Battle of the Year

Battle of the Year

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Strenge Stereotypen-Verwertung

Die Idee war simpel: Wenn die Step Up-Filme mit ihren Tanzeinlagen regelmäßig schöne Gewinne erwirtschafteten und die Fans stets aufs Neue ins Kino pilgerten, dann muss es doch auch einen Markt für einen ähnlich gelagerten Film geben, in dem Breakdance im Mittelpunkt steht. Es sollte sozusagen ein sicherer Film sein, eine Maschine zum Gelddrucken, am Optimalsten gleich der Startpunkt für eine ganze Reihe. Nur: Es hat nicht funktioniert!
Beim Battle of the Year, dem Großereignis in Sachen Breakdance, hat schon seit 15 Jahren kein amerikanisches Team mehr gewonnen. Hip-Hop-Mogul Dante, der einst als B-Boy selbst groß geworden ist, kann das nicht ertragen. Schon alleine, weil seine Firma irgendwann auch den Bach runtergeht, wenn das Interesse bei der amerikanischen Jugend nicht geweckt werden kann. Er heuert den ausgebrannten Basketball-Coach Blake an, der aus einer Reihe individueller B-Boys ein Dream Team zusammenstellen und innerhalb von drei Monaten darauf vorbereiten soll, beim Battle of the Year die Weltmeisterschaft zu gewinnen.

Die Erbsenzähler in Hollywood sind anders als kleine Kinder. Kinder greifen einmal auf die heiße Herdplatte und haben ihre Lektion dann gelernt. In Hollywood ist das anders. Executives glauben immer noch, dass man Hits planen kann. Sie greifen Jahr für Jahr auf die Herdplatte, verbrennen sich ordentlich, aber können es kaum erwarten, wieder ihre kleinen Patschhändchen auf die heiße Platte zu legen. Es mag eine Form von Masochismus sein – oder einfach nur Dummheit. Das Ergebnis ist auf jeden Fall, dass man Filme wie Battle of the Year vorgesetzt bekommt.

Der Film hat keinen einzigen originellen Knochen im Leib. Er ist streng nach Stereotyp gestaltet, was Geschichte und Figuren anbelangt. Es könnte um jede Sportart gehen. Dass es Breakdance ist, ist im Grunde reiner Zufall. Es hätte ebenso gut Flohhüpfen sein können. Battle of the Year hält sich an die etablierte Formel eines jeden Sportfilms. Das ist nicht verwerflich, das machen viele Filme so. Klischees gibt es, weil sie funktionieren. Bei einem Sportfilm muss dann aber der sportliche Bereich punkten, wo die narrative Struktur einfach nichts zu bieten hat. Dass Regisseur Benson Lee ein Faible fürs B-Boying hat, wie er 2007 mit der Dokumentation Planet B-Boy bewiesen hat, merkt man diesem Film jedoch nicht an. Er hat Tänzer – keine Schauspieler – angeheuert, die eigentlich wissen sollten, was sie tun. Aber die Choreographie lässt einen schlichtweg kalt. Es mag am Schnitt liegen, der verhindert, dass sich die Bewegungsenergie auch auf den Film überträgt, im Endergebnis bleibt das Ganze aber einfach seelenlos. Spielereien wie Splitscreens ändern daran nichts. Im Gegenteil, sie wirken wie der verzweifelte Versuch, die Optik aufzuwerten.

Ein Film wie Battle of the Year muss keine gute Geschichte erzählen. Selbst auf schauspielerische Glanzleistungen kann man verzichten (und muss es auch, Josh Holloway schlafwandelt durch den Film, die B-Boys sind nicht der Rede wert und Disney-Star Josh Peck schaufelt weiterhin am Karrieregrab, nur Caity Lotz lässt ein bisschen Esprit aufblitzen). Aber die Tanzeinlagen und die Musik müssen punkten. Sie tun es nicht. Damit ist alles gesagt.

Battle of the Year

Die Idee war simpel: Wenn die „Step Up“-Filme mit ihren Tanzeinlagen regelmäßig schöne Gewinne erwirtschafteten und die Fans stets aufs Neue ins Kino pilgerten, dann muss es doch auch einen Markt für einen ähnlich gelagerten Film geben, in dem Breakdance im Mittelpunkt steht. Es sollte sozusagen ein sicherer Film sein, eine Maschine zum Gelddrucken, am Optimalsten gleich der Startpunkt für eine ganze Reihe. Nur: Es hat nicht funktioniert!
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