Blind Wolf

Blind Wolf

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Überzogener Rachefilm mit Grindhouse-Flair

Blinde Schwertkämpfer, das ist in der japanischen Folklore nichts Neues. Um den Wander-Masseur Zatoichi wurden mehr als zwei Dutzend Filme und eine Fernsehserie gestrickt. Es ist ein besonderer Reiz, wenn ein Mann, der einen Sinn eingebüßt hat, dies mehr als wettzumachen in der Lage ist und sich als der bessere Kämpfer beweist, weil er es versteht, seine Umgebung stärker wahrzunehmen. Ein solcher Mann ist auch Blind Wolf.
Ein blinder Samurai will sich an dem Mann rächen, der ihm das Augenlicht genommen und seine Familie abgeschlachtet hat. Jahrelang sucht er nach dem Übeltäter, bis er in einer Wüstenstadt den Unhold Nathan Flesher entdeckt. Doch Flesher hat vorgebaut, er hat sieben Auftragsmörder angeheuert, die seinem Verfolger den Garaus machen sollen.

Dieser Samurai-Western wurde vor ein paar Jahren schon einmal veröffentlicht, soll nun aber mit einem neuen Cover, das sehr stilvoll gestaltet ist, neue Kunden anlocken. Anlocken lassen darf man sich bei diesem Film durchaus, denn die Mixtur aus Western und klassischem Samurai-Film ist eine wilde Zitatensammlung, die zwar über kein Jota Originalität verfügt, aber dafür mit vertrauten Erzählmustern und Bildern punkten kann. Das Ganze erinnert an Kill Bill, an Azumi, an Versus, an allerhand Schwertepen, garniert mit dem Grindhouse-Flair abgenudelter Bahnhofkinos.

An die großen Vorbilder reicht dieser Film natürlich in keiner Sekunde heran, die mit Lust zelebrierte Ästhetisierung der Gewalt zieht aber in den Bann. Es ist ein Rausch irrlichternder Bilder, ein Sergio-Leone-meets-Quentin-Tarantino-auf-Speed-Film, wenn man so will. Die Geschichte selbst leidet unter der hemmungslosen Freude am Abfeiern der epischen Vorgänger, die mitreißenden Kämpfe lassen aber keinen Leerlauf aufkommen. Geschickte Kameraarbeit verbirgt zudem, dass die Schauspieler wohl mehrheitlich nicht allzu viele Erfahrungen mit Martial Arts und Schwertkampf haben, sich aber immerhin so gut schlagen, dass es auf Film gebannt ansprechend aussieht.

Gut, ein paar der Schauspieler sind unterirdisch, aber auch das trägt zum Grindhouse-Flair bei. Blind Wolf ist das was rauskommt, wenn enthusiastische B-Filmer versuchen, ihren Helden nachzueifern.

Blind Wolf

Blinde Schwertkämpfer, das ist in der japanischen Folklore nichts Neues. Um den Wander-Masseur Zatoichi wurden mehr als zwei Dutzend Filme und eine Fernsehserie gestrickt. Es ist ein besonderer Reiz, wenn ein Mann, der einen Sinn eingebüßt hat, dies mehr als wettzumachen in der Lage ist und sich als der bessere Kämpfer beweist, weil er es versteht, seine Umgebung stärker wahrzunehmen.
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