Christopher Columbus

Christopher Columbus

Eine Filmkritik von Jean Lüdeke

Auf dem Weg nach Indien?

Wenn das Leben des legendären Entdeckers verfilmt wurde, dann meistens mit jeder Menge Pathos - wie etwa in Ridley Scotts 1492 - Die Eroberung des Paradieses. Dieser Mitte der 80er Jahre vom italienischen Fernsehen produzierte Mehrteiler hebt sich durch seine realistische Tonart angenehm davon ab. Regisseur Alberto Lattuada drehte seine hochkarätig besetzte Mini-Serie vorzugsweise an Originalschauplätzen und legte großen Wert auf historische Genauigkeit. Für dramatische Höhepunkte sorgte die charismatische Präsenz von Gabriel Byrne in der Hauptrolle.
Der junge genuesische Handelskapitän Columbus, gestrandet in Lissabon, glaubt fest daran, dass er jenseits des westlichen Ozeans Land finden wird, vielleicht Indien. Doch zunächst heiratet er Dona Felipe (Audrey Matson). Nach ihrem Tod will er endlich nach Westen segeln. Da ihn Portugals König abweist, reist er nach Spanien. Dort ist Königin Isabella (Faye Dunaway) zwar wohlwollend, aber mit dem Krieg gegen die Mauren beschäftigt. Sieben Jahre muss Columbus auf seinen ganz großen Tag warten.

Christoph Columbus war der italienische Seefahrer in spanischen Diensten, dem die Entdeckung Amerikas zugeschrieben wird. Wie heute bekannt, erreichten die Wikinger den amerikanischen Kontinent bereits rund 500 Jahre vor ihm. Wenn Columbus gleichwohl bis heute als Entdecker Amerikas gilt, ist dies darauf zurückzuführen, dass erst seine Reisen zu dauerhafter Kolonisierung sowie kontinuierlicher Besiedlung durch Menschen anderer Kontinente führten. Im Bestreben, auf dem westlichen Seeweg von Europa nach Ostasien zu gelangen, erreichte er am 12. Oktober 1492 die dem amerikanischen Kontinent vorgelagerten Karibischen Inseln. Er selbst war bis zu seinem Lebensende der Ansicht, eine Route auf dem Seeweg nach "Hinterindien" entdeckt zu haben.

Die Bewertung von Columbus Taten ist kontrovers: Dem ihm zugeschriebenen Entdeckerdrang und Mut stehen zahlreiche gut dokumentierte, aber wenig bekannte von ihm und den Spaniern verübte Gräueltaten an der indianischen Bevölkerung gegenüber. Zudem lassen seine Aufzeichnungen Zweifel an seinen angeblich allein durch Entdeckerdrang motivierten Reisen aufkommen. Aus seinen Logbüchern und Briefen geht hervor, dass er sich selbst eine Vergrößerung des Vermögens und das seines Sponsors versprach. Koch Media wartet mit zwei spannenden DVDs und einem kleinen Booklet in einer dezent gestalteten Box auf. Nicht nur für historien-affine User ein toller DVD-Coup.

Christopher Columbus

Wenn das Leben des legendären Entdeckers verfilmt wurde, dann meistens mit jeder Menge Pathos - wie etwa in Ridley Scotts 1492 - Die Eroberung des Paradieses.
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