Der dritte Mann (Arthaus Premium)

Der dritte Mann (Arthaus Premium)

Eine Filmkritik von Mirela Halac

Ein Meisterwerk in schwarz-weiss

Orson Welles, als großer filmischer Meister von Citizen Kane (Regie, Drehbuch und Hauptdarsteller), wagt den Sprung über den großen Teich in Richtung Europa. Als Harry Lime gelangt Welles ins Wien der Nachkriegszeit. Der Dritte Mann ist ein Meisterwerk mit Nachklang.
Holly Martins (Joseph Cotten) ist ein zeitgenössischer, mäßig erfolgreicher amerikanischer Schriftsteller. Er reist nach Wien um seinen Freund Harry Lime (Orson Welles) zu besuchen, doch sein Freund soll tot sein: Der eigene Chauffeur überfuhr ihn unter Anwesenheit seiner engsten Freunde Popescu (Siegfried Breuer) und Baron Kurtz (Ernst Deutsch) vor seinem eigenen Haus. Und auch der einzige Zeuge, der Portier, wird kurz daraufhin ermordet.

Holly Martins macht sich auf die Suche nach Spuren in diesem mysteriösen Fall. Er trifft auf Anna Schmidt (Alida Valli), die Lebensgefährtin von Lime, die als Tschechin mit gefälschten Papieren in Wien lebt und ständig auf der Hut vor sowjetischen Besatzern leben muss. Der britische Major Calloway (Trevor Howard) weiht Martins und Schmidt in die illegalen Geschäfte des Harry Lime ein: Er soll Penicillin gestreckt und vertrieben haben. Holly Martins glaubt nicht an illegalen Pharmakahandel und möchte den wahren Grund für Harrys Tod herausfinden. Der vermeintliche Tote lebt desweilen unterirdisch in Wiens weitläufigen Kanälen und Schächten. Zufällig entdeckt ihn Calloway in einem Schacht. Lime doll seine tschechische Freundin Anna Schmidt an die Sowjets verraten haben und nun unter dem Schutz der Sowjetarmee in der viergeteilten Stadt, außer Reichweite der Briten seinen Geschäften weiter nachgehen.

Ein Treffen in einem Kaffeehaus, eine Verfolgungsjagd durch das Wiener Kanalsystem — Holly Martins gerät als Lockvogel der Westmächte in einen schwerwiegenden Gewissenskonflikt…

Die 1950 mit einem Oscar prämierte Kamera von Robert Krasker und das berühmte Zither-Thema von Anton Karas sind sicherlich neben Orson Welles eines der berühmtesten Merkmale dieses Filmklassikers. Der Zuschauer wird von der expressiven Kamera und der stimmungsvollen Musik gleichermaßen gefesselt. Der dritte Mann hat im zeitgenössischen Kino der 50er Jahre einen neuen Maßstab gesetzt und auch heute hallen die Filmkunst und die Romanvorlage von Graham Greene nach.

Ein absolutes Highlight dieser Premium-Edition des Arthaus-Labels sind die Extras. Neben den üblichen Galerien und Biographien, findet sich der alternative Anfang der US-Version sowie die 90-minütige Dokumentation Shadowing The Third Man von Frederic Baker, die es eigentlich wert wäre als Einzel-DVD zu erscheinen, immerhin feierte sie ihre Premiere auf dem Filmfestival von Cannes. Baker benutzt ein innovatives Verfahren, um Wien, den heimlichen Star von Der dritte Mann ins rechte Licht zu rücken. Er projiziert Szenen aus dem Klassiker auf die Fassaden des modernen Wiens. Die Stadt wird so zum zentralen Protagonisten des Films. Nebenbei räumt Baker mit so manchem Mythos auf und vermittelt dem Zuschauer viel Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte von Carol Reeds Meisterwerk.

Der dritte Mann (Arthaus Premium)

Orson Welles, als großer filmischer Meister von Citizen Kane (Regie, Drehbuch und Hauptdarsteller), wagt den Sprung über den großen Teich in Richtung Europa.
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