Black Cats

Black Cats

Eine Filmkritik von Martin Beck

Pralle Schenkel – schwarze Haut

Und nun zu etwas völlig anderem: Einem obskuren Sexploitation-Heuler namens Black Cats, der 1974 in Deutschland sogar im Kino lief (wenngleich stark geschnitten) und jetzt, satte 40 Jahre später, seine Heimkinopremiere feiert: In der zehn Minuten längeren Originalfassung. Die genau das kondensiert, was der gemeine Bahnhofskino-Schmierlappen zum erfolgreichen Zeltbau benötigt: schmierigen Sex, unrasierte Frauenpower, degenerierte Chauvi-Schweine und juristisch bedenkliche Gewalt.
Der Regisseur von Black Cats ist Henning Schellerup, eine schillernde Figur aus dem B- bis C-Keller, der in seiner fruchtbaren Karriere zum Beispiel Kuss der Tarantel, Stille Nacht Horror Nacht, Der Berserker, The Black Bunch oder die TV-Serie Der Mann in den Bergen inszeniert hat. Absolut selbstverständlich also, dass der Film gleich am Anfang vier Schülerinnen Opfer einer heftigen Vergewaltigung werden lässt. Die Mädels nehmen daraufhin Karate- und Schießunterricht und üben sofort grausame Vergeltung – nur bekleidet mit Unterhosen, Lederjacken mit "Black Alley Cats"-Logo und Zorro-Masken.

Schellerup braucht für all das gerade mal zehn gehörig rauchende Minuten, und der Rest des Films hat es dann ebenfalls in sich, allerdings ohne wirkliche Handlung oder gar Spannungsbogen. Die Mädels finden auf jeden Fall Gefallen an ihren Taten und machen munter weiter, zum Beispiel mit Raub, Erpressung, erzwungenem Gruppensex, Gekloppe unter der Dusche, ganz viel Brustwarzen-Lecken, einem Arzt, der zuerst betäubt und dann vergewaltigt, einer lesbischen Schulleiterin, die blutige Wunden antörnen, und zwei Polizisten, die dank eines Aphrodisiakums Sex bis zum Herzstillstand haben müssen.

Mit anderen Worten: Exploitation aus dem Lehrbuch, erstaunlich brutal, extrem frauenfeindlich und ebenso extrem rassistisch. Die Seele des Films, sofern man denn das schwarze, hässliche, stinkende Etwas im Zentrum hier als solche bezeichnen möchte, ist erzwungener Sex, der sich vorwiegend gegen schwarze Frauen richtet und vorwiegend von sleazigen weißen Männern ausgeht. Schellerup lehnt sich bei Black Cats ganz schön weit aus dem Fenster und geht drastischer zur Sache als es eigentlich sein müsste. Viele Exploitation-Filme sind ja vorzugsweise langweilig, mit einer paar erigierten Spitzen, doch hier ist einfach nonstop Randale, fast schon so, als stand neben dem Regisseur eine Eieruhr, deren Bimmeln alle fünf Minuten an nackte Frauen und Sex erinnert hat.

Aus formaler Sicht ist bei dem Film natürlich nichts zu holen, das alles riecht streng nach Low-Low Budget, doch so richtig aussprechen traut man sich das nicht. Wenn die "Black Alley Cats" davon Wind bekommen, gibt es nämlich saftige Eiertritte, ausgeführt von buschigen Zimtzicken, die unter Feminismus Selbstjustiz und Männerhass verstehen. Black Cats ist völlig verwahrloster Bahnhofs-Trash, der einfach nicht zu bezwingen ist und ständig nach mehr Ärger sucht als man jemals austeilen möchte. "Das wird ihnen eine Lehre sein, sich mit den "Black Alley Cats" anzulegen". Allerdings, genauso wie auch: "Zu zweit mit einer kessen Nudel – besser bumst sich's gleich im Rudel."

Bereits erschienen sind von Black Cats limitierte (und ziemlich teure) Hartboxen, jetzt folgt eine reguläre DVD. Wie zu erwarten sind Bild- und Tonqualität das genaue Gegenteil von Guardians of the Galaxy, nennenswerte Extras gibt es nicht. Es sollte kein Problem sein, sich diesmal nur auf die Freude an der Anwesenheit des Films zu berufen.

Black Cats

Und nun zu etwas völlig anderem: Einem obskuren Sexploitation-Heuler namens "Black Cats", der 1974 in Deutschland sogar im Kino lief (wenngleich stark geschnitten) und jetzt, satte 40 Jahre später, seine Heimkinopremiere feiert.
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