Behind the Couch – Casting in Hollywood

Behind the Couch – Casting in Hollywood

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Der Traum vom Leben vor der Kamera

Es gibt sie jede Woche im Fernsehen zu besichtigen, die jungen, hoffnungsvollen Talente, die ihr Heil in Casting-Shows suchen, um ein wenig von dem Ruhm abzubekommen, den Film und Fernsehen permanent versprechen. Was in Deutschland noch verhältnismäßig bescheidene Ausmaße hat, ist in der Stadt der Träume längst zu einem schmuddeligen Mythos verkommen, der süffisant als Casting-Couch bekannt geworden ist. Jahr für Jahr suchen Zehntausende aus allen Teilen der USA und von nahezu überall auf der Welt hier ihr Heil, getrieben von der Hoffnung auf ein klein wenig Ruhm – Träume, die viel zu selten Realität werden.

An Schauspielern und solchen, die es werden wollen, herrscht wahrhaft kein Mangel in Kalifornien. Die Screen Actors Guild – die Gewerkschaft der Schauspieler — hat 118.000 Mitglieder, von denen mehr als 80.000 arbeitslos gemeldet sind. Und mindestens noch einmal 120.000, so schätzt man sind gewerkschaftlich nicht organisiert. Ein riesiges Reservoir an Akteuren, die die Aussicht auf den Durchbruch oder auch nur eine kleine Rolle ähnlich wahrscheinlich erscheinen lässt wie einen Sechser im Lotto, inklusive der richtigen Zusatzzahl versteht sich. Der Weg zu erhofften kleinen Statisten- oder sogar Sprechrolle in einem Film – ganz gleich ob große Studioproduktion oder kleiner Independent-Streifen – führt über die zahlreichen Casting-Agenturen Hollywoods. Sie entscheiden über Karrieren und zerstörte Hoffnungen, können junge Talente in den Himmel heben oder geradewegs in die Hölle verfrachten.

Veit Helmer, der bislang als Regisseur von Spielfilmen wie Tuvalu (1999) oder Tor zum Himmel (2003) auf der anderen Seite des Entscheidungsprozesses stand, hat in seiner Dokumentation Behind the Couch – Casting in Hollywood den Casting-Agenten Hollywoods genauso auf die Finger geschaut wie all jenen Möchtegern-Stars und Sternchen, die mit großen Hoffnungen und ebensolchen Ambitionen nach Tinseltown fahren, um in den allermeisten Fällen enttäuscht und ernüchtert wieder nachhause zu fahren. Helmer war unter anderem beim Casting zu Wim Wenders Film Don’t come knocking dabei und begegnete der Casting-Agentin Zora DeHorter, durch die er einen intimen Blick in das knallharte Geschäft erhielt. Und er begegnete vielen Schauspielern und vor allem Schauspielerinnen, die einen gut im Geschäft, die anderen, die immer noch auf die eine Chance warten, die das Glück wenden soll. Doch die meisten kehren enttäuscht wieder zurück in ihre Heimat. Ein ernüchternder und zugleich erhellender Einblick in die Glitzerwelt der Filmbranche, der einem nahezu jede Illusion raubt.
 

Behind the Couch – Casting in Hollywood

Es gibt sie jede Woche im Fernsehen zu besichtigen, die jungen, hoffnungsvollen Talente, die ihr Heil in Casting-Shows suchen, um ein wenig von dem Ruhm abzubekommen, den Film und Fernsehen permanent versprechen.

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