Das grenzt an Liebe

Das grenzt an Liebe

Eine Filmkritik von Beatrice Behn

Zwei vom alten Schlag

Oren Little (Michael Douglas) ist, man kann es leider nicht anders sagen, ein Arschloch. Der fiese Immobilienhai tyrannisiert seine Mieter, mit denen er im gleichen Haus wohnt und die keinen Mucks machen dürfen, sofern sie sich nicht seinen Zorn einhandeln wollen. Selbst Leah (Diane Keaton), eine sanfte und ruhige Frau, die gerade eine späte Karriere als Sängerin anstrebt, bekommt es mit ihm und seinem losen Mundwerk zu tun. Auch bei der Arbeit stöhnen die Kollegen und verziehen sich, sobald er den Raum betritt. Aber bald soll er ja in Rente gehen. Nur noch ein einziges Haus - eine riesige Villa - will er verkaufen, dann soll endlich Schluss sein. Da wäre ein bisschen Charme natürlich hilfreich…
Das grenzt an Liebe ist ein Film, bei dem man schon im Voraus weiß oder zumindest ahnt, was passieren wird. Regisseur Rob Reiner (Harry & Sally, Wo die Liebe hinfällt) hat jahrzehntelang das Genre der romantischen Komödie entscheidend mitgeprägt und auch mit seinem neuen Film setzt Reiner diese Tradition nahtlos fort. Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Seine Figuren altern mit ihm. Und das ist gut so, denn es gibt wenige adäquate Rollen für Schauspieler dieses Alters (Douglas ist 70, Keaton 68) — und schon gar keine als romantische Hauptfiguren. Aber Liebe, Begehren und Sexualität hören ja nicht auf und bedürfen ebenso einer Repräsentation im Kino wie die junge Liebe. Leider lässt die Umsetzung jedoch stark zu wünschen übrig.

Leah und Oren, so stellen sie alsbald fest, sind beide verwitwet und leiden unter ihrem Verlust. Doch während Oren grantig und verbittert wurde, schwärmt Leah weiter von ihrem toten Mann und weint täglich um ihn. An dieser Stelle setzt der Film eine Dualität an, mit der beide Figuren die jeweils andere konterkarieren und sich damit nach dem alten Prinzip "Gegensätze ziehen sich an" eine Basis für eine romantische Annäherung bilden sollen. Was Reiner dabei nicht bedacht hat: Sowohl Keaton als auch Douglas sind durch ihre unendlich vielen Rollen jeweils schon zu Stereotypen geworden. Keaton ist die ewig hysterische, etwas schrullige und oftmals kantige Frau, Douglas wiederum scheint seit den frühen 1980er Jahren immer wieder auf die Rolle des Unsympathen abonniert zu sein. Und so sieht man mit Das grenzt an Liebe einen Film, den man schon nach fünf Minuten in- und auswendig kennt. Keaton ist wie immer, Douglas ist wie immer - und die romantische Komödie ist auch wie immer. Damit avanciert Das grenzt an Liebe zu einem Film, den man problemlos weggucken kann, wenn man genau das bekommen möchte und kein bisschen mehr. Obwohl gesagt werden muss, dass die beiden Hauptdarsteller nicht allzu gut miteinander funktionieren. Die Funken sprühen nicht gerade, dafür kann man aber ab und an Spaß an ein paar Slapstick-Einlagen und einen gelegentlichen Hauch Screwball Comedy genießen.

Allerdings währt dieses Vergnügen nur kurz – und genau hierin liegt das Problem des routiniert abgespulten Films: Wieso, so fragt man sich unwillkürlich, hat man ihn fünf Minuten nach dem Abspann schon wieder vergessen? Es muss daran liegen, dass dieser Film so ganz und gar erwartbar ist, dass man das Gefühl bekommt, selbst die Beteiligten hatten keine richtige Lust auf ihn. Alles scheint aus der Retorte zu kommen, selbst Keaton und Douglas können nicht allzu viel retten, ihnen fehlt ebenfalls der Elan. Dieser niedrige Grundtonus macht Das grenzt an Liebe dann irgendwann sogar bei aller vorgeschobenen Heiterkeit zu einem leicht deprimierenden Film.

Was am Ende übrig bleibt ist das unbestimmte Gefühl, eigentlich gerne mehr Filme sehen zu wollen, die von Menschen dieses Alters erzählen – wie beispielsweise Sebastian Lélios wundervoll vitaler und charmanter Publikumsliebling Gloria. Was dieses Werk von Das grenzt an Liebe abhebt? Es geht darin um Menschen, die Leidenschaften haben und ein bewegtes Leben von dem sie erzählen, es sind Menschen, die trauern, wüten, lieben, hassen und Sex haben, ohne bei alldem hysterisch zu werden. Lasst Michael Douglas das Haus niederbrennen und Diane Keaton tanzt darum einen Hexentanz. Das ist es, was hier fehlt: Lebenslust!

Das grenzt an Liebe

Oren Little (Michael Douglas) ist, man kann es leider nicht anders sagen, ein Arschloch. Der fiese Immobilienhai tyrannisiert seine Mieter, mit denen er im gleichen Haus wohnt und die keinen Mucks machen dürfen, sofern sie sich nicht seinen Zorn einhandeln wollen. Selbst Leah (Diane Keaton), eine sanfte und ruhige Frau, die gerade eine späte Karriere als Sängerin anstrebt, bekommt es mit ihm und seinem losen Mundwerk zu tun.
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Titel
Das grenzt an Liebe
Zwei vom alten Schlag
Originaltitel
And So It Goes
Startdatum
FSK
o.Al.
Regie
Genre

Daten und Fakten

Produktionsland
Filmlänge
93 Min
Filmverleih
DVD
Veröffentlichung
Spielzeit DVD
91 Min
Bildformat
16:9 - 2.40:1
Sprache(n) & Ton
Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)
Extras
Featurettes "A Look Inside" und "Michael und Diane"
DVD-Vertrieb
Blu-Ray
VoD & Streaming
TV

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