Abgedreht

Abgedreht

Eine Filmkritik von Katrin Knauth

Eine Liebeserklärung an das Kino

Einen schöneren Abschlussfilm der Berlinale 2008 hätte man sich nicht vorstellen können. Zumindest keinen, der das Medium Film so herrlich beschwingt zelebriert wie Abgedreht / Be Kind Rewind von Oscar-Preisträger Michel Gondry, der dazu auch das Drehbuch geschrieben hat. Sein Film ist eine kreative Liebeserklärung an das Kino verbunden mit einem willkommenen Angriff auf die Lachmuskeln. Das tat gut am Ende des Festivals, denn zu lachen gab es nicht wirklich viel. Da der Film im Wettbewerb außer Konkurrenz lief, kam er für einen Bären nicht in Frage. Aber verdient hätte er einen.
Wie schon in seinen vorherigen Filmen Science of Sleep – Anleitung zum Träumen (2006), Vergiss mein nicht! — Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004) und Die Krone der Schöpfung — Human Nature (2001) beweist der französische Regisseur auch in seinem neuen Werk, dass er ein Meister der Kreativität und Fantasie ist. Diese Eigenschaften verleiht er auch seinen beiden Hauptfiguren Jerry und Mike, die grandios von Jack Black und Mos Def gespielt werden.

Die von Mr. Fletcher (Danny Glover) geführte Videothek namens „Be Kind Rewind“ (auf deutsch: „Sei nett und spule die Kassette zurück“) in Passaic, New Jersey, ist vom Abriss des Gebäudes bedroht. Entweder das Haus wird geräumt oder auf eigene Kosten saniert. Da der Laden nicht allzu viel Geld abwirft, geht Mr. Fletcher auf Reisen und guckt sich bei der Konkurrenz um. Derweil soll sich Mike (Mos Def), den er wie seinen eigenen Sohn behandelt, um das Geschäft kümmern. Seinen besten, aber tollpatschigen Freund Jerry (Jack Black) soll er möglich fern vom Laden halten. Jerry, der von Kopfschmerzen geplagt wird, vermutet, dass diese von einem Kraftwerk verursacht werden. Beim Versuch, dieses zu „sabotieren“, zu zerstören, wird er vom Kraftwerk „sabotiert“, das heißt sein Gehirn magnetisiert. Was zur Folge hat, dass alle Kassetten in der Videothek von Mr. Fletcher zerstört werden. Dem Unheil nicht genug, denn ausgerechnet Miss Falewicz (Mia Farrow), eine gute Freundin Mr. Fletchers, möchte sich unbedingt Ghostbusters ausleihen.

Was nun? Die Bänder sind gelöscht und im Zeitalter der DVD lässt sich nicht einfach so schnell ein neues Video besorgen. Doch die beiden haben eine zündende Idee: Sie drehen den Film einfach selbst nach. Und so entsteht nicht nur Ghostbusters, sondern in null Komma nichts auch Rush Hour 2, King Kong, 2001 und Miss Daisy und ihr Chauffeur im Auftrag für weitere Kunden, die auf den Geschmack der „Sweded-Films“, also der nachkreierten Filmversionen gekommen sind und dafür Schlange stehen. Zusammen mit den Bewohnern des Viertels und immer aufwendigeren Kulissen und Animationen entsteht so ein Filmklassiker nach dem anderen – würden nicht eines Tages die bösen Vertreter der großen Hollywood-Studios (in einer Nebenrolle: Sigourney Weaver) vor der Tür stehen und den ganzen Wahnsinn stoppen. Doch auch wenn sie alle Tapes vernichten lassen, der Filmrausch von Jerry und Mike lässt sich nicht so einfach stoppen. Längst sind sie zu Stars in der Nachbarschaft aufgestiegen. Weil sie aber andere Filme nicht so einfach nachdrehen können, beschließen sie ihren eigenen Film mit eigenen Ideen zu drehen und beziehen dazu sämtliche Bewohner ihres Viertels mit ein.

Gondry hat mit Abgedreht / Be Kind Rewind eine herzerwärmende Komödie gedreht, die im Grunde genommen für das steht, was so ein Filmfestival wie die Berlinale ausmacht: Es ist diese große Lust, sich die Kamera zu schnappen und eine Geschichte zu erzählen, sei es mit wenig Geld und Laiendarstellern oder mit großem Budget und viel Technik. Manchmal kommt es darauf gar nicht an. Sind es doch die Geschichten, die den Kinobesucher berühren, ob in Uganda gedreht oder in den Straßen von New York. Wer Lust, hat sollte Filme drehen und das kann eigentlich jeder. Zumindest laut Michel Gondry und Unrecht hat er damit nicht.

Abgedreht

Einen schöneren Abschlussfilm der Berlinale hätte man sich nicht vorstellen können. Zumindest keinen, der das Medium Film so herrlich beschwingt zelebriert wie Abgedreht / Be Kind Rewind von Oscar-Preisträger Michel Gondry, der dazu auch das Drehbuch geschrieben hat.
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Meinungen
Gast · 30.04.2008

oh mein gott, ich hab noch nie so einen schlechten film gesehen....

Till · 11.04.2008

Diesewr film ist echt gut

Paul Jackel · 10.04.2008

Unbedingt ansehen, wer denkt der Trailer sagt schon alles, wird überrascht sein!

· 07.04.2008

Ein super witziger Film! Unbedingt anschauen!

Lalila · 06.04.2008

Das ist ein Knüller!!

Stefan · 26.02.2008

guter witziger film. jack black mal wieder in einer trottel-rolle, die 100% zu ihm passt.

Kommentare

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