Der bewegte Mann

Der bewegte Mann

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Dienstag, 12. Juni 2012, SWR Fernsehen, 22:30 Uhr

Diese kurzweilige Komödie von Sönke Wortmann zählt zu den erfolgreichsten deutschen Kinofilmen der 1990er Jahre: Nach den berühmt-berüchtigten Comics Der bewegte Mann und Pretty Baby von Ralf König zu einem abendfüllenden Spielfilm adaptiert, tobt hier die turbulente Geschichte um den hübschen Axel, den der durch einen Seitensprung seinerseits motivierte Rausschmiss bei seiner Freundin in ein komisches Chaos triebgeprägter Ausschweifungen stürzt. Der bewegte Mann, der seinerzeit vorrangig mit einigen deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde und in den Kinos hierzulande mit über 6,5 Millionen Zuschauern kräftig Kasse machte, versammelt mit mittlerweile längst fest etablierten populären Akteuren wie Til Schweiger, Katja Riemann, Joachim Król und Armin Rohde ein illustres Ensemble in Höchstform, das mit inzwischen geradezu legendären Szenen situativer Komik aufwartet.
Als sie ihren windigen Freund Axel (Til Schweiger) bei sexuellen Kampfhandlungen mit einer anderen Frau auf der Toilette erwischt, platzt der attraktiven Kellnerin Doro (Katja Riemann) schlichtweg der Kragen: Sie wirft den ertappten Übeltäter hinaus, entschlossen, ihm dieses Mal nicht mehr zu verzeihen. Ihre Abwehr bröckelt allerdings bald, denn sie erfährt, dass sie schwanger ist, und so begibt sie sich daran, gemeinsam mit ihrer Freundin Jutta (Martina Gedeck) den Aufenthaltsort von Axel ausfindig zu machen. Dieser hat inzwischen innerhalb eines Grüppchens von liebenswürdigen Schwulen Unterschlupf gefunden, ohne zu bemerken, dass sich der feinfühlige Norbert (Joachim Król) feste in ihn verliebt hat. Als sie in ihrer Wohnung überraschend auf Axel trifft, der seine Habe holen will, und schließlich den nackten Norbert im Schrank entdeckt, ist Doro ebenso verwirrt wie Axel, dem sie angelegentlich von ihrer Schwangerschaft erzählt …

Dieser an der gängigen frivolen Witz-Kultur entlang verortete Film mit seiner soliden, detailfreudigen Inszenierung hat bei seinem Erscheinen im Jahre 1994 offensichtlich geschickt den Nerv des Zeitgeistes getroffen. Allein aus diesem Grunde ist die Sichtung seiner humorig überzeichneten Typisierung von Frauen und Männern als holprige, trieblastige Alltagshelden sehenswert, auch wenn die Darstellung der homosexuellen Charaktere weitaus stärker einer distanzierten Lächerlichkeit anheim gestellt wird als die augenscheinliche Aufgeschlossenheit der 1990er Jahre vermuten ließe. Doch schließlich ist Der bewegte Mann eine Komödie, die signifikant präsentiert und damit markiert, worüber hierzulande am liebsten gelacht wird. Immerhin hat auch der charmante Bariton Max Raabe mit seinem Palast Orchester durch den Auftritt im Film einiges an Popularität gewonnen, dessen heiter-elegante Musik über Kein Schwein ruft mich an hinaus einen unterhaltsamen Genuss darstellt.

Der bewegte Mann

Diese kurzweilige Komödie von Sönke Wortmann zählt zu den erfolgreichsten deutschen Kinofilmen der 1990er Jahre: Nach den berühmt-berüchtigten Comics Der bewegte Mann und Pretty Baby von Ralf König zu einem abendfüllenden Spielfilm adaptiert, tobt hier die turbulente Geschichte um den hübschen Axel, den der durch einen Seitensprung seinerseits motivierte Rausschmiss bei seiner Freundin in ein komisches Chaos triebgeprägter Ausschweifungen stürzt.
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