Breathless

Breathless

Eine Filmkritik von Peter Osteried

"Du, macht mich das Blut fett?"

In Texas lebt man gefährlich. Dort gibt es keine Unfälle, nur lebend und tot. Wenn jemand tot ist, dann fällt die Verteidigung schwer. Ein Freispruch sowieso. Stattdessen droht Kost und Logis im staatlichen Gefängnis. Wie man dem entgehen kann, zeigt die schwarzhumorige Komödie Breathless, die kammerspielartig mit fiesen Momenten und Überraschungen aufwarten kann.
Lorna (Gina Gershon) ruft ihre Freundin Tiny (Kelli Giddish) zu ihrem mitten in der Pampa stehenden Wohnwagen. Dort hat sie ihren Mann Dale (Val Kilmer) niedergeschlagen. Nun wird er gefesselt und verhört. Denn er hat eine Bank überfallen, 100.000 Dollar erbeutet und wollte sich ohne seine Frau aus dem Staub machen. Als Lorna Dale jedoch versehentlich erschießt, gerät alles außer Kontrolle. Wohin mit der Leiche? Wo das Geld finden? Und überhaupt, was macht man mit dem Sheriff, der vor dem Wohnwagen auf einen Durchsuchungsbefehl wartet?

Breathless wäre gerne ein Coen-Film. Das große Vorbild war sicherlich Arizona Junior. Dessen Brillanz erreicht Jesse Bagets Film nie. Aber: Er ist weit besser, als man das von Baget erwarten würde, der bislang solche "Perlen" wie Wrestlemaniac auf die Menschheit losgelassen hat. Der Film entstand offenbar mit geringen Mitteln, weswegen man auch nur in und um den Wohnwagen herum die Geschichte erzählt. Das sorgt für eine Konzentration auf die Figuren, die zwar etwas platt sind, aber davon profitieren, dass gute Mimen wie Gershon oder Ray Liotta sie darstellen. Lediglich Val Kilmer übertreibt in seiner winzig kleinen Rolle schamlos.

Unterhaltsam ist Breathless allemal, allerdings geht dem Film zur Mitte etwas die Puste aus. Erst im letzten Drittel nimmt die Geschichte dann Dank einiger Wendungen und Überraschungen Fahrt auf. Zuviel sollte man hier aber auch nicht erwarten, das Finale ist nach einer gewissen Zeit durchaus abseh- und erwartbar. Dennoch ist Bagets Film eine amüsante Videopremiere, die vor allem von ihrem teilweise sehr makabren Humor lebt. Das mag nicht unbedingt jeder zum Lachen finden, wer mit schwarzen Komödien jedoch etwas anfangen kann, ist hier ganz gut aufgehoben.

Ein Kammerspiel mit zwei sehr gut harmonierenden Schauspielerinnen, die einander anfachen und auch darüber hinwegtäuschen, dass mitunter Leerlauf einsetzt. Kein Meisterwerk, schon gar nicht so hochwertig wie ein Coen-Film, aber eine feiste Komödie, die viel Zeit darauf verwendet, herauszufinden, wie schwer es ist, innerhalb eines begrenzten Raums einen Leichnam verschwinden zu lassen …

Breathless

Lorna (Gina Gershon), eine willensstarke Texanerin, hat von ihrem verlogenen Ehemann Dale (Val Kilmer) und seinem kriminellen Gebahren genug. Also haut sie ihre beste Freundin Tiny (Kelli Giddish) an, um ihr zu helfen Dale los zu werden. Während sie sich bei ein zwei Flaschen Whiskey besprechen, wie sie den rücksichtslosen Dale um die Ecke bringen können, mischt sich Sheriff Cooley (Ray Liotta) ein und die Geschichte wird zu einem verworrenen Racheakt.
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