Being Julia

Being Julia

Theaterdonner

Die Schauspielerin Julia Lambert (Annette Bening) steht im London des Jahres 1938 auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und verhält sich auch dementsprechend. Launisch und zickig bis divenhaft gibt sie den umjubelten Theaterstar, dem die Welt zu Füßen liegt. Doch der Zahn der Zeit nagt an der Grande Dame des Londoner Theaters, langsam aber sicher spürt sie, wie ihr Körper, ihr größtes Kapital, nun mit Mitte 40 einfach die ganz normalen Alterungsspuren zeigt – für die exzentrische Lady ein verdammt guter Grund für eine handfeste midlife crisis. Also muss ein neuer Mann her, denn die Ehe mit dem Theateragenten Michael Gosselyn (Jeremy Irons) ist nach zehn Jahren längst schal und öde geworden.

Was für ein Glück, dass ihr Gatte ihr genau in dieser Situation den jungen Amerikaner Tom Fennel (Shaun Evans) vorstellt. Denn der ist jung, attraktiv und anscheinend auch willig genug, um sich auf einer Affäre mit der Diva einzulassen. Auf die wirken die amourösen Verwicklungen wie ein Jungbrunnen, und schnell sind die Sorgen um die eigene Vergänglichkeit verflogen im Rausch der Sinne. Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße, denn schon bald muss Julia erkennen, dass Fennel sein eigenes Spiel treibt und sie mit der jungen Schauspielerin Avice Crichton (Lucy Punch) betrügt. Doch damit nicht genug, er versucht auch noch, seine junge Geliebte in Julias neuem Stück unterzubringen. Zur großen Überraschung der gesamten Theaterszene und zur Londoner Öffentlichkeit, die die Affärchen gebannt verfolgt, protegiert Julia nonchalant die attraktive Nebenbuhlerin Avice. Die schon bald ein Techtelmechtel mit Julias Ehemann Michael beginnt. Als die Premiere des neuen Stückes allerdings ansteht, für das Julia großzügig ihren Platz auf der Bühne für Avice geräumt hat, müssen alle Beteiligten einsehen, dass Julia immer noch die beste Schauspielerin ist. Denn mit Hilfe ihres Lehrmeisters Jimmy, der ihr stets mit Rat und Tat zur Seite steht, hat sie eine faustdicke Überraschung auf Lager, mit der niemand gerechnet hat…

Mit sichtlicher Spielfreude hat sich Regie-Altmeister István Szabó des Romans Theater von William Somerset Maugham angenommen und spielt genüsslich mit Klischees vom Theater, wie sie seit Jahr und Tag durch die einschlägige Literatur geistern: Da ist die alternde Diva, für die Spiel und Realität mehr und mehr zusammenfallen, der Theateragent, der hinter jedem Rock her ist, die jungen aufstrebende Aktrice, die alle Register zieht, um endlich eine große Hauptrolle zu ergattern, und schließlich ein alterweiser Mentor, dessen Ratschläge das Tohuwabohu schließlich zu einem überraschenden Ende führen. Beste Unterhaltung also, die von der Anlage her zwar leicht zu durchschauen ist, aber immerhin mit einem überraschenden Ende aufwarten kann. Nett, mehr aber auch nicht.

Being Julia

Die Schauspielerin Julia Lambert (Annette Bening) steht im London des Jahres 1938 auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und verhält sich auch dementsprechend.

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Meinungen
Linnemann · 13.04.2005

Annette Bening geht einem mit ihrer Art fürchterlich auf die Nerven. Ein seichtes, banales Boulevard-Stück, das nur alte Damen beglückt, deren Männer schon vor vielen Jahren wegen einer Jüngeren abgehauen sind.

Kommentare

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