Auswege

Auswege

Der Kreislauf der Gewalt

Claudia, Sladjana und Margit sind Frauen eines unterschiedlichen Alters, sozialer Herkunft und Vorgeschichte. Langsam und stufenweise beginnt jede für sich zu erkennen, welchen Dauerschockzustand sie lange Zeit als normal, akzeptiert hat. Denn alle drei stecken in einer Gewaltbeziehung. Durch „Wegweiser“, die ihnen im Laufe der Geschichte begegnen, beginnen sie aus der Falle ihrer Gegenwart hinauszuschauen und plötzlich so etwas wie eine Zukunft zu entdecken. Denn der Druck auf alle drei Frauen wird so gewaltig, dass der Ausbruch aus dem Teufelskreis der Abhängigkeiten der einzige Ausweg wird.

Sladjanas Mann Dragan beginnt seine Frau plötzlich mit Eifersuchtsattacken zu quälen. Er bestraft Sladjana (Mira Miljkovich) dadurch, dass er ihr die Kinder wegnimmt und sie bei seiner Mutter unterbringt. Außerdem hat sie Angst, dass sie - sollte sie sich von ihm trennen - aus dem Land verwiesen wird, da sie keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. So hilft ihr schließlich nur noch die Flucht ins Frauenhaus.

Nachdem Werner (Manfred Stella) ein paar Tage zuvor von der Polizei weggewiesen worden ist, kommt er reuevoll zu seiner Frau Claudia (Liese Lyon) zurück. Als er heulend um Entschuldigung bittet, lässt sich Claudia dazu überreden, ihn wieder bei sich aufzunehmen. Gleich darauf, als Claudia von einem Treffen mit ihrer Freundin Susi später als vereinbart nach Hause kommt, rastet Werner jedoch erneut aus und vergewaltigt Claudia. In immer knapperen Abständen erniedrigt Werner ab jetzt Claudia auch vor den Kindern. Doch erst ein Übergriff gegen seine Tochter Sophie veranlasst Claudia stärker zu reagieren.

In Margits Leben (Dagmar Schwarz) dominiert die Angst vor ihrem Ehemann Hans. Mithilfe von Esoterik, Karaoke und Französischkursen versucht sie ihre Lebenssituation zu verdrängen. Ihre Versuche, sich ihrem Sohn und ihrer künftigen Schwiegertochter anzuvertrauen, scheitern. Und doch schafft sie es, ihn eines Tages zu verlassen – eine Befreiung, auch für den Zuschauer.

Nach einem Drehbuch von Barbara Albert (Nordrand, Böse Zellen) drehte die junge bosnische Filmemacherin Nina Kusturica, Absolventin der Wiener Filmakademie, ein hyperrealistisches Drama von den Schlachtfeldern der Ehe. Mit dem gleichen schonungslosen Blick für die sozialen und zwischenmenschlichen Schieflagen, der nahezu die gesamte junge Filmlandschaft derzeit auszeichnet, legt sie den Finger in die offenen Wunden der verdrängten und doch alltäglichen häuslichen Gewalt, die freilich nicht nur in Österreich, sondern auch hierzulande ein brisantes und tot geschwiegenes Thema ist.

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Claudia, Sladjana und Margit sind Frauen eines unterschiedlichen Alters, sozialer Herkunft und Vorgeschichte. Langsam und stufenweise beginnt jede für sich zu erkennen, welchen Dauerschockzustand sie lange Zeit als normal, akzeptiert hat.

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Der Kreislauf der Gewalt
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Filmlänge
90 Min
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