Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam

Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ab wann ist ein Berg ein Berg

Während in Europa der Erste Weltkrieg tobt, durchstreifen der englische Kartograph George Garrad (Ian McNeice) und sein Assistent Reginald Anson (Hugh Grant) das Königreich, um zwecks einer präzisen Landkartenerfassung Erhebungen ab 1000 Fuß als Berge zu kategorisieren. In dem walisisch Dorf mit dem schwer zu artikulierenden Namen Ffynnon Garw löst das Erscheinen der beiden zurückhaltenden Fremden einige Unruhe aus, denn die Bewohner dieses puristischen Fleckchens Erde mit seiner wunderschönen Natur fürchten zu Recht, dass ihr geliebter Berg, der dem Örtchen seinen Namen verleiht, nicht hoch genug sein könnte, um als das, was er für sie unbestritten ist, klassifiziert zu werden: als Berg, und nicht etwa bloß als Hügel.
Als die erste Begehung des vermeintlichen Berges durch die Kartographen stattfindet, werden diese von den schrägen alten Zwillingen Thomas Twp (Tudor Vaughan) und Thomas Twp Two (Hugh Vaughan) beschattet, und die gesamte Dorfgemeinschaft lauert gespannt auf das Ergebnis, angeführt vom freigeistigen Pubbesitzer Morgan the Goat (Colm Meaney) und Reverend Jones (Kenneth Griffith), dem örtlichen Pfarrer, die zwar im traditionellen Dauerzwist miteinander stehen, aber beide gleichermaßen um das gute Ansehen ihres Dorfes bemüht sind. Tatsächlich ergibt die Vermessung, dass dem verehrten Ffynnon Garw zum Berg-Status ganze 16 Fuß fehlen, was ebenso einfallsreiche wie schweißtreibende Umtriebe im ganzen Dorf auslöst, dessen Bewohner sich keinesfalls durch schnöde Zahlen dazu abstempeln zu lassen, lediglich ein Dorf am Fuße eines Hügels zu sein. Während die geplante Abreise der Kartographen schamlos sabotiert wird, macht sich die Dorfgemeinschaft mit vereinten Kräften und reichlich Erde daran, ihren Ffynnon Garw um die fehlenden Fuß zum offiziellen Berg zu erhöhen …

Es ist ein herrlich schrulliges Ensemble, das hier mächtig aufdreht, um die Würde ihres Wahrzeichens zurückzuerobern, die von zwei abfällig als „Engländer“ bezeichneten Fremden so einfach in Frage gestellt wird. Verschwörerisch huschen dabei Veränderungen durch das gewöhnlich routinierte Dorfleben, von denen letztlich alle profitieren. Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam, dessen zauberhafter Titel einiges von der schelmisch-schlichten Weisheit dieser sanften Komödie transportiert, ist ein würdiger Repräsentant der Arthouse-Kategorie der so genannten Kaff-Filme, die von den symphatisch-schrägen Menschen eines kleinen Ortes handeln, die angesichts von überraschenden Impulsen von außerhalb plötzlich über sich hinauswachsen. Damit befindet sich dieser Film des aus Wales stammenden Regisseurs, Drehbuchautors und Malers Christopher Monger, der die Charaktere seiner Heimat mit liebevollem Charme gezeichnet hat, in bester Gesellschaft mit herzerfrischenden Kleinodien des europäischen Films wie Populärmusik aus Vittula von Reza Bagher und Wie im Himmel von Kay Pollak, deren widerständiger Humanismus letztlich ein eindringliches Plädoyer gegen die Engstirnigkeit darstellt.

Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam

Während in Europa der Erste Weltkrieg tobt, durchstreifen der englische Kartograph George Garrad (Ian McNeice) und sein Assistent Reginald Anson (Hugh Grant) das Königreich, um zwecks einer präzisen Landkartenerfassung Erhebungen ab 1000 Fuß als Berge zu kategorisieren. In dem walisisch Dorf mit dem schwer zu artikulierenden Namen Ffynnon Garw löst das Erscheinen der beiden zurückhaltenden Fremden einige Unruhe aus, denn die Bewohner dieses puristischen Fleckchens Erde mit seiner wunderschönen Natur fürchten zu Recht, dass ihr geliebter Berg, der dem Örtchen seinen Namen verleiht, nicht hoch genug sein könnte, um als das, was er für sie unbestritten ist, klassifiziert zu werden: als Berg, und nicht etwa bloß als Hügel.
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