Das Versprechen eines Lebens

Das Versprechen eines Lebens

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Ein sehenswertes Regie-Debüt

Mit seiner ersten Regie-Arbeit hat sich Russell Crowe kein leichtes Thema ausgesucht. Es ist eines, das auch knapp 100 Jahre nach Kriegsende in Australien noch immer präsent ist. Zahlreiche Filme haben sich mit der Schlacht befasst, Crowe wählt jedoch einen anderen Ansatz: Er zeigt, was danach kam.
Der Erste Weltkrieg ist zu Ende: Nach dem Tod seiner Frau wartet der Farmer Joshua Connor (Russell Crowe) vergeblich auf die Rückkehr seiner Söhne. Sie sollen in Gallipoli, wo eine der furchtbarsten Schlachten des Großen Kriegs stattfand, gefallen sein. Nun macht er sich auf den Weg in die Türkei, wo er wenigstens die Leichname seiner Söhne bergen und nach Hause bringen will, um sie bei seiner Frau beizusetzen. Doch in der Türkei werden ihm schon bald Steine in den Weg gelegt – und er lernt eine türkische Frau kennen, deren Mann nicht aus dem Krieg zurückgekommen ist. Während er noch nach seinen Söhnen sucht, keimt leichte Hoffnung in ihm auf. Einer seiner Söhne könnte überlebt haben, aber wie soll er ihn in einem Land finden, in dem schon der nächste Krieg ansteht?

Die Stärke von Crowes Film ist, dass er sich nicht auf eine simple Schwarz-Weiß-Zeichnung einlässt. Er versucht, beiden Seiten gerecht zu werden und auch zu zeigen, was sowohl Türken als auch Australier verloren haben. Das verleiht dem Ganzen eine sehr menschliche Komponente, durch die man direkt in die Geschichte hineingezogen wird. Sie ist es auch, die darüber hinwegsehen lässt, wenn sich Das Versprechen eines Lebens doch mal zu sehr im eigenen Anspruch verheddert. Bisweilen hat man das Gefühl, dass Crowe zu viel will, dass er immer noch einen kleinen emotionalen Moment mehr haben, noch ein Gefühl mehr heraufbeschwören will. Darunter kann der Film ächzen, aber er erhebt sich auch darüber.

Weil Crowe mehrheitlich gute Arbeit leistet und ein Stück Historie aufarbeitet, die weithin nicht so bekannt ist – auch und gerade, was den Krieg nach dem Krieg betrifft, als Türken gegen Griechen antraten. Das Versprechen eines Lebens setzt dabei kein historisches Wissen voraus, sondern bietet alles, was zum Verständnis der Geschichte vonnöten ist.

Großartig sind die Bilder, die Kameramann Andrew Lesnie einfängt. Es sind epische Bilder, die ihren ganz eigenen Reiz entfalten und selbst in Momenten, denen jede Schönheit fehlt, glanzvoll erstrahlen. Crowe, der nicht nur inszeniert, sondern auch die Hauptrolle spielt, hat diese Doppelbelastung gut gemeistert. Ein sehenswerter Film, der durchaus gespannt macht, was der Mime wohl als nächstes anpacken wird.

Das Versprechen eines Lebens

Mit seiner ersten Regie-Arbeit hat sich Russell Crowe kein leichtes Thema ausgesucht. Es ist eines, das auch knapp 100 Jahre nach Kriegsende in Australien noch immer präsent ist. Zahlreiche Filme haben sich mit der Schlacht befasst, Crowe wählt jedoch einen anderen Ansatz: Er zeigt, was danach kam.
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