Dark Tide

Dark Tide

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um

Weiß man, dass der Regisseur von Dark Tide auch Blue Crush und Into the Blue inszeniert hat, dann überrascht es nicht, dass dies ein Film ist, der visuell auf der Höhe ist und mit prächtigen Bildern einer eindringlichen Unterwasserwelt aufwarten kann, aber inhaltlich lediglich Wasser tritt – und kurz vorm Ertrinken steht.
Kate Mathieson (erstaunlich schlecht: Halle Berry) ist der einzige Mensch auf der Welt, der es wagt, ohne Haikäfig ins Wasser zu gehen und mit großen Weißen Haien zu schwimmen. Sie ist die Haiflüsterin, wenn man so will, doch bei ihrem letzten Tauchgang geht etwas schief und Kate muss miterleben, wie ihr Freund von einem Hai zerfetzt wird. Ein Jahr vergeht und Kate hat aufgehört, mit den Haien zu schwimmen. Doch dann kommt ihr Mann Jeff auf sie zu und bringt sie in Kontakt mit einem englischen Geschäftsmann, der ihr gutes Geld bezahlt, damit sie ihn vorbereitet, mit Haien schwimmen zu können – während der Brunftzeit der Tiere, was immens gefährlich ist. In den Tiefen des Meeres wird sich ihrer aller Schicksal entscheiden.

An sich erwartet man einen Film à la Der weiße Hai, wenigstens aber Deep Blue Sea. Dark Tide beginnt wie ein Thriller und in manchen, mitunter wirklich effektiven Sequenzen wird er dieser Genre-Einordnung auch gerecht. Aber im Grunde ist sich der Film nie sicher, was er eigentlich sein will. Elemente eines Dramas sind vorhanden, verfangen aber nicht, weil die Figuren mit ihrer hauchdünnen Charakterisierung weder eine emotionale Reise durchmachen noch überhaupt irgendeine Entwicklung erleben. Schlimmer noch: Jeder Protagonist verhält sich ausgesprochen dumm.

Die Problematik des Films ist diese Unentschlossenheit. Er hätte vielleicht als Drama, vielleicht auch als simpler Tierhorrorfilm funktionieren können, in der vorliegenden Form ist er jedoch weder Fisch noch Fleisch. Stattdessen sorgt die Ziellosigkeit der Erzählung dafür, dass man sich als Zuschauer immens langweilt und beginnt, den Haien die Daumen zu drücken. Und sei es nur, dass sie schnell alle Handlungsträger fressen und diesem Trauerspiel ein Ende bereiten.

Einzig die gelungenen Unterwasseraufnahmen helfen, Dark Tide wenigstens ein klein wenig interessant zu machen. Die Hai-Aufnahmen sind beeindruckend und das Unterwasserambiente wird so gut beschrieben, dass man eine Ahnung davon bekommt, wie friedlich und ruhig es in dieser für den Menschen unwirtlichen Welt eigentlich ist. Zugleich versteht es der Film, die Gefährlichkeit zu unterstreichen, wenn man sich in die Schwärze der Tiefe vorwagt. So schön diese Sequenzen aber auch sein mögen, sie bewahren Dark Tide nicht vor dem Scheitern. Das Ensemble ist uninspiriert und unglaubwürdig, die Geschichte ist dümmlich und die Figuren sind einerseits so wenig entwickelt, andererseits so unsympathisch, dass jede Möglichkeit der Identifikation für den Zuschauer entfällt. Wohl auch deswegen hofft man auf das große Fressen, das diesem Trauerspiel ein Ende setzt…

Dark Tide

Weiß man, dass der Regisseur von „Dark Tide“ auch „Blue Crush“ und „Into the Blue“ inszeniert hat, dann überrascht es nicht, dass dies ein Film ist, der visuell auf der Höhe ist und mit prächtigen Bildern einer eindringlichen Unterwasserwelt aufwarten kann, aber inhaltlich lediglich Wasser tritt – und kurz vorm Ertrinken steht.
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