Bullet Head (2017)

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Nach einem missglückten Raub stehen drei Kriminelle in einem alten Lagerkomplex einem aufs Töten spezialisierten Kampfhund gegenüber. B-Movie mit reichlich Starpower und halbgaren Quentin-Tarantino-Anleihen.

Bullet Head (2017)

Eine Filmkritik von Christopher Diekhaus

Auf den Hund gekommen

Man nehme ein paar prominente Darsteller, packe sie in ein marodes Lagerhaus, stelle ihnen eine mörderische Bestie gegenüber und fertig ist ein kleines, böses B-Movie, das ordentlich bei Laune hält. Die Rechnung, die Paul Solet ("Dark Summer", "Grace") für seinen in Bulgarien gedrehten Thriller "Bullet Head" aufstellte, will jedoch partout nicht aufgehen, da eine fahrige Handlungsführung und eine eher lieblose Inszenierung Anflüge von Spannung zumeist im Keim ersticken.

In den ersten Minuten nährt der Regisseur allerdings noch die Hoffnung auf einen unbequemen Reißer, wenn er den Zuschauer in die subjektive Perspektive eines hechelnden Hundes zwängt, der von seinem Besitzer (Antonio Banderas) und dessen Handlanger (Ori Pfeffer) in eine voll besetzte Kampfarena geführt wird. Nach diesem visuell ungewöhnlichen Einstieg betreten die drei Kriminellen Walker (John Malkovich), Stacy (Adrien Brody) und Gage (Rory Culkin) die Bühne und suchen auf der Flucht vor der Polizei Unterschlupf in einem vermeintlich leerstehenden Gebäudekomplex. Hier wollen sie bis zum Anbruch der Nacht ausharren, ahnen aber nicht, dass sie sich an einen Austragungsort für illegale Hundekämpfe verirrt haben. Als ihnen in den heruntergekommenen Räumlichkeiten ein zähnefletschender Vierbeiner begegnet, der seinen Aufpasser zerfleischt hat, ist guter Rat teuer.

Was eine simpel gestrickte, fesselnde Hatz verspricht, erweist sich leider schon im ersten Akt als merkwürdig unausgegorenes Sammelsurium verschiedenster Ideen und Ansätze. Hier und da streut Solet kurze Actionmomente ein, die den Puls etwas nach oben treiben. Viel zu schnell schwenkt er jedoch jedes Mal um und lässt seine in der Klemme steckenden Gangster in einen behäbigen Erzählmodus verfallen. Zutage treten sentimentale Erlebnisse und Tiergeschichten, mit denen Bullet Head anscheinend so etwas wie Charakterzeichnung betreiben will. Tatsächlich machen die Gespräche („Auch wenn du Katzen magst, kannst du ein richtiger Mann sein“) die Protagonisten aber kein bisschen interessanter, sondern sorgen vielmehr für amüsiertes Kopfschütteln.

Wenig zielführend sind außerdem die stets recht unmotiviert eingeworfenen Rückblenden, in denen der grausame Alltag des blutrünstigen Kampfhundes zu sehen ist. Antonio Banderas bekommt hier fast nichts zu tun, darf dafür allerdings im Finale als ermüdend redseliger, wild um sich ballender und alles andere als zielsicherer Schurke dem Affen Zucker geben. Einen höchst durchwachsenen Eindruck hinterlassen auch die Auftritte der preisgekrönten John Malkovich und Adrien Brody, die als Sklaven eines schwachen Drehbuchs keine besonderen Akzente setzen können und deren Mitwirken wahrscheinlich allein mit einem zufriedenstellenden Gehaltscheck zu erklären ist.

Wer angesichts des Handlungsabrisses eine Variation von Quentin Tarantinos Lagerhaus-Koller Reservoir Dogs – Wilde Hunde erwartet, wird schwer enttäuscht, da Bullet Head nur ganz selten eine fiebrige Energie entfacht. Allzu oft plätschert das Geschehen vor sich hin und produziert das, was jeden Thriller killt: gähnende Langeweile. Positiv verbuchen lassen sich am ehesten noch das abgewrackte, einige nette Requisiten beherbergende Setting und ein Vermerk im Abspann, wonach ein Teil der erzielten Erlöse dem Kampf gegen illegale Hundewettbewerbe und der Behandlung brutal abgerichteter Vierbeiner zugutekommt. Schaut man auf die US-Kritiken zum Film, erstaunt die teilweise recht wohlwollende Haltung der Rezensenten, die sich möglicherweise von der Prominenz der involvierten Darsteller haben blenden lassen. Als Nervenkitzler versagt Bullet Head auf ganzer Linie. Und für eine melancholische Gangsterstudie ist das Gezeigte schlichtweg zu einfältig.

Bullet Head (2017)

Die Parallelen zu Quentin Tarantino's „Reservoir Dogs“ sind unübersehbar. Drei Gangster finden sich in einem Lagerschuppe gefangen, der von außen von der Polizei hermetisch abgeriegelt wird. Doch eine noch viel größere Gefahr lautet drinnen in ihrem Schutzraum. Und so beginnen die sich bedingenden Erzählungen über Liebe, Ängste und die Umstände, die sie hierher gebracht habe.

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