Cockneys vs. Zombies

Cockneys vs. Zombies

Eine Filmkritik von Björn Helbig

Mit Gehhilfe auf Zombiejagd

Cockneys vs. Zombies ist nicht der erste Film, in dem Zombies über London herfallen. Auch in 28 Days Later, der Fortsetzung 28 Weeks Later oder Shaun Of The Dead bekamen es die Einwohner der britischen Metropole mit wandelnden Toten zu tun. Cockneys vs. Zombies ist von den genannten Filmen derjenige, der über das meiste Lokalkolorit verfügt. Und das, obwohl auf dem Regiestuhl nicht mal ein Engländer, sondern der deutsche Regisseur Matthias Hoene zu finden ist, der mit der Zombie-Komödie seinen Langfilm-Einstand gibt.
Weil das Seniorenheim, in dem auch Großvater Ray (Alan Ford) seine letzten Tage verbringt, abgerissen werden soll, planen seine Enkel Andy (Harry Treadaway) und Terry Maguire (Rasmus Hardiker) einen Banküberfall, um an Geld zu kommen. Gemeinsam mit ihrer Cousine Katy (Michelle Ryan), Kumpel Davey (Jack Doolan) und dem irren Mickey (Ashley Bashy Thomas) dringen sie in die Bank ein und gelangen sogar in Besitz des Geldes. Doch als sie die Bank wieder verlassen, ist leider eine Zombie-Epidemie ausgebrochen.

Dass die Toten wieder auferstehen und den Lebenden ans Filet wollen ist eine ja eigentlich ernste und darüber hinaus ziemlich furchtbare Sache. Nichtsdestotrotz kommt es auch im Genre des Zombiefilms immer häufiger vor, dass dem Stoff lustige Seiten abgewonnen werden. Wie auch Zombies Of Mass Destruction, Zombieland, Fido, Juan of the Dead, der bereits genannte Shaun Of The Dead (und viele viele mehr) möchte auch Cockneys vs. Zombies in erster Line lustig sein. Seinen Witz zieht er vor allem daraus, dass seine Protagonisten alle Cockney-Slang sprechen (insofern ist es unabdingbar den Film im Original zu sehen) und die meisten rüstige Rentner sind. Das geht oft gut (z.B. wenn Opa mit Gehhilfe vor einem Zombie flieht, bekommt der Zuschauer eines der besten Slow-Motion-Rennen der jüngeren Kinogeschichte zu sehen) – oft aber auch nicht. Was die Autoren vor lauter East-London-Flair zu vergessen haben scheinen: Wer Zombies ihres Schreckens beraubt, muss irgendetwas an dessen Stelle setzen. Und hier bietet Cockneys vs. Zombies nur das, was der Titel verspricht – den Charme des Londoner East Ends und viel Action – aber das ist für einen Langfilm einfach zu wenig. Aus der Masse der ZomComs sticht der Film trotz guter Ansätze jedenfalls zu selten hervor. Schlimmer noch: Immer wieder überkommt den Zuschauer das Gefühl, Szenen schon aus anderen Filmen zu kennen. Am auffälligsten wird das am Ende, wenn Andy, Terry und die Rentnertruppe am Ufer der Themse eine Horde Zombies niedermetzeln, um danach mit dem Boot zu fliehen. Juan Of The Dead lässt grüßen.

Fazit: Ansteckender und ungleich gefährlicher als jede Zombie-Epidemie ist das Comedy-Virus. Das wird irgendwann jedes Genre infizieren und einen qualvollen Tod sterben lassen. Der Zombie-Film ist auf dem besten Weg dahin. Cockneys vs. Zombies zieht noch mal alle Register der ZomCom. Für Matthias Hoene ist das ein solider Einstand, für das Genre scheint es aber eher ein letztes Aufbäumen als ein Schritt zur Revitalisierung.

Cockneys vs. Zombies

"Cockneys vs. Zombies" ist nicht der erste Film, in dem Zombies über London herfallen. Auch in "28 Days Later", der Fortsetzung "28 Weeks Later" oder "Shaun Of The Dead" bekamen es die Einwohner der britischen Metropole mit wandelnden Toten zu tun. „Cockneys vs. Zombies“ ist von den genannten Filmen derjenige, der über das meiste Lokalkolorit verfügt. Und das, obwohl auf dem Regiestuhl nicht mal ein Engländer, sondern der deutsche Regisseur Matthias Hoene zu finden ist, der mit der Zombie-Komödie seinen Langfilm-Einstand gibt.
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Meinungen
@Jürgen · 25.09.2012

Falsch - nicht geprüft, bedeutet zunächst mal ab 18 und mit dieser Alterseinstufung lief der Film auch auf dem Fantasy Filmfest. Und im Ernst, meinst Du bei der FSK kommt eine andere Alterseinstufung raus? Nur wenn der Film vollkommen zusammengeschnitten wird.

Jürgen Blügert · 25.09.2012

Der ist von der FSK noch gar nicht geprüft worden. Also ist die FSK Angabe oben in der Beschreibung ungültig!

Kommentare

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