Clerks – Die Ladenhüter

Clerks – Die Ladenhüter

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Ein Tag im banalen Leben des Dante Hicks

Ohne nennenswertes Budget, mit viel Improvisation, literweise Herzblut und engagierten Gefährten hat der US-amerikanische Filmschaffende Kevin Smith sein Spielfilmdebüt in Schwarzweiß inszeniert. Dabei herausgekommen ist ein Film, der unter anderem bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes den Jugendfilmpreis und den Mercedes-Benz-Award gewann, dreifach für die Independent Spirit Awards nominiert war, beim Sundance Film Festival mit der Filmmakers Trophy ausgezeichnet wurde und sich ein begeistertes, treues Fan-Publikum erspielt hat, ganz zu schweigen von seinem Erfolg an den Kinokassen. Clerks – Die Ladenhüter aus dem Jahre 1994 ist mittlerweile längst zu einem kultigen Klassiker der Independent-Szene avanciert, und auch der direkte Nachfolger Clerks 2 – Die Abhänger / Clerks II von 2006 kann durchaus an diesen Status anknüpfen.
Dabei ist es ein absolut banal anmutendes Thema, dem sich diese abgefahrene Komödie im krude-räudigen Stil widmet: Clerks – Die Ladenhüter beschreibt einen – zugegebenermaßen in signifikantem Maße chaotischen – Tag im Leben des jungen Dante Hicks (Brian O’Halloran), der eigentlich frei haben sollte, schließlich aber nun doch in dem kleinen Quick-Stop Laden arbeiten muss, dessen Klientel an diesem Tag zur Höchstform aufläuft, was skurrile Wünsche und andere Turbulenzen angeht. Sein Kumpel Randal (Jeff Anderson) vom Videoverleih nebenan tut sein Übriges dazu, Dante in Schwierigkeiten zu bringen, ebenso wie seine Freundin Veronica (Marilyn Ghigliotti) ihn mit ihren Geständnissen sexueller Ausschweifungen an den Rand des Erträglichen treibt. Doch damit nicht genug, erfährt Dante auch noch von den Heiratsabsichten seiner einstigen großen Liebe Caitilin (Lisa Spoonhauer) und vom plötzlichen Tod einer alten Schulfreundin, bei deren Beerdigung die Dignität gewaltig aus dem Lot gerät …

Es sind die sprachlichen Gefechte oftmals jenseits des gängigen guten Geschmacks, mit denen Clerks – Die Ladenhüter mit selbstbewusster Schnodderigkeit auftrumpft und kräftig Punkte im Hinblick auf derben, respektlosen Humor absahnt, der diese Komödie zu einem viel beachteten und geschätzten Phänomen ihrer Zeit und ihres ungezähmten, gewagten Stils werden lässt. Unabhängig von umfangreichen finanziellen Ressourcen und den üblichen Produktionsbedingungen ist es dem damals 24jährigen Kevin Smith gelungen, seine Freude am Filmen ungehemmt umzusetzen und aus der Not einfallsreich eine Tugend zu machen. So verbirgt die anfangs eingesetzte Idee, die Rollläden des Quick-Stops durch Kaugummi zu blockieren, dass die Dreharbeiten in einem tatsächlichen kleinen Geschäft in New Jersey aus Kostengründen überwiegend nachts stattfinden mussten.

Wie ergiebig sich sein Konzept mit einigen Protagonisten seines Erstlings – zuvorderst den dreckigen Dealern Jay (Jason Mewes) und Silent Bob (Kevin Smith) – fortsetzte, zeigen die folgenden Projekte der so genannten New Jersey Chronicles (Mallrats, 1995, Chasing Amy, 1997, Dogma, 1999, Jay und Silent Bob schlagen zurück / Jay and Silent Bob Strike Back, 2001 und Clerks 2 – Die Abhänger / Clerks II, 2006), denn auch diese Filme haben sich eine große Fangemeinde erspielt und den passionierten Comic-Autoren Kevin Smith längst als erfolgreichen Regisseur etabliert, der seiner schrägen Linie treu bleibt.

Clerks – Die Ladenhüter

Ohne nennenswertes Budget, mit viel Improvisation, literweise Herzblut und engagierten Gefährten hat der US-amerikanische Filmschaffende Kevin Smith sein Spielfilmdebüt in Schwarzweiß inszeniert. Dabei herausgekommen ist ein Film, der unter anderem bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes den Jugendfilmpreis und den Mercedes-Benz-Award gewann, dreifach für die Independent Spirit Awards nominiert war, beim Sundance Film Festival mit der Filmmakers Trophy ausgezeichnet wurde und sich ein begeistertes, treues Fan-Publikum erspielt hat, ganz zu schweigen von seinem Erfolg an den Kinokassen.
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