Agata und der Sturm – Agata e la Tempesta

Agata und der Sturm – Agata e la Tempesta

Wenn die Liebe Funken schlägt

Die Buchhändlerin Agata (Licia Maglietta, besser bekannt als \"die aus Brot und Tulpen\") hat einen kleinen Laden mitten in Genua. Durch ihrer pure Energie brennen Glühbirnen durch, stürzen Computer ab und Ampeln beginnen zu blinken. Klar, dass auch das Privatleben der 40-jährigen ein einziges Chaos und längst nicht so wohlgeordnet wie das Sortiment in ihrem Laden ist. Da ist zum einen der wesentliche jüngere junge Nico (Claudio Santamaria), genannt „der junge Werther“, der Buch um Buch kauft und ihr dabei ziemlich offensichtlich schöne Augen macht. Dumm nur, dass der Latin Lover verheiratet ist. Doch das ist noch das geringste Problem.

Denn auch bei ihrem Bruder Gustavo (Emilio Solfrizzi) geht alles drunter und drüber. Der wohlsituierte Architekt erfährt von einem berüchtigten Schürzenjäger und Modevertreter namens Romeo (wie auch sonst), dass er als Kind von seiner leiblichen Mutter „verkauft“ wurde und lediglich adoptiert ist – für den Familienmenschen Gustavo ein echter Schock. Die schockierende Erkenntnis bringt ihn dazu, seine bisherige mittelmäßige Existenz und langweilige Ehe zu überdenken. Zumal ihm während einer Dienstreise nach Dänemark \"Miss Kierkegaard\" (Ann Eleonora Jorgensen) gehörig den Kopf verdreht hat und ihm schließlich in den Süden nachreist. Und noch schlimmer: ausgerechnet der Schwerenöter Romeo ist sein leiblicher Bruder. Der allerdings ist trotz diverser Eskapaden ganz bodenständig und träumt von einem Fischteich mit Forellenzucht in der idyllischen Po-Ebene.

Mit überbordender Phantasie und wenig Sorge um die Wahrscheinlichkeit, dass sich all dies tatsächlich so zutragen könnte, haben Silvio Soldini (Brot und Tulpen) und seine Drehbuchautorin Doriana Leondeff ein pralles Panoptikum des ganz normalen italienischen Lebens eingefangen, süffig wie Chianti und bunt wie ein Teller Antipasti. Mitunter sind die Wendungen und Drehungen des launischen Schicksals fast ein wenig zu extrem und erinnern an die Tollheiten einer Commedia dell’Arte, doch der natürliche Charme und die Lebensfreude des Ensembles stecken irgendwie an. Und wenn während des Films kurz die Handlung unterbrochen würde, damit einer der Protagonisten eine Arie zum Besten geben kann, würde das wohl auch niemanden wundern. Am besten danach einen Tisch beim Italiener bestellen.

Agata und der Sturm – Agata e la Tempesta

Die Buchhändlerin Agata (Licia Maglietta, besser bekannt aus Brot und Tulpen) hat einen kleinen Laden mitten in Genua. Durch ihrer pure Energie brennen Glühbirnen durch, stürzen Computer ab und Ampeln beginnen zu blinken.

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