Das Ende der Angst

Das Ende der Angst

Eine Filmkritik von Martin Beck

Kahlschlag

Und wieder einmal ein kleiner Genrefilm, der jahrzehntelang unter dem Raster lag und erst jetzt seine DVD-Premiere erlebt. Das Ende der Angst ist eine Produktion aus dem Jahr 1983, geschrieben und inszeniert von Mike Gray, der ein paar Jahre zuvor das Drehbuch für Das China-Syndrom verfasst hatte. Beide Filme handeln davon, dass die da oben dramatische Ereignisse vertuschen wollen und aufrechte Bürger dies aufdecken und verhindern. Der feine Unterschied: Während Das China-Syndrom nur damals Science Fiction war, ist es Das Ende der Angst auch heute noch.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen ein glückloser Musiker (Robert Carradine) und eine blonde Künstlerin (Cherie Currie), die, kurz nachdem sie ein Paar geworden sind, seltsame Laute vernehmen. Der Ursprung dieser Geräusche ist eine angeblich stillgelegte Militärbasis in der Mojave-Wüste, in der vier Alien-Kinder gefangen gehalten werden. Das ebenfalls anwesende Militär hat natürlich kein Interesse an einer friedlichen Kontaktaufnahme, sondern möchte die Kleinen lieber sezieren. Dass die beiden Lauthörer nicht auf die Idee kommen, einfach die Polizei und die Presse zu rufen, sondern die Aliens lieber selbst retten wollen, versteht sich von selbst.

Und warum auch nicht? So entsteht wenigstens ein handfester Science-Fiction-Film, der zwar kaum große Schauwerte vorzuweisen hat, aber immerhin angenehm ernst und geradlinig bleibt. Zumindest wenn man den Anfang überstanden hat, der Robert Carradine die nicht gerade überzeugende Aufgabe zuteilt, einen Singer/Songwriter zu mimen. Und wenn einem ein für allemal klar wird, dass die schauspielerischen Fähigkeiten von Cherie Currie, die am Anfang noch völlig fahrig und steif wirken, im Verlauf des Films nur unwesentlich besser werden. Die Dame bleibt leider vor allem blond, aber zeigt wenigstens genügend Beherrschung, um beim Anblick der Aliens nicht leise loszukichern.

Denn so richtig außerirdisch sind die Kleinen eigentlich nicht, auch wenn ihre Erscheinung schon eine gewisse bedrohliche Aura aussendet. Zu sehen sind hier einfach enthaarte Kinder, die kein Wort von sich geben, sondern nur apathisch herumliegen und beim Zuschauer irgendwo zwischen Mitleid, creepiger Kahlheit und „Zieht denen doch mal eine Jacke an!“ ankommen. Auf jeden Fall ist es ein ungewöhnlicher Anblick, der jede Anwandlung diverser Kritiken, hier ein Rip-Off von E.T. oder Unheimliche Begegnung der dritten Art vor sich zu haben, eine deutliche Absage erteilt. Das Ende der Angst ist wesentlich düsterer und fokussiert sich stärker auf ‚harte‘ Science Fiction. Nach Produzent James Rosenfield wurde der Film bereits vor Unheimliche Begegnung geschrieben und vor E.T. produziert, und nur die Effekte haben schlussendlich eine frühere Veröffentlichung verhindert.

In Anbetracht der Tatsache, dass diese Effekte vor allem aus einer riesigen Kugel bestehen, die vom Himmel herabschwebt, sollte man vielleicht den Salzstreuer parat halten – der dann auch gleich noch dafür sorgt, sich mit der generell ‚kleinen‘ Erscheinung des Werkes anzufreunden. Untermalt mit einem sehr schönen Score von Tangerine Dream entwickelt sich das überschaubare Geschehen langsam und verläuft im letzten Drittel in erwartungsgemäßen Bahnen. Das Ende der Angst ist kein großer Wurf, aber zumindest im abgesenkten Rahmen dürfen Genrefreunde und natürlich Sammler anschlagen. Die DVD von Castle View bietet erwartungsgemäß Hausmannskost: Vollbild, keine Untertitel, deutscher und englischer Ton. Passt. Zum Film.

Das Ende der Angst

Und wieder einmal ein kleiner Genrefilm, der jahrzehntelang unter dem Raster lag und erst jetzt seine DVD-Premiere erlebt. „Das Ende der Angst“ ist eine Produktion aus dem Jahr 1983, geschrieben und inszeniert von Mike Gray, der ein paar Jahre zuvor das Drehbuch für „Das China-Syndrom“ verfasst hatte.
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