Dead Snow - Red vs. Dead

Dead Snow - Red vs. Dead

Eine Filmkritik von Janosch Leuffen

Der rechte Arm der Nazis

Nach einem kurzen 3D-Ausflug nach Hollywood, bei dem er das grimmsche Märchen von Hänsel und Gretel mit Gemma Arterton und Jeremy Renner als Geschwisterpaar völlig neu interpretierte, kehrte Tommy Wirkola an alte Wirkungsstätte zurück. Auf der To-Do-Liste stand das Sequel zum in Fankreisen mittlerweile zum Kult avancierten Nazi-Slasher Dead Snow. Fünf Jahre ließ sich Wirkola Zeit für die Fortsetzung, die nahezu ohne den titelgebenden Schnee auskommt, dafür aber umso mehr absurde Komik und literweise Kunstblut liefert.
Martin (Vegar Hoel) überlebte als einziger das verheerende Massaker in den Bergen. Die untoten Nazis haben zwar nun ihr Gold zurück, doch ihr Durst nach Blut ist noch lange nicht gestillt. Martin kann der unaufhaltsamen Meute zunächst entkommen und wiegt sich in einem Krankenhaus in Sicherheit. Leider haben die Ärzte ihm dort seinen rechten Arm, den er sich extra abgeschnitten hatte, wieder angenäht. Zu allem Überfluss ist dies aber der Arm von Herzog (Ørjan Gamst), dem Nazi-Anführer. Und der hat seine ganz eigenen Pläne. Gelingt es Martin dennoch, die Zombie-Armee aufzuhalten?

Wie gut der Erstling beim Publikum angekommen sein muss, zeigte sich beim Screening des Nachfolgers bei den Fantasy Filmfest Nights. Der Saal im Kölner Cinedom war bis auf den letzten Platz ausverkauft, rund 100 Zahlungsbereite mussten wieder nach Hause geschickt werden. Die Erwartungen an den zweiten Teil sind hoch und werden mit der actionreichen Splatter-Komödie vollends erfüllt. Nichtkenner können ohne Probleme zuschauen: Eine Rückblende erklärt die wichtigsten Ereignisse aus der Vergangenheit.

Schon die Ausgangsidee mit dem vertauschten Arm bietet Wirkola viel Potenzial, das er für eine blutige Achterbahnfahrt, pardon, Panzerfahrt zu nutzen weiß. Auf dem Feldzug der Nazi-Zombies wird gar niemand verschont. Hilflose Rollstuhlfahrer werden genauso eiskalt aus dem Weg geräumt wie Kinder. Sei es mit einem Kanonenschuss direkt ins Antlitz, fiesen Messerstichen in jeden Körperteil, mit der eher ungewohnten Verwendung des Darms zum Tauziehen oder einfach durchs Plattfahren: Wirkola spart nicht mit abgedrehten Goreszenen und lässt das Kino vor Begeisterung toben.

Darüber hinaus reichert der norwegische Regisseur das Szenario mit verrückten Charakteren an. Martin, der als Mann mit einer wichtigen Mission gegen die Uniformierten in die Schlacht zieht, erhält von der "Zombie Quad" mehr oder weniger professionelle Unterstützung. Die drei Nerds aus den USA hätten gerne Ahnung von dem was sie tun, sind aber im Grunde viel zu liebenswert, um das Blut spritzen zu lassen. Und die Hilfe der örtlichen Polizei erweist sich als absolut kontraproduktiv, da die Cops viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Zusammengenommen ergibt sich ein chaotischer Haufen, der alle Sympathien auf seine Seite zieht.

Die verschiedenen Parteien sind es jedoch, die das endgültige Battle zwischen "Rot und Tot" etwas künstlich in die Länge ziehen. Hier versucht Wirkola noch einmal, alle Figuren gleichermaßen unterzubringen, was das herrlich blutige Treiben auf dem Rasen der Gemeinde aufbricht. Über diesen kleinen Schwachpunkt lässt sich aber hinwegsehen, so dass unterm Strich ein kurzweiliges und stellenweise derbes Splatter-Vergnügen bleibt, das einen ganz anderen (und sogar emotionalen!) Ton anschlägt als sein Vorgänger. Dead Snow 2 ist die Fortsetzung geworden, die sich die Fans erhofft haben – auch ohne Schnee.

Dead Snow - Red vs. Dead

Nach einem kurzen 3D-Ausflug nach Hollywood, bei dem er das Grimmsche Märchen von Hänsel und Gretel mit Gemma Arterton und Jeremy Renner als Geschwisterpaar völlig neu interpretierte, kehrte Tommy Wirkola an alte Wirkungsstätte zurück. Auf der To-Do-Liste stand das Sequel zum in Fankreisen mittlerweile zum Kult avancierten Nazi-Slasher "Dead Snow".
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