Anthony Hopkins Edition

Anthony Hopkins Edition

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Sir Anthony im Dreierpack

Ob er einen Präsidenten, einen Arzt, einen Psychopathen, einen Professor, einen Pater oder den Othello mimt – dem britischen Schauspieler Anthony Hopkins haftet in nahezu allen seinen Rollen ein kräftiger Hauch von Distanz an, der seine darstellerischen Qualitäten signifikant dominiert. Mit 75 Jahren, in denen er in über 120 Filmen mitwirkte, ist er nach wie vor bestens im Geschäft, hat mit seinem wohl berühmtesten Auftritt als Hannibal Lecter in Das Schweigen der Lämmer / The Silence of the Lambs unter der Regie von Jonathan Demme einen Oscar als Bester Hauptdarsteller abgeräumt, darf sich seit 1993 Sir nennen und hat seit 2003 einen Stern auf dem Walk of Fame inne.
Mit Der Elefantenmensch / The Elephant Man von David Lynch aus dem Jahre 1980, der Litaraturverfilmung Wiedersehen in Howards End / Howards End (1992) unter der Regie von James Ivory nach dem Roman von E. M. Forster sowie dem episodisch angelegten Drama Bobby – Sie alle hatten einen Traum / Bobby, den Emilio Estevez 2006 über das Attentat an Senator Robert F. Kennedy inszeniert hat, präsentiert die Anthony Hopkins Edition von Arthaus drei sehr unterschiedliche Filme mit dem Schauspieler aus drei Jahrzehnten. Obwohl er in keinem dieser Werke explizit eine Hauptrolle verkörpert, prägt Anthony Hopkins alle jedoch durchweg mit seiner starken und intensiven Präsenz.

Der humanistische Arzt in Der Elefantenmensch, der den als Monster ausgestellten Joseph Merrick (John Hurt) behandelt, der hinterlistige Witwer aus Wiedersehen in Howards End, der die freigeistige Margaret (Emma Thompson) berechnend umwirbt, sowie der pensionierte, in Erinnerungen schwelgende Türsteher des Ambassador Hotels in Los Angeles, das die Ankunft von Senator Robert F. Kennedy (Dave Fraunces) zur Feier der Vorwahlen der bevorstehenden US-Präsidentschaft erwartet, stellen allesamt markante männliche Charaktere dar, die Anthony Hopkins mit konzentrierter, geradezu disziplinierter Präzision und gewohnter Souveränität zum Leben erweckt.

Zum einen wird in dieser Edition mit den ersten beiden Filmen der Geist des Viktorianischen Zeitalters beschworen, und andererseits stellt Bobby eine nostalgische, eindrucksvolle, bis mitunter ein wenig rührselige kleine Geschichte am Rande der großen US-amerikanischen Historie dar, die auf bewegende Weise ein einschneidendes und erschütterndes Ereignis innerhalb der alltäglichen Routine des Luxushotels skizziert, in dem in der Nacht vom 4. auf den 5. Juni 1968 das schließlich tödliche Attentat auf Robert F. Kennedy verübt wurde. Geschichtsträchtig und mit Akteuren wie Anne Bancroft, Harry Belafonte, Vanessa Redgrave, Emma Thompson und John Hurt hochkarätig besetzt bietet die Anthony Hopkins Edition komplexe Dramen, die einiges an moralischem, nachdenklich stimmendem Stoff transportierten.

Anthony Hopkins Edition

Ob er einen Präsidenten, einen Arzt, einen Psychopathen, einen Professor, einen Pater oder den Othello mimt – dem britischen Schauspieler Anthony Hopkins haftet in nahezu allen seinen Rollen ein kräftiger Hauch von Distanz an, der seine darstellerischen Qualitäten signifikant dominiert.
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