Der Arzt von Stalingrad

Der Arzt von Stalingrad

Eine Filmkritik von Mike Swain

Der Lebensretter

So ganz korrekt ist der Titel eigentlich nicht, denn Dr. Fritz Böhler (O.E. Hasse) ist nicht Arzt in Stalingrad, sondern im Kriegsgefangenenlager 5110/47, das sich irgendwo in den Weiten der russischen Steppe befindet. Hier fristen Scharen deutscher Gefangener unter unmenschlichen Bedingungen ihr tristes Dasein, am Leben gehalten von der steten Hoffnung doch bald in die Heimat entlassen zu werden. Böhler tut alles, um die Not seiner Kameraden zu lindern, auch wenn er über keine medizinischen Geräte und kaum Medikamente verfügt. Nur mit einem Taschenmesser gewappnet operiert der ausgebildete Neurologe einen Soldaten, der an einer akuten Blinddarmentzündung leidet und gerät prompt mit der Lagerleitung wegen der verbotenen Operation in Konflikt.
Doch dies ist nicht das einzige Problem vor dem Böhler steht. Sein Assistent Dr. Schultheiß (Paul Bösiger) hat eine Affäre mit der russischen Ärztin Alexandra Kasalinsskaja (Eva Bartok), eine Beziehung, die Schultheiß womöglich den Kopf kosten kann, denn die Kasalinsskaja ist mit dem russischen Offizier Markow (Hans Messemer) liiert. Und dann gibt es im Lager unter den Gefangenen auch noch einen Maulwurf, der seine Kameraden wegen kleinster Vergehen an die sowjetische Kommandantur verrät. Doch als der Sohn des Lagerkommandanten an einem Hirntumor erkrankt, bietet sich Böhler die Möglichkeit alle Probleme mit einem Schlag zu lösen…

Der Roman Der Arzt von Stalingrad begründete die Schriftstellerkarriere von Heinz G. Konsalik. Bis zum heutigen Tag ging der Ärzte-Epos millionenfach über den Ladentresen. Routiniert inszenierte Regisseur Géza von Radványi 1958 die Verfilmung der Romanvorlage und sparte nicht mit großen Emotionen trotz eines, auch heute noch, schwierigen Themas. Das damalige Starensemble, mit einem jugendlichen Mario Adorf, bewerkstelligte seine Aufgabe mit Bravour, selbst wenn die Beziehung zwischen Schultheiß und seiner russischen Geliebten kaum glaubhaft scheint und von der Kernaussage des Films stark ablenkt.

Dr. Böhler gab es übrigens tatsächlich - sein richtiger Name lautete Ottmar Kohler. 1943 geriet der Arzt in russische Gefangenschaft, aus der es erst 1953 entlassen wurde.

Der Arzt von Stalingrad

So ganz korrekt ist der Titel eigentlich nicht, denn Dr. Fritz Böhler (O.E. Hasse) ist nicht Arzt in Stalingrad, sondern im Kriegsgefangenenlager 5110/47.
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