Crazy Kind of Love

Crazy Kind of Love

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Wie ein Engel

Sarah Siegel-Magness heimste als Produzentin von Precious einen Oscar ein. Mit Crazy Kind of Love, der Verfilmung des Romans Angel Angel von April Stevens, hat sie unlängst ihr Regiedebüt gegeben und einen warmherzigen, schönen Independent-Film abgeliefert, der mit kleinem Budget, aber vielen eingeforderten Gefälligkeiten – und damit namhafter Besetzung und Crew – weit teurer wirkt, als er ist.
Augustas (Virginia Madsen) Mann verlässt sie, was sie in eine tiefe Depression stürzt. Ihre Söhne Henry (Graham Rogers) und der zwar sehr kluge, aber auch sehr scheue Matthew (Zach Gilford) wissen nicht, wie sie ihrer Mutter helfen können. Aber dann lernt Henry die lebensfrohe, junge Frau Bette (Amanda Crew) kennen, die nicht nur sein Leben aufmischt, sondern der ganzen Familie neuen Lebensmut beschert – wenn auch auf teils sehr unorthodoxe Art und Weise.

Crazy Kind of Love ist ein simpler, charmanter Film, dessen Hauptfiguren alle ein kleiner schräger Hauch umweht, aber gerade das ist es, was sie so authentisch erscheinen lässt. Normalität ist etwas, das es nicht gibt – in Familien schon gar nicht. Manche Situationen sind übersteigert, sie wirken aber dennoch nie völlig aus der Luft gegriffen. Stattdessen ertappt man sich dabei, in den Figuren Charakterzüge von eigener Familie oder Freunden wiederzuentdecken. Das ist eine der Stärken des Skripts, das dank begnadetem Casting von perfekt eingesetzten Darstellern noch erhöht wird.

Die Themen des Films sind dabei keineswegs originell, mit Betty als höchst ungewöhnlichem Freigeist erhält die Geschichte aber etwas eigentümliches Flair, das anderen Genre-Vertretern schlichtweg abgeht. Ihretwegen ist man auch gewillt, ein paar der eher gezwungen wirkenden Ereignisse der Geschichte zu ignorieren. Hier existiert der Konflikt zwischen einer Geschichte über reale Probleme und einer Lösung, die zu gut ist, um wahr zu sein, und so eben doch nur in der Fiktion existiert.

Sei’s drum, Crazy Kind of Love ist ein kleines Juwel, exzellent gespielt, einschmeichelnd gefilmt und mit einem wundervollen Score unterlegt. Ein Frauenfilm, wenn man so will, aber einer, der dem ganzen Publikum etwas zu bieten hat, ist er doch in erster Linie eine Lektion darüber, dass man sich der Liebe nicht verweigern sollte, in welch überdrehter Form sie auch immer kommen mag.

Crazy Kind of Love

Sarah Siegel-Magness heimste als Produzentin von „Precious““ einen Oscar ein. Mit „Crazy Kind of Love“, der Verfilmung des Romans „Angel Angel“ von April Stevens, hat sie unlängst ihr Regiedebüt gegeben und einen warmherzigen, schönen Independent-Film abgeliefert, der mit kleinem Budget, aber vielen eingeforderten Gefälligkeiten – und damit namhafter Besetzung und Crew – weit teurer wirkt, als er ist.
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