Clerks 2 - Die Abhänger

Clerks 2 - Die Abhänger

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Einmal ein Nerd, immer ein Nerd...

Kaum glaubt man sich auf genehme Weise in das Jahr 1994 zurückkatapultiert, ist das Déja-Vu auch schon wieder vorbei. Dabei ist alles zunächst so vertraut: Wie immer schließt Dante Hicks (Brian O’Halloran) den schweren eisernen Rolladen seines Gemischtwarenladens „Quick Stop“ auf, und wie vor dreizehn Jahren spielt sich diese Szenerie selbstverständlich in Schwarz-Weiß ab. Kaum aber wirft er einen Blick in sein Geschäft hinein, wird dem Zuschauer auf schmerzhafte Weise bewusst, dass von nun an nichts mehr so ist, wie es war: Denn die Flammen, die in Dantes Laden lodern, sind farbig und höchst real – „willkommen in der Gegenwart“, scheinen sie zu sagen. Und weil das Unglück gerne doppelt zuschlägt, vernichtet das Feuer, das weniger auf einen terroristischen Akt als vielmehr auf eine nicht ausgeschaltete Kaffeemaschine zurückgeht, gleich noch die benachbarte Videothek von Dantes Kumpel mit, so dass nun beide Slacker auf der Straße stehen.
Doch Randal und Dante finden in dem Burger-Laden Mooby’s schnell einen neuen Unterschlupf, der ihnen zumindest teilweise ihr Einkommen sichert und in dem sie nach Herzenslust wieder die werte Kundschaft anpöbeln dürfen. Und da auch die beiden Kumpels Silent Bob (Kevin Smith) und Jay (Jason Mewes) nun öfters bei Mooby’s rumhängen, ist bald schon alles wie früher – zumindest beinahe. Schnell entspinnen sich wieder diese grandiosen Dialoge und kleinen Episoden, die man bereits aus Clerks – Die Ladenhüter kennt und denen damals wie heute kaum etwas heilig ist: Da geht es um Sex mit Eseln, rassistische Redewendungen, Bemerkenswertes sowie Banales aus den Regalen der Popkultur und natürlich immer wieder um die eigenen, höchst eigenwilligen Vorstellungen vom Leben und dem Sinn dahinter. Weil Randal und Dante dann doch ein klein wenig erwachsener geworden sind, steht die Freundschaft aber auf dem Prüfstand, denn Dante ist mittlerweile mit Emma (Jennifer Schwalbach) verlobt, einer properen, frisch gewaschenen Blondine, die sich in den Kopf gesetzt hat, mit ihm nach Florida zu ziehen, wo Dante Karriere im Autoreinigungs-Business machen soll. Doch zum Glück gibt es ja noch Dantes Chefin Becky (Rosario Dawson), in die er sich Hals über Kopf verliebt hat…

Wenn man sich Kevin Smiths neues Werk ansieht, überkommt einen unweigerlich eine mittelschwere Form der Nostalgie, denn seit Clerks – Die Ladenhüter sind nicht nur 12 Jahre ins Land gegangen, sondern die Independent-Filmszene der USA hat sich dramatisch verändert. Galt Clerks mit seinem gepflegten Slackertum, den haarsträubend treffenden Dialogen und der konsequenten Verweigerung gegenüber einer nachvollziehbaren oder gar spannenden Handlung noch als geradezu prototypischer US-Indie, fällt heute die Unterscheidung zwischen Mainstream und Independent-Kino immer schwerer und beschränkt sich zumeist auf die Höhe des zur Verfügung stehenden Budgets. Nach Smiths wunderbaren Filmen Chasing Amy (1997) und Dogma (1999) und seinem grandiosen Fehltritt mit Jersey Girl (2004) knüpft der Regisseur nun wieder an die gewohnten Formen. Er lässt seine Darsteller aus dem Leben schwadronieren, sich in kruden Thesen verlieren und nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe kriegen. Das bringt zwar die Filmwelt nicht unbedingt weiter, ist aber für Fans der beiden Supernerds Dante und Randal allemal amüsant anzusehen. Zugleich aber wird man das dumpfe Gefühl nicht los, dass die beiden irgendwie ein wenig aus der Zeit gefallen sind und den Anschluss verpasst haben. Die Zeiten, sie haben sich geändert, Dante und Randal aber sind immer noch die gleichen. Und das ist dann bei genauerem Überlegen beinahe ein wenig tragisch…

Clerks 2 - Die Abhänger

Kaum glaubt man sich auf genehme Weise in das Jahr 1994 zurückkatapultiert, ist das Déja-Vu auch schon wieder vorbei. Dabei ist alles zunächst so vertraut:
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Meinungen
Tobias · 26.07.2007

Pubertärer Kifferhumor, da kann ich meine Zeit doch besser gebrauchen...

crazyhorse · 24.07.2007

Was für ein dümmlicher Scheiss!

Kommentare

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