Das Todesauge von Ceylon

Das Todesauge von Ceylon

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Old Shatterhand macht auf Indiana Jones

Lex Barker spielt in diesem Film eigentlich eine untergeordnete Rolle – und hat eine Synchronstimme, die man mit ihm nicht verbindet. Er ist dennoch das Aushängeschild dieser Produktion von Wolf C. Hartwig, die 50 Jahre nach ihrer Entstehung schon etwas angestaubt erscheint.
Professor Ferlach sucht im Dschungel von Ceylon einen verschollenen Tempel. Unterstützung erhalten Ferlach und seine Tochter von Tierfänger Larry Stone (Lex Barker). Sie sind jedoch nicht die einzigen, die nach dem Tempel suchen. Sowohl ein italienischer Archäologe als auch die Maharani, die Frau des verstorbenen Maharadschas, sind an dem Tempel interessiert. Der eine wegen Reichtümern, die andere, weil sie das im Tempel verborgene Testament ihres verstorbenen Mannes verschwinden lassen will.

Man sieht schon, mit der Logik nimmt es dieses Drehbuch nicht gar so genau. Wieso ein Testament in einem verschollenen(!) Tempel versteckt sein soll, wird wohl das Geheimnis der vier Autoren bleiben. Wenn es denn überhaupt eines ist. Aber nein, es wäre wohl zu abstrus zu glauben, dass hier einfach ein Actionvehikel herausgehauen wurde, ohne sich die geringsten Gedanken über narrative Muster und Strukturen zu machen.

Das Todesauge von Ceylon ist eine Produktion von Wolf C. Hartwig, der später mit den Schulmädchen-Reporten unglaubliche Erfolge feierte. In den 1960er Jahren produzierte er eine Reihe von Abenteuerfilmen, die in Asien spielen. Bei der vorliegenden Produktion hatte er das Glück, Lex Barker an Bord zu haben. Der hat zwar eine undankbare Rolle, war damals aber gerade als Old Shatterhand in Deutschland extrem populär geworden. Neu gewonnene Fans zog es somit in Scharen in die Kinos, um Barker als Mixtur aus Indiana Jones und Tarzan zu sehen.

Von Machart und Aufbau ähnelt Das Todesauge von Ceylon den Harry-Alan-Towers-Produktionen mit Lex Barker, die Filmjuwelen jüngst veröffentlicht hat. Den Filmen gemein ist eine gewisse Dynamik, aber auch ein sehr loser Umgang mit der Geschichte. Die ist lediglich Vehikel, um Action zu bieten, wobei das Ganze mit exotischen Örtlichkeiten garniert wird. Letztere lassen diese Filme auch deutlich aufwendiger erscheinen, als sie letztlich sind. Ein gewisses nostalgisches Flair kann man dem kruden Abenteuer nicht absprechen, zu interessieren vermag der Film aber wohl nur jene, die noch wohlige Kindheitserinnerungen an kernige Lex-Barker-Abenteuer haben.

Das Todesauge von Ceylon

Lex Barker spielt in diesem Film eigentlich eine untergeordnete Rolle – und hat eine Synchronstimme, die man mit ihm nicht verbindet. Er ist dennoch das Aushängeschild dieser Produktion von Wolf C. Hartwig, die 50 Jahre nach ihrer Entstehung schon etwas angestaubt erscheint.
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