Blood Letter

Blood Letter

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Wer auf Rache aus ist, der grabe zwei Gräber

Filme aus Vietnam bekommt man nicht oft zu sehen. Sieht man dann doch einen, erwartet man fast, dass er sich mit dem Krieg gegen die USA beschäftigt. Doch weit gefehlt. Blood Letter geht noch weiter in die Vergangenheit zurück und präsentiert sich als Vietnams erster Wuxia-Film.
Tran Nguyen Vu ist in einem Kloster auf einem einsamen Berg aufgewachsen. Als er erfährt, wie seine Familie ums Leben gekommen ist, versucht er, Zugang zum Palast zu bekommen, da er jene töten will, die für den Mord verantwortlich sind. Doch im Palast gerät er in ein feines Geflecht der Ränkeschmiede, erfährt von einem Blutbrief mit kompromittierendem Inhalt, und paktiert mit einer Frau, die ebenfalls allen Grund hat, das Königshaus zu hassen.

Für Vietnam mag diese Art Film etwas Neues sein, für das hiesige Publikum gilt dies aber eher nicht. Blood Letter täuscht gar nicht erst vor, in irgendeiner Weise originell sein zu wollen. Er funktioniert nach den üblichen Mustern asiatischer Historienfilme, wobei der vietnamesische Film noch etwas Hokuspokus einbringt, der aber dank wenig überzeugender CGI-Effekte verpufft.

Mag die Geschichte auch nichts Besonderes sein, so überzeugt Blood Letter durch die Umsetzung. Die Action-Choreographie lebt von purer Dynamik und stilisierten Momenten. Wenn der Film richtig loslegt, dann vibriert er vor Energie, aber die die Action umgebende Geschichte ist äußerst banal und beschäftigt sich mit einer moralischen Frage, die schon spannender durchgekaut wurde: Wird man Frieden finden, wenn man der eigenen Rache nachgeht?

Der Geschichte folgt man nur halbherzig. Dafür beeindruckt die immense Schönheit Vietnams, dessen Landschaft hier in prächtigen Bildern eingefangen wird. Wenn vor solcher Kulisse dann auch noch gehobene Kampf-Choreographie geboten wird, ergibt sich ein gewisser Unterhaltungswert. So gilt: Asien-Kenner werden ständig das Gefühl haben, dass sie an andere Filme erinnert werden — kann man sich damit arrangieren, präsentiert sich das Werk dank schöner Locations und guter Action-Inszenierung als mehr oder weniger unterhaltsam.

Blood Letter

Filme aus Vietnam bekommt man nicht oft zu sehen. Sieht man dann doch einen, erwartet man fast, dass er sich mit dem Krieg gegen die USA beschäftigt. Doch weit gefehlt. „Blood Letter“ geht noch weiter in die Vergangenheit zurück und präsentiert sich als Vietnams erster Wuxia-Film.
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