Bayala - Das magische Elfenabenteuer (2019)

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„bayala“ ist ein neuerlicher Versuch eine Spielzeugmarke auf die Leinwand zu bannen und soll eine Welt voller Magie darstellen. Stattdessen ist alles Plastik.

Bayala - Das magische Elfenabenteuer (2019)

Eine Filmkritik von Rochus Wolff

Marketingdesaster mit Flügeln

Lassen wir uns für einen Moment auf die Erzählung ein: Im Land „bayala“, das aus unerfindlichen Gründen kleingeschrieben wird, leben eine Reihe von unterschiedlichen Elfenstämmen, deren Lebensaufgabe es ist, die Eier von Drachen zu beschützen, die auf dem Drachenberg leben. Warum die Drachen das nicht selbst tun (oder was sie sonst die ganze Zeit machen), wird nicht weiter erklärt; sie erzwingen das jedenfalls nicht – diese Drachen sind freundliche, in Pastell- und Primärfarben glitzernde Wesen –, sondern es gehört zum Gleichgewicht des Landes.

Als dann Ophira, Königin der Schattenelfen, alle Dracheneier in ihre Gewalt und ein geheimes Versteck bringt, gerät diese Balance aus den Fugen, „das Welken“ beginnt und zerstört, so erfahren wir in der gesprochenen Exposition, „langsam das Land“. Fünf Jahre später, als Prinzessin Eyela zur Königin der Sonnenelfen gekrönt werden soll, taucht auf einmal wieder ein Drachenei auf – und es gibt Hoffnung, dass die Magie ins Land der Elfen zurückkehren könnte. Also muss das Ei heimlich, damit Ophira es nicht sieht, zu den Drachen geschmuggelt und ein „Drachenfest“ vorbereitet werden. Große Aufregung!

Falls Sie Kinder haben, die gerne mit den kleinen, starren Plastikfiguren der Firma Schleich spielen, haben Sie vielleicht schon einmal von „bayala“ gehört – das ist gewissermaßen die Untermarke, unter der das Unternehmen seine Fantasy-Figuren zusammengefasst hat, eine nur vage beschriebene Welt, in der Einhörner, Drachen und Elfen friedlich miteinander leben. bayala – Das magische Elfenabenteuer soll diese Welt nun, vermutlich nach dem Vorbild von The Lego Movie, auf die große Leinwand bringen und den ganzen Figürchen noch so etwas wie eine Hintergrundgeschichte geben.

Gerade erst diesen Sommer sind zwei Versuche, Spielzeugmarken ins Kino zu bringen, mehr oder minder lautstark krachend gescheitert. Playmobil: Der Film war einfach eine viel zu naheliegende Kopie des schon erwähnten (so gelungenen wie erfolgreichen) Lego-Films, und UglyDolls ein erbärmlicher Versuch, um aus den vermeintlich hässlichen Puppen gleichen Namens so etwas wie eine Art Anti-Beauty-Befreiungstheologie zu stricken.

Solche Bestrebungen kann man bayala – Das magische Elfenabenteuer wahrlich nicht vorwerfen; hier sind alle Figuren – bis auf eine einzige, die als ältere Lehrerin spät eingeführt wird – normschön und schlank, stets wohlfrisiert und von makellosem Antlitz. Genau genommen sehen all die Gesichter und Figuren nahezu gleich aus und erinnern unverkennbar an das Plastik, aus dem ihre Vorbilder gemacht sind.

Bewegungen und Mimik der Figuren wirken so, als seien sie aus einem zweitklassigen Computerspiel der vorletzten Generation entsprungen, die Landschaften, durch die sich die Elfenzüge bewegen, wirken zwar auf den ersten Blick bunt und prachtvoll (vom groß angekündigten „Welken“ übrigens keine Spur), sind dann aber nicht nur starr und unbeweglich, sondern auch ohne jeden Funken von Leben.

Die Handlung kann mit ein paar minimal hübschen Ideen aufwarten (zum Festmahl gibt es gebackene Tautröpfchen!), und Ophiras Rabe Munyn soll uns zeigen, dass die vier(!) Drehbuchautor_innen (Pamela Hickey, Dennys McCoy, Vanessa Walder und Jeffrey Hylton) sogar schon mal etwas von nordischer Mythologie und Odins Raben Munin gehört haben. Für die niedlichen Tiere (noch so ein Schleich-Product-Placement), die die anderen Elfen begleiten, war nur ein Gag übrig, der immer wiederholt wird: der Vogel fliegt immer mal wieder gegen Äste oder Pferde, der Waschbär hat halt immer Hunger. IMMER.

Auch alles, was sonst noch geschieht, ist ebenso austauschbar und langweilig wie die beteiligten Figuren. Es gibt einen Subplot um die Frage, ob die Protagonistin Surah (gesprochen von Josefine Preuß) eventuell böse sein könnte, weil sie in Gefangenschaft der Nachtelfen aufgewachsen ist (und deshalb – uiuiui! – nicht nur andere Flügel hat als die restlichen Sonnenelfen, sondern auch den sogenannten „Windzauber“ beherrscht). Letztlich bleibt aber sogar der Konflikt mit der Antagonistin Ophira reine Oberfläche, die Beziehung zwischen der fünf Jahre verschollenen Surah und ihrer Zwillingsschwester Sera bewegt sich in Sekunden von Unbekannt zu Alles Klar, und dann gibt es noch einen völlig kryptisch-tumben Spruch, der immer wieder wiederholt wird und so etwas wie die mythische Verbundenheit von allem im bayala-Universum ausdrücken soll, aber stattdessen einfach nur offenbart, welche hirnverbrannte Leere in diesen kleinen Plastikköpfchen steckt: „Kind und Wasser, Blatt und Stein. Alles anders, alles eins.“

Ross Antony spricht den König der Waldelfen, der vage Vibes eines rassistischen Stereotyps („wir haben den Rhythmus im Blut“) abstrahlt, aber dieses ephemere Gefühl ist wirklich auch schon das einzige, was an diesem Film irgendwie konfliktträchtig sein könnte – ansonsten ist Aina Järvines und Federico Milellas Machwerk eine unfassbar langweilige, unfassbar uninteressante Produktpräsentation, gegen die die diversen Barbie-Filme wie komplexe, lebensbejahende Dramen wirken.

Bayala - Das magische Elfenabenteuer (2019)

Die Elfenwelt bayala ist ein Land der Magie, bevölkert von unterschiedlichen Elfenstämmen, die im Einklang mit der Natur leben. Riesige Blüten und zauberhafte Pflanzen bieten ihnen auf magische Weise Unterkunft und Nahrung. Im Blütenpalast der Sonnenelfen herrscht anlässlich der Krönungszeremonie von Prinzessin Eyela Hochbetrieb. Doch die Krönung fällt in eine schwere Zeit: Das „Welken“ der wundersamen Pflanzen breitet sich unaufhaltsam aus. Auch die magischen Drachen sind nahezu ausgestorben und mit ihnen die Magie von bayala. Natur und Leben schwinden - bayala ist in Gefahr …

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Meinungen
Clemens R. · 07.11.2019

Den Vorrednern kann ich mich nur anschließen. Ja, die Figuren sind natürlich auch zum Nachkaufen gedacht, aber das machen die großen (Lego, Marvel, Playmobil, etc.) doch ganz genauso.
Für Sechsjährige ist das ein toller Film - tatsächlich mal einer, der das Alter der Zielgruppe berücksichtigt. Und auch ich konnte ordentlich lachen und wage zu behaupten, dass der Waschbären zumindest in Tradition von Scrat (Ice Age) handelt und beinahe genauso unterhaltsam ist.

Marion S. · 26.10.2019

Ich musste den Film mit meinen Töchtern gucken und war angenehm überrascht, es weder mit allzu großem Kitsch und pinkem Glitter noch mit Gender-Stereotypen zu tun zu kriegen. Ja, alles harmlos und ohne große Aufregung, aber für 5- und 7-jährige Elfennärrinnen richtig.
Verstehe nicht ganz, wo so eine abgrundtiefe Verachtung für ein Zeichentrickfilmchen herkommt.

Sebastian · 24.10.2019

Was für ein unqualifizierter, pseudo-intelligenter Artikel. Schon mal daran gedacht, an welches Publikum sich der Film richtet und was der Anspruch dieses Publikums ist. Bitte keine weiteren Artikel verfassen....es gibt auch andere tolle Jobs.

Kommentare

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