Mal heftig zusammenzucken. Der Horror-Profi wird annehmbar unterhalten, sich aber eher der heftigeren Kost wie The Grudge oder den Klassikern wie Der Exorzist zuwenden.

Der Fluch der Betsy Bell - An American Haunting

Neblige Wälder, knarrende Türen, diffuses Licht – An American Haunting hat auf den ersten Blick alles, um einer der guten Genre-Vertreter zu sein.
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