Adrenaline Rush

Adrenaline Rush

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Autobahnpolizei auf Koreanisch

Schon in den ersten Minuten zeigt Adrenaline Rush, wo der Hammer hängt. In einer relativ sinnfreien Prologsequenz rasen die Motorräder über den Asphalt, verunglücken die Autos und alles endet in einer riesigen Explosion. Als der Film dann sechs Jahre in die Zukunft springt, ahnt man, dass Dynamik – und nichts sonst – das ist, womit der Film punkten will.
Ein Motorrad-Kurierfahrer wird losgeschickt, um ein Päckchen abzuliefern. Darin enthalten: eine Bombe. Allerdings ist das für den Fahrer noch kein Problem. Erst als er eine weitere Lieferung abholen soll, eine alte Freundin von ihm mitgenommen werden will und ein Anrufer ihm verkündet, was ihm nun blüht, ändert sich sein Leben radikal. Denn er muss nun drei weitere Bomben innerhalb einer vorgegebenen Zeit abliefern – oder der Anrufer sprengt ihn in die Luft.

Das erinnert ein wenig an Speed, nur dass der Bombenhauer kein Psychopath vom Schlage eines Dennis Hopper ist. Was ihn antreibt, was er wirklich will, warum er dies alles tut – geschenkt, das ist kaum von Interesse. Das Einzige, was den Filmemacher interessierte, war, möglichst viel Action in eine möglichst kurze Laufzeit zu packen. Denn die 110 Minuten, die auf dem Backcover abzulesen sind, sind bloße Erfindung. Inklusive großzügigem Abspann läuft Adrenaline Rush gerade mal 80 Minuten.

Die vergehen vergleichsweise flott, allerdings muss man eine hohe Toleranzschwelle für ewiges Gekreische und sehr eigensinnigen asiatischen Humor haben. Hat man die nicht, dann erscheinen die Darstellungen der Protagonisten eher wie Parodien, so sehr wird hier chargiert. Damit lenken die Mimen aber nur halbwegs davon ab, dass sich der Film wie eine längere Episode von Alarm für Kobra 11 – Die Autobahnpolizei ausnimmt. Hier wie dort ist die Geschichte nur dazu da, möglichst viele Crashs zu bieten, die – das ist die Crux bei all dem – einander immer mehr zu gleichen beginnen. Nach dem x-ten gestürzten Motorrad und explodierten Auto mag man einfach keine Aufregung mehr verspüren.

Insofern kann man froh sein, dass die Laufzeit des Films schmal gehalten ist. Aus Südkorea sind im Lauf der Jahre einige echte Perlen gekommen, mittlerweile findet sich aber auch der Schrott, der übrigbleibt, in deutscher Lokalisation wieder. In dem Sinne: Adrenaline Rush könnte Ihnen gefallen, wenn Sie einfach nur gerne rasende Motorräder, ineinander verkeilte Autos und mit dem Computer lahm nachbearbeitete Explosionen sehen.

Adrenaline Rush

Schon in den ersten Minuten zeigt "Adrenaline Rush", wo der Hammer hängt. In einer relativ sinnfreien Prologsequenz rasen die Motorräder über den Asphalt, verunglücken die Autos und alles endet in einer riesigen Explosion. Als der Film dann sechs Jahre in die Zukunft springt, ahnt man, dass Dynamik – und nichts sonst – das ist, womit der Film punkten will.
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