Blackout Journey

Blackout Journey

Trauma goes Pop

Mio (Marek Harloff) ist Musiker in Berlin und will sich endlich freischwimmen von den nervigen Avancen diverser Talentscouts, die ihn dazu überreden wollen, doch endlich mal Songs von anderen zu covern. Am liebsten wäre es ihm, seine eigenen Musik in einem eigenen Studio zu produzieren, doch der Weg dahin scheint weit und kostet zudem eine Menge Geld – Kohle, die Mio natürlich nicht hat. Da erweist es sich als Glücksfall, dass er eines Tages den Brief eines Wiener Notars erhält, indem ihm mitgeteilt wird, dass er nun doch für den Tod seiner Eltern entschädigt werden soll. Die waren vor 18 Jahren Opfer eines terroristischen Anschlags auf dem Wiener Flughafen Schwechat geworden. Doch die Reise ins Glück hat es in sich. Mio hat nämlich noch einen schwer traumatisierten Bruder namens Valentin, der in einem fernen Bergdorf großgeworden ist, und ohne dessen Unterschrift wird nichts aus dem Deal mit dem Tonstudio, zumal der Kaufpreis 80.000 Euro innerhalb von vier Tagen aufgetrieben werden muss. Zähneknirschend macht sich Mio schließlich mit seiner Nichts ahnenden Freundin Stella (Mavie Hörbiger) auf den Weg nach Österreich, nachdem er bei seinen Pflegeeltern mit seinen Bitte um einen kleinen Privatkredit abgeblitzt ist. Es hilft nichts, Mio muss sich mit seiner Vergangenheit und damit auch mit seinem Bruder auseinandersetzen.

Da Mios Bruder Valentin die Existenz seines Bruders verdrängt hat, hält er die beiden für verirrte Touristen und erklärt sich sogar bereit, das Pärchen nach Wien zu begleiten. Im Laufe der Reise allerdings gibt sich Mio seinem Bruder zu erkennen und es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung. Die gemütliche fahrt durch die malerische Landschaft wird mehr und mehr zu einem Horrortrip in die eigene Vergangenheit. Eine Reise, die das Leben von Mio, Stella und Valentin drastisch verändern wird.

Es gibt eine ganze Reihe von Ungereimtheiten in der Story um zwei ungleiche Brüder, die nach fast 20 Jahren gezwungen werden, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinander zu setzen, so etwa die Frage, warum die beiden überhaupt getrennt wurden und warum nach dieser langen Zeit just in dem Moment eine Entschädigung fällig wird, als einer der beiden plötzlich dringend Geld braucht. Das ist schon sehr konstruiert und macht die vielfältigen inneren Konflikte und die angedeuteten Schuldgefühle der beiden wenig nachvollziehbar, zumal die Drehbuchautoren offensichtlich eher einen flotten Action-Knaller als ein psychologisch fundiertes Roadmovie im Sinn hatten. Dass Blackout Journey trotzdem nicht total misslungen ist, liegt allein an drei passablen Hauptdarstellern, cooler Musik und dem heimlichen Star des Films, einen goldenen Citroen DS 21 Cabrio. Wer dieses Gefährt gerne bildfüllend über schöne Alpenstraßen fahrend sehen mag, dem sei dieser Film wärmstens ans Herz gelegt, wer sich allerdings für die Frage interessiert, wie Menschen mit einem Trauma aus ihrer Vergangenheit umgehen, wird zweifelsohne enttäuscht werden.

Blackout Journey

Mio (Marek Harloff) ist Musiker in Berlin und will sich endlich freischwimmen von den nervigen Avancen diverser Talentscouts, die ihn dazu überreden wollen, doch endlich mal Songs von anderen zu covern.

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