Bruder vor Luder

Bruder vor Luder

Eine Filmkritik von Bella Buczek

Ihr, die ihr in diesen Kinosaal eintretet, lasst alle Hoffnung fahren

Es mag sein, dass man im Teenager-Alter sein muss, um den Reiz von YouTube-Stars wie den Lochis zu verstehen. Aber selbst, wenn man den Videos, die die Jungs seit Jahren online stellen, irgendeine Form von Amüsement abgewinnen mag, so ist dieser Film doch ein gänzlich anderes Biest. Bruder vor Luder ist der mit Abstand schlechteste Film des Jahres, vielleicht sogar des Jahrzehnts, möglicherweise sogar aller Zeiten.
Die YouTube-Stars Roman und Heiko Lochmann, bekannt als die Lochis, wollen nicht mehr nur den eigenen Kanal bestücken, sondern gleich ein eigenes Konzert geben. Da wird die hochnäsige und unsympathische Jessy auf sie aufmerksam. Warum? Weil sie eine Fame-Bitch ist, sich Heiko schnappen und dann selbst zu Ruhm gelangen will. Dafür spannt sie ihre Schwester Bella ein, die auf Roman steht, nun aber die im Rollstuhl sitzende Rolli spielen muss, während Jessy fleißig daran arbeitet, einen Keil zwischen die Brüder zu treiben.

Bei Bruder vor Luder passt einfach gar nichts. Das Nichts an Geschichte hätte im Rahmen typischer Teenie-Filme schon funktioniert, das Werk, an dem die Lochmann-Brüder auch gleich noch als Regisseure beteiligt waren, leidet aber vor allem an der Unfähigkeit der beiden, auch nur eine Emotion glaubhaft darzustellen. Sie sind keine Schauspieler, was man in jeder Szene schmerzlich erfahren muss. Die Inszenierung bleibt darüber auf der Strecke, denn der dritte Regisseur Thomas Erhart, der wohl so etwas wie der Anstandswauwau sein und den Film auf Kurs halten sollte, scheitert am Unvermögen seiner Hauptdarsteller. Selbst Laientheaterbühnen sind zu Größerem fähig.

Frei von jedweder Geschmackssicherheit gibt es Fäkalhumor der übelsten Sorte. Hier wird der schmale Grat, an dem das noch lustig und nicht nur widerlich ist, verfehlt. Aber das darf man dem ganzen Werk unterstellen. Was hier abgeliefert wurde, ist im Grunde Arbeitsverweigerung und so schlecht, dass es nicht mal mehr gut ist. Erinnerungen an Daniel der Zauberer kommen hoch, wenn auch die Geschichten gänzlich unterschiedlich sind. Das Unvermögen, der Schmerzfaktor für das Publikum und der Umstand, wie unfassbar das alles ist, sind auf gleicher Stufe.

Wenn eines an diesem Film bemerkenswert ist, dann wie gut die Lochis in der Selbstvermarktung sind. Aus so wenig einen YouTube-Erfolg zu machen und dann auch noch einen Kinofilm gestemmt zu bekommen, ist durchaus eine Leistung. Immerhin versagt das Brüder-Duo nicht nur bei Regie und Schauspiel, auch als Sänger offenbaren die Zwei extreme Defizite. Das würde für eine Casting-Show nicht reichen, und dennoch haben die beiden ihre Fans.

Ob die mit diesem Machwerk allerdings zufrieden sein werden, darf angezweifelt werden. Sollten die Kinosäle wider Erwarten gefüllt sein, wirft das ein schlechtes Licht auf eine ganze Generation – und öffnet Tür und Tor für andere YouTuber, die das unschuldige Publikum dann auch mit ihren Werken traktieren können und wollen.

Bruder vor Luder

Es mag sein, dass man im Teenager-Alter sein muss, um den Reiz von YouTube-Stars wie den Lochis zu verstehen. Aber selbst, wenn man den Videos, die die Jungs seit Jahren online stellen, irgendeine Form von Amüsement abgewinnen mag, so ist dieser Film doch ein gänzlich anderes Biest. "Bruder vor Luder" ist der mit Abstand schlechteste Film des Jahres, vielleicht sogar des Jahrzehnts, möglicherweise sogar aller Zeiten.
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Meinungen
criticiser · 13.01.2018

Mit Recht einer der schlechtesten Filme überhaupt.

tantchen20P · 14.02.2016

Ich finde den Film Klasse. Logisch sind es keine ausgebildeten Meister schauspieler darum ging es auch gar nicht sondern darum als fan seine stars im Kino zu betrachten. Die storie ist einfach und stellenweise übertrieben was den Humor jedoch unterstreicht. Von bekannten Gesichtern wie Ludger pistor als kellner oder Axel stein als Vater wurde in der Kritik nichts erwähnt.
Wer die Kritik geschrieben hat hat von Anfang an was gegen dielochis. Schade. So jemand sollte erst keine Kritiken schreiben.

Plex · 21.12.2015

Sehr guter Kommentar.

"YouTuber" sollten sich einfach an nichts versuchen, was Talent erfordert.. so einfach kann mans abkürzen.

Lochifan · 19.12.2015

Was findet ihr daran so schlimm ich LIEBE diesen Film er ist absolut copl

Büromongo · 15.12.2015

Zusammen mit 'Victoria' & 'Es ist schwer ein Gott zu sein' ganz klar die qualitative Speerspitze kinematographisch wertvoller Beiträge aus Deutschland.

Einfach superb.

darf ich jetzt sterben

Kommentare

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