An Inconvenient Sequel: Truth to Power

An Inconvenient Sequel: Truth to Power

Eine Filmkritik von Maria Wiesner

Neues Ende, gleicher Kampfgeist

Al Gore ist ein unverbesserlicher Optimist. Und als solcher verkündete er bei der Premiere seines Dokumentarfilms An Inconvenient Sequel in Cannes vor der Weltpresse, dass er mit Trump mehrmals gesprochen habe und dass die Chancen nicht schlecht stünden, dass dieser trotz aller Vorbehalte gegen die Bekämpfung des Klimawandels zumindest im Klimaschutzabkommen von Paris bleiben würde. "Ich glaube daran, dass es eine ziemlich gute Chance gibt, dass er (Trump) viele überraschen wird." Die Schlagzeile ging um die Welt. Doch wenige Wochen später wurde Gore eines Besseren belehrt: Trump kündigte den Pariser Beschluss komplett auf.
Wie sehr ihn dies erschüttert haben muss, sieht man an der aktuellen Version des Films, die nun in die deutschen Kinos kommt. Sie hat ein neues Ende. Nicht viel wurde hinzugefügt, doch den Austritt der USA berücksichtigt der Film nun doch noch. Auch einen deutlichen Seitenhieb auf die Entscheidung des Präsidenten kann sich Gore nicht verkneifen: "Amerika ist neben Syrien und Nicaragua das einzige Land, das den Vertrag von Paris nicht unterstützt."

Diese jüngsten Entwicklungen geben dem Film noch einmal einen letzten kämpferischen Impuls. Besonders, wenn man bedenkt, wie lang und eindrucksvoll Gores Rolle während der Verhandlungen beim Klimagipfel in Paris inszeniert wurde. Da saß er noch als eifriger Vermittler im Hintergrund, feierte mit seiner Crew den Erfolg, als schlussendlich auch Indien den Vertrag unterschrieb. Und dann dieses Ende.

Doch Gore wäre nicht Gore, wenn er nicht auch diesen Rückschlag zu nutzen wüsste. Im Laufe seiner jahrzehntelangen Karriere hat er wie ein Stehaufmännchen so manche politische Niederlage weggesteckt. Und auch dieser neueste Rückschlag zündet seinen Kampfgeist: "Wenn Präsident Trump sich weigert, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, dann wird das amerikanische Volk das tun", sagt Gore in den letzten Minuten des Films. Dann folgt der Abspann mit den konkreten Aufrufen und Maßnahmen, die beschreiben, was ein jeder tun kann, um die Erde vor dem Untergang durch die Klimakatastrophe zu schützen. An der pathetischen Musik wurde auch hier leider nicht gespart, doch der Appell wirkt vor dem Hintergrund dieser letzten Änderung noch dringlicher.

An Inconvenient Sequel: Truth to Power

Al Gore ist ein unverbesserlicher Optimist. Und als solcher verkündete er bei der Premiere seines Dokumentarfilms "An Inconvenient Sequel" in Cannes vor der Weltpresse, dass er mit Trump mehrmals gesprochen habe und dass die Chancen nicht schlecht stünden, dass dieser trotz aller Vorbehalte gegen die Bekämpfung des Klimawandels zumindest im Klimaschutzabkommen von Paris bleiben würde.
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