Cry Wolf

Cry Wolf

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Du lebst und stirbst

Auch Jahre nach der mit Scream losgetretenen Teenie Slasher-Welle und dem mit Scream 3 auch wieder beendeten Hype, werden immer wieder Filmbeiträge dieses oft überstrapazierten Genres an die Oberfläche gespült. Cry_Wolf ist einer der aktuelleren Beiträge und versucht noch ein paar nimmersatte Fans zu mobilisieren.
Owen (Julian Morris) kommt neu an die Highschool und wird direkt in den Liar’s Club aufgenommen. Angeführt von der rothaarigen Dodger (Lindy Booth) werden hier komische Lügen-Spiele gespielt und zwischen Owen und Dodger scheint es auch noch zu funken. Doch das Spiel langweilt auf die Dauer und als im nahen Wald eine Mädchenleiche gefunden wird, beschließt man, eine Serienkillerstory zu verbreiten. Übers Intranet werden die anderen Studenten eingeweiht und unser Liar’s Club sieht selbstgefällig zu, wie sich das Gerücht um den mordenden „The Wolf“ verbreitet (Tödliche Gerüchte aus dem Jahr 2000 läßt grüßen). Doch plötzlich erhält Owen eine E-Mail von eben diesem Killer – und die ausgedachte Geschichte erwacht zum Leben. Von nun an geht „The Wolf“ an der Schule um und meuchelt einen nach dem anderen von Owens neuen Freunden.

Das Neonröhren immer dann anfangen zu flackern und schlussendlich erlöschen, wenn man es gar nicht brauchen kann… Cry_Wolf will den Anschein erwecken, dass er auf der Höhe der Zeit ist. Auch möchte er eine zeitgemäße Variante des allseits bekannten Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzips sein. Doch mit dem Einsatz von Internet und Fotohandy ist es leider nicht getan — wobei der Einsatz des Letzteren eine wirklich feine Idee ist. Zu flach sind jedoch die Charaktere, zu vorhersehbar der Spannungsbogen, zu ärmlich der Rest. Da kann auch die wirklich schöne Kameraarbeit von Romeo Tirone nichts retten.

Das die Darsteller, allen voran Julian Morris und Lindy Booth als Hauptcast Owen und Dodger, nicht überzeugend sind, ist ein Manko, dass nur schwer wegzustecken ist. Sollen doch gerade diese beiden Jungmimen den Film tragen. Owen, der angebliche Rüpel, der schon von zig Schulen geflogen ist und nur durch den Einfluss seines Vaters auf der renommierten Highschool aufgenommen wurde, ist ein Milchgesicht, das keiner Fliege was zu Leide tun kann. Dodger gibt die feurige Femme Fatal, die viel zu altklug daherredet und dann doch ach so verletzlich ist. Wenn diese Wandlung wenigstens glaubhaft wäre.

Natürlich kann ein Teenie Slasher unterhalten, ohne das Genre neu zu erfinden, nicht jeder ist jedoch ein Kevin Williamson oder Wes Craven. Was man Cry_Wolf zugute halten muss, ist die trotz der oben genannten Mängel solide Unterhaltung und die ganz clevere Auflösung am Schluss. Wobei erwähnt werden muss, dass der Bodycount für Slasher Fans unbefriedigend sein dürfte. Cry_Wolf fügt dem Genre nichts Neues hinzu, bietet für Fans jedoch nette Unterhaltung. Und dass Bon Jovi-Fronter Jon in einer kleinen, aber wichtigen Nebenrolle einen undurchsichtigen Lehrer darstellt, dürfte einige weibliche Fans vielleicht interessieren.

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Auch Jahre nach der mit Scream losgetretenen Teenie Slasher-Welle und dem mit Scream 3 auch wieder beendeten Hype, werden immer wieder Filmbeiträge dieses oft überstrapazierten Genres an die Oberfläche gespült.
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