Ca$h – Abgerechnet wird zum Schluss

Ca$h – Abgerechnet wird zum Schluss

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Heist à la francaise

Mit Kopisten ist das ja so eine Sache: Einerseits werden angehende Maler von ihren Professoren gerne einmal dazu angehalten, doch die Werke der großen Meister zu kopieren, um so hinter die Geheimnisse von Farbgebung, Komposition und dem Arrangement von Licht und Schatten zu kommen. Andererseits haftet dem allzu schnöden Abkupfern anerkannter Meisterwerke stets auch etwas Anrüchiges an und endet in der Unterstellung, den Nachahmern seien die eigenen Ideen – sofern sie überhaupt welche besitzen – abhanden gekommen. Mit seiner Gaunerkomödie Ca$h – Abgerechnet wird zum Schluss setzt Eric Besnard dem eleganten Heist-Movie à la Steven Soderberghs Ocean's-Reihe ein kleines Denkmal. Dabei beschränkt er sich nicht aufs Kopieren, sondern entwickelt das beliebte Subgenre dank toller Schauspieler, einer gelungenen Inszenierung und französischem Charme durchaus unterhaltsam weiter.
Seit sein kleiner Bruder vor einigen Jahren bei einem missglückten Trickbetrüger-Coup umgebracht wurde, hegt der charmante und selbstverliebte Ganove Cash (Jean Dujardin) nur noch einen Wunsch: Er will Rache nehmen an dem Verantwortlichen für den feigen Mord. Als die macht- und karriereversessene und ebenfalls mit allen Wassern gewaschene Europol-Kommissarin Julia (Valeria Golino) Cash festnimmt, bietet sie ihm einen Deal an: Er kann seine Freiheit wiedererlangen, wenn er ihr dabei hilft, mittels seiner Verbindungen zur Unterwelt den seit langem gesuchten Meisterbetrüger Maxime (Jean Reno) dingfest zu machen. Aus dieser Konstellation entwickelt sich ein groß angelegtes Spiel, bei dem jeder der Kontrahenten mit verdeckten karten spielt und ganz nebenbei noch ein raffiniert eingefädelter Diebstahl vor der traumhaften Kulisse der Cote d'Azur.

Es besteht keinerlei Zweifel daran, dass Eric Besnard sämtliche Teile von Steven Soderberghs Ocean's-Trilogie gesehen und vermutlich ziemlich genossen haben dürfte. Dennoch ist Ca$h – Abgerechnet wird zum Schluss keine schnöde Kopie, sondern vielmehr eine witzige und sehr französische Hommage an das Vorbild aus Hollywood. Das ist zwar insgesamt wenig originell und fordert trotz manchen doppelten Bodens intellektuell kaum heraus, unterhält aber dank treffend gezeichneter Typen, stylisher Bilder und etlichen verzwickten Schlenkern und Twists sowie einer gehörigen Portion Humor prächtig. Lediglich Jean Dujardins vor allem am Anfang des Films allzu selbstbewusstes Dauerlächeln, das seine Rachegedanken wenig glaubhaft erscheinen lässt, kann einem mit der Zeit gehörig auf die Nerven gehen, so dass es wirklich gut tut, dass ihm aufgrund der Durchtriebenheit seinen Angebeteten später endlich einmal die Gesichtszüge entgleisen.

Steven Soderbergh selbst dürfte diese witzige, aber recht harmlose Gaunerkomödie kaum ärgern, sondern allenfalls ein wenig stolz macht: Denn wer so liebevoll kopiert wird, kann sich gewiss sein, dass er zu den großen Meistern seines Fachs gehört. Was in seinem Fall ja durchaus zutrifft.

Ca$h – Abgerechnet wird zum Schluss

Mit Kopisten ist das ja so eine Sache: Einerseits werden angehende Maler von ihren Professoren gerne einmal dazu angehalten, doch die Werke der großen Meister zu kopieren, um so hinter die Geheimnisse von Farbgebung, Komposition und dem Arrangement von Licht und Schatten zu kommen.
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