Bubba Ho-Tep

Bubba Ho-Tep

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Elvis lebt!

Elvis lebt – und Kennedy auch. Außerdem verfluchte Mumien, die die Seelen ihrer Opfer durch den äh, Arsch aussaugen und auf diese Weise ein Altersheim in Angst und Schrecken versetzen. Wer sich von solch abstrusen Ideen nicht abschrecken lässt, darf sich auf eine der unterhaltsamsten und originellsten Horrorkomödien der letzten Jahre gefasst machen.
Elvis Presley (Bruce Campbell) vegetiert in einem Altersheim vor sich hin. Aus seinen inneren Monologen trieft die Bitterkeit und der Schmerz einer gescheiterten Existenz, äußerlich ist eh schon alles verloren: Mit einer Eiterbeule auf seinem besten Stück, einer kaputten Hüfte und Impotenz gestraft, ist der Gute nur noch zynisch und hat sich seinem Schicksal ergeben. Bis sich eines Tages alles ändert. Die Alten in Elvis’ Heim sterben wie die Fliegen, absurd große Käfer greifen in der Nacht die Heiminsassen an und attackieren auch unseren Helden, der sich jedoch mit Gehilfe und Bettpfanne erfolgreich zu verteidigen weiß. Elvis’ Lebensgeister werden zwar wieder geweckt, doch hält sich dieses letzte Aufbäumen in Grenzen. Bis ihn sein alter Freund und Zimmernachbar Präsident Kennedy (Ossi Davis, Malcom X, Die Geschworenen) auf die Spur eines Seelenfressers bringt, der es auf ihre Bekannten und Freunde im Heim abgesehen hat. Nach eingehender Recherche und erstem Kontakt mit dem Seelenfresser beschließen „Mr. President“ und „Der King“, den Kampf gegen das Ungetüm aufzunehmen. Mit Gehapparat und E-Rollstuhl…

Vorneweg muss erwähnt werden, dass es sich bei Bubba Ho-Tep nicht um eine Splatterkomödie handelt. Bubba Ho-Tep ist Low Budget und einfach nur ganz großartige Unterhaltung. Voller origineller Ideen, schwarzem Humor, einer phantastischen Besetzung und mit liebevollen, sparsam eingesetzten Effekten. Herausragen ist Bruce Campbells Leistung als Elvis, der zwar zu 90 Prozent der Handlung unter dicken Make-Up-Schichten steckt, jedoch eine der besten Leistungen seiner Karriere bringt. War er in der Tanz der Teufel-Trilogie meist nur der großmäulige, aber liebenswerte Arsch, darf er hier zwar erneut die Welt retten (na gut, erstmal nur das Altersheim), hat aber auch einige melancholische Momente, die er mühelos trägt. Warum Elvis überhaupt noch lebt, sei an dieser Stelle aber nicht verraten. Die Idee ist einfach zu gut, um sie vorweg zu nehmen.

Auch muss noch die Leistung von Regisseur, Autor und Produzent Don Coscarelli gewürdigt werden. Der Mann, der die Phantasm-Serie geschaffen hat, legt mit Bubba Ho-Tep ein grandioses Comeback vor, dass mit einem Budget von kaum einer Millionen Dollar in Sachen Spannung, Originalität und Atmosphäre so manche Big Budget Produktion mühelos in die Tasche steckt. Mit Freude war nun auch zu vernehmen, dass es 2008 ein Prequel zu Bubba Ho-Tep geben soll (vorliegender Film ist von 2002! Eine Schande, dass er erst jetzt in unseren Gefielden auftaucht).

Der Titel Bubba Ho-Tep mag manch potentiellen Zuschauer abschrecken, doch der Rezensent möchte noch einmal betonen, dass dies einer der coolsten und wirklich besten Filme ist, den man sich als Freund des phantastischen und phantasievollen Films antun kann. Ein absolutes must see! Ganz großes Kino!

Bubba Ho-Tep

Elvis lebt – und Kennedy auch. Außerdem verfluchte Mumien, die die Seelen ihrer Opfer durch den äh, Arsch ihrer Opfer heraussaugen und auf diese Weise ein Altersheim in Angst und Schrecken versetzen.
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