Brightburn - Son of Darkness (2019)

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Der im Superheldenkino inzwischen fest verankerte „Guardians of the Galaxy“-Regisseur James Gunn lässt in dem von ihm produzierten Schocker „Brightburn: Son of Darkness“ einen Jungen mit übermenschlichen Fähigkeiten von der Kette, der seine Umgebung aufs Übelste terrorisiert.

Brightburn - Son of Darkness (2019)

Eine Filmkritik von Christopher Diekhaus

Superheld im Zerstörungswahn

An mutigen Weltenrettern mit außergewöhnlichen Fähigkeiten mangelte es in den letzten Jahren auf der großen Leinwand eher nicht. Das Schaulaufen der Überkämpfer für die gute Sache nahm vielmehr derart ausgeprägte Formen an, dass es mitunter arg ermüdend wirkte. Filmemacher James Gunn, der die Marvel-Hits Guardians of the Galaxy und Guardians of the Galaxy Vol. 2 inszenierte, wagt sich als Produzent nun an eine düstere Variation des Superheldenmythos heran. Basierend auf einem Drehbuch seines Bruders Brian Gunn und seines Cousins Mark Gunn entstand unter der Regie von David Yarovesky („The Hive“) der fiese Horrorthriller „Brightburn: Son of Darkness“, in dessen Zentrum ein gefährlicher Junge mit verheerenden Superkräften steht.

Auf eher plakative Weise führt der Film dem Zuschauer zu Beginn vor Augen, dass das Ehepaar Tori (Elizabeth Banks) und Kyle Breyer (David Denman) einen unerfüllten Kinderwunsch mit sich herumschleppt. Aus eben diesem Grund zögern die beiden nicht lange, als eines Abends in der Nähe ihres Hauses urplötzlich eine Art Raumkapsel einschlägt, in der sich ein menschlich aussehendes Baby befindet. Kurzerhand nehmen sie den Kleinen bei sich auf und ziehen ihn schließlich groß. Zwölf Jahre später erkennt der Brandon genannte Junge (Jackson A. Dunn), dass er übernatürliche Kräfte besitzt, und nutzt diese immer häufiger für zerstörerische Zwecke.

Superhelden sind echte Katastrophenprofis, bewahren die Erde in schöner Regelmäßigkeit vor gigantischen Gefahren und hadern nicht selten mit ihrer großen Verantwortung. Dieses in vielen Actionblockbustern bemühte Prinzip werfen James Gunn und Regisseur David Yarovesky in Brightburn: Son of Darkness konsequent über den Haufen und präsentieren dem Publikum stattdessen ein übermenschlich begabtes Kind, das in seiner direkten Umgebung denkbar grausam zu Werke geht. Verglichen mit den doch recht handzahmen, massentauglichen Eskalationen der Marvel- und DC-Spektakel ist der kleine, garstige, mit einigen deftig-blutigen Eruptionen garnierte Horrorstreifen erstaunlich roh und kompromisslos.

Kurz angebunden sind die Macher hingegen im Hinblick auf die Backstory und die Beweggründe Brandons. Warum er auf die Erde stürzte, ob er größere Pläne hat und wer genau ihn womöglich zu seinen Taten verleitet, lässt der Film weitestgehend offen. Kryptische Andeutungen scheinen auf eine Fortsetzung abzuzielen, in der man bestimmte Fragen genauer untersuchen könnte. Handlung und Charakterzeichnung fallen – wie so oft in düsteren Genrebeiträgen – eher simpel aus und sind für sich genommen kein Argument für den Kauf eines Kinotickets.

Yarovesky und seinen Mitstreitern gelingt es allerdings, die sattsam bekannten Versatzstücke und Stilmittel des Horrorfilms kompetent und spannungsfördernd zu arrangieren. Immer mal wieder rüttelt Brightburn: Son of Darkness mit einem markanten Schockeffekt auf. Und in manchen Passagen übertragen sich die bedrohliche Stimmung und die Panik der zunehmend verzweifelten Eltern direkt auf den Zuschauer. Aus der Dynamik zwischen Tori und Kyle hätte man gewiss, auch emotional, noch mehr herausholen können. Elizabeth Banks und David Denman verleihen ihren rudimentär entworfenen Figuren jedoch ausreichend Lebendigkeit, sodass man um ihr Wohlergehen bangt. Ordentliche Arbeit liefert nicht zuletzt Jungdarsteller Jackson A. Dunn ab, der mit seiner dämonischen Rolle zwar nicht in die Annalen der Kinogeschichte eingehen wird, Brandons Kaltblütigkeit aber souverän zum Ausdruck bringt.

Am Ende kann man sicherlich bedauern, dass der Film das Potenzial seiner Prämisse nicht vollends ausschöpft und sich mit einem schnörkellosen, derben Horrorritt zufriedengibt. Ebenso gut lässt sich allerdings auch konstatieren, dass Brightburn: Son of Darkness vertraute Elemente erfreulich wirkungsvoll kombiniert und so für 90 Minuten passable Spannungsunterhaltung sorgt.

Brightburn - Son of Darkness (2019)

Was passiert, wenn ein Kind von einer anderen Welt auf der Erde landet – aber anstatt zu einem Helden für die Menschheit zu werden, sich als etwas sehr viel Böseres entpuppt?

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