Brick

Brick

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Gelungener Highschool-Film-Noir

Am Anfang steht – wie so oft – der Tod. Und wie in unzähligen anderen Filmen ist es eine junge und ausnehmend hübsche Frau, die sterben muss und die den Lauf der Geschichte in Bewegung setzt. Kurz nachdem der einzelgängerische Schüler Brendan Frye (Joseph Gordon-Levitt) einen verzweifelten Anruf von seiner Ex-Freundin Emily (Emilie de Ravin) bekommen hat, in dem sie ihn verwirrt und gehetzt um Hilfe bittet, verschwindet die junge Frau und wird wenig später ermordet aufgefunden. Brendan macht sich mit Hilfe seines Freundes The Brain (Matt O’Leary) auf die Suche nach dem Mörder und gerät in seiner Highschool an zwielichtige Typen, die sich plötzlich sehr für ihn und seine Nachforschungen interessieren. Auch die heimliche Königin der Highschool Laura (Nora Zehetner) zeigt mit einem Mal ein mehr als auffälliges Interesse an dem Außenseiter. Doch je tiefer Brendan in die geheimen Verbindungen und Machenschaften innerhalb der Highschool eintaucht, umso gefährlicher wird die ganze Angelegenheit für ihn und es gibt für alle Beteiligten kaum noch einen Weg, sauber aus der Sache raus zu kommen, die Emilys Tod verursacht hat…

Eine tote Schönheit, ein Privatdetektiv wider Willen, Femmes fatales und geheimnisvolle Strippenzieher wie der Drogendealer Pin (Lukas Haas) – das sind normalerweise die Ingredienzien für einen Film Noir aus der goldenen Ära Hollywoods in den Vierzigern und Fünfzigern. Seit einigen Jahren bereits beschäftigen sich immer wieder Regisseure mit Hollywoods Schwarzer Serie, und der Erfolg von L.A. Confidential beweist, dass auch das Publikum großes Interesse an der gelungenen Wiederbelebung des Film Noir hat.

Der junge Regisseur Rian Johnson reiht sich mit Brick nahtlos in die Traditionslinie berühmter Vorgänger ein, doch mit einem relativ simplen Trick versteht er es, den starren Formeln und ungeschriebenen Gesetzen des klassischen Thrillers neues Leben einzuhauchen: Brick spielt nämlich nicht im typischen Milieu eines Film Noir, sondern an einer Highschool in Südkalifornien, sonst eher ein Hort unbeschwerter Jugendlichkeit und erster sexueller Erfahrungen. Bei Johnson allerdings gerät die Highschool zu einem Sumpf an Verderbtheit, Gewalt und Tod.

Ob Rian Johnsons Mixtur aufgeht oder nicht, liegt wie so häufig im Auge des Betrachters – beim renommierten Sundance-Festival war Brick jedenfalls ein großer Publikumserfolg und auch beim diesjährigen Fantasy Filmfest wusste das Werk zu überzeugen. Technisch und visuell ist der Film trotz eines Minimalbudgets brillant und weiß über weite Strecken zu überzeugen, und auch die jungen, weitgehend unbekannten Schauspieler machen einen guten Job. Als einziges wirkliches Problem bleibt die Frage, ob die Verzahnung von Film Noir und kalifornischen Highschools funktioniert. Johnson hat auf jeden Fall mit seiner Entscheidung viel Mut zum Risiko bewiesen auch wenn seine Attacken dann und wann aber auch nach hinten losgehen. Das Aufgreifen des typischen Noir-Slangs und der altbekannten Prototypen reduziert die Kids manchmal zu bloßen Schablonen und Abziehbildern, die in ihrem Zynismus selten nur authentisch wirken. Doch die gnadenlose Stilisierung, die die Glaubwürdigkeit der Figuren unterläuft, ist nicht nur Schwachpunkt des Films, sondern auch eine der unbestrittenen Stärken: Selten wurde man sich der Aktualität des Film Noir auch als kulturelle Blaupause für unsere heutige Zeit so bewusst wie beim Betrachten dieses Films. Wer sich auf Johnsons Experiment einlassen kann, wird jedenfalls zwei Stunden lang bestens unterhalten.
 

Brick

Am Anfang steht – wie so oft – der Tod. Und wie in unzähligen anderen Filmen ist es eine junge und ausnehmend hübsche Frau, die sterben muss und die den Lauf der Geschichte in Bewegung setzt.

  • Trailer
  • Bilder
Meinungen
keith · 20.10.2006

das beste was ich seit langem gesehen habe!!!
man muss sich aber konzentrieren!

Kenny · 22.09.2006

Der Film ist naja... Die Story ist zum Teil verwirrend und man hat manchmal wirklich arge Problem, besonders am Schluss, den Faden zu behalten.
Generell sind die Altersgruppen die in dem Werk mitspielen falsch gewählt. Die Akteure sollten etwa 30 Jahre alt sein, damit es halbwegs glaubwürdig ist. Den halbe Hemden die rumlaufen wie das Sonderkommande und im Film noch zur Schule gehen... naja.
Fazit: Wer unreelle Dramen ohne wirklich gut erkennbaren Zusammenhang liebt, wird diesen Film lieben, alle anderen werden sich über 2 Stunden Zeitverlust ärgern.

PzyKo · 19.09.2006

joa ich hab gestern die preview von brick gesehen, und ich muß sagen
brick ist ein unglaublich fesselnder film mit der nötigen portion (schwarzem) humor. wer auf spannendeund, kurzweilige filme mit ein paar lustigen sprüchen/aktionen steht ist bei bricks bestens aufgehoben

für mich steht jedenfalls fest das er einen platz in meiner sammlung bekommt sobald er als dvd erscheint :)

mfg pzyko

max · 16.09.2006

Absolut fesselnder und beeindruckender Streifen.

jürgen · 23.09.2006

absolut sehenswert

Crusty · 07.09.2006

Also ich finde den Film hervorragend. Die Mischung aus Detektivstory im Stil des Film Noir und Highschool -Film funktioniert nicht nur, sondern überzeugt vielmehr! Die Story baut innerhalb der Suche nach dem Mörder von Emily eine große Spannung auf, die einen wirklich in den Kinosessel drückt. Ich denke, dass der Film nicht ohne Grund so gut beim Sundance Filmfestival und beim Fantasyfilmfest abgeschnitten hat. Bin wirklich froh ihn dort gesehen zu haben.

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.