Dawn of the Dead

Dawn of the Dead

Der Horror-Klassiker

George A. Romeros Zombie-Klassiker mit etwas anderem als einer Legende gleichzustellen, wäre übelster Frevel. Hat das Meisterwerk und der Prototyp des modernen Horrorfilms nicht nur Maßstäbe in Sachen On-Screen Gewalt und Make up-Kunst gesetzt. Auch begründete er den Ruhm und die Kariere seines Autors und Regisseurs und kurbelte nicht zuletzt die Laufbahn von Make up-Guru Tom Savini entscheident an. Klar, heute wirken die grüngesichtigen Untoten eher albern als furchteinflösend und auch das Kunstblut erscheint eher Orange bis Lila, doch 1978 tickten die Uhren noch anders. Und das Publikum ging in Scharen in die Kinos und die Moralapostel riefen das Ende der Vernunft aus. Bisweilen wurden ganze Doktorarbeiten, Bücher und Dokumentationen über das Independent-Phänomen Dawn of the Dead veröffentlicht. Das 2004 sogar das „richtige“ Hollywood aufsprang und ein „Plus: Action, Minus: Horror“-Remake drehte, lies dann das Interesse an Altmeister Romero, der eigentlich nur mit seinen schlurfenden Zombies Erfolge feierte (trotz anständiger Stephen King-Verfilmung — Stark – The Dark Half), wieder erwachen und endlich konnte er den von Fans in aller Welt sehnlichst erwarteten vierten Streich – Land of the Dead – drehen. Im Frühjahr 2008 wird er uns zudem mit Diary of the Dead beglücken. Es gibt noch Gerechtigkeit in dieser Welt, wenn Visionäre und Herzblut-Filmemacher ihre Ideen umsetzen dürfen.
Die Welt steht am Abgrund: Ein unbekanntes Virus lässt die Toten wieder auferstehen und umherwandeln. Wird man gebissen und nicht völlig zerfleischt, dauert es wenige Tage und man wird ebenfalls zu einem wandelnden Leichnam. Das Paar Stephen und Francine flieht mit den beiden Cops Roger und Peter im Hubschrauber aus dem im Chaos versinkenden Philadelphia. Nach einer Weile landet man auf dem Dach einer riesigen Shopping Mall auf dem Land. Hier, abseits von all dem Trouble, will man sich erstmal häuslich einrichten. Draußen rotten sich derweil immer mehr Zombies vor den Türen des Konsumtempels zusammen. Doch die eigentliche Gefahr bahnt sich erst noch an: Eine plündernde Rockergang hat die Vier mit ihrem Hubschrauber schon längst ausgespäht und lässt die Motoren an…

Die Geschichten, die sich um Dawn of the Dead ranken, sind legendär. Von den monatelangen, nächtlichen Dreharbeiten, weil man den normalen Geschäftsablauf des (man drehte in einem echten) Einkaufszentrum nicht stören durfte, bis hin zu Fans, die hunderte von Meilen anreisten und für ein T-Shirt und einen symbolischen Dollar Zombies spielen wollten. Nicht zu vergessen die unzähligen Schnittfassungen des Films, der mit seiner unglaublichen Brutalität Maßstäbe setzte und Jugendschützern die Galle zum kochen brachte. Die vorliegende Fassung umfasst einen arg geschnittenen 141 Minuten Cut. Fasst alle „wichtigen“ Szenen wurden plump entfernt, ohne auf Sprünge in Bild und Ton Rücksicht zu nehmen. Trotz der 18er Freigabe ist die Gewalt sehr zahm, sogar die Kopfschüsse wurden geschnitten.

Wirklich phänomenal ist das Bonusmaterial dieser Doppel-DVD im edlen Steelbook. Gibt es nicht nur interessante und seltene Dokumentationen, sondern auch den Film Document of the Dead, in dem auf Spielfilmlänge das Zombie-Phänomen und sein Schöpfer Romero inklusive Kernteam unter die Lupe genommen werden. Ironischerweise sind hier die geschnittenen Ekelszenen wieder in voller Pracht zu sehen. Die Veröffentlichung aus dem Hause Sunfilm kann man Fans in Hinblick auf das Bonusmaterial nur empfehlen, war doch Document of the Dead lange Zeit nur auf Video zu haben und schließlich ganz vergriffen.

Dawn of the Dead

George A. Romeros Zombie-Klassiker mit etwas anderem als einer Legende gleichzustellen, wäre übelster Frevel
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