42

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Eine Filmkritik von Peter Osteried

Die Farbe des Spiels

42 ist die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Für Amerikaner könnte das vielleicht auch mit Baseball gleichbedeutend sein. Die meisten deutschen Zuschauer hätten vermutlich lieber eine Douglas-Adams-Verfilmung gesehen. Baseballfilme laufen hierzulande traditionell schlecht. Unwahrscheinlich, dass es 42, einem Kinohit in den USA, in den hiesigen Kinos besser ergehen wird. Obwohl der Film das Zeug zum wirklich großen Drama hat.
Branch Rickey ist der Manager der Brooklyn Dodgers und hat es sich in den Kopf gesetzt, einen schwarzen Spieler für das Team zu rekrutieren – das gab es bis dahin noch nie. 1947 ist es dann Jackie Robinson, der für die Dodgers spielt, aber sich sowohl im Team als auch auf dem Feld behaupten muss, denn die meisten wollen ihn nicht. Baseball soll weiß bleiben, aber die Zeiten ändern sich – auch und gerade wegen Männern wie Rickey und Robinson.

Brian Helgelands Film basiert auf der wahren Geschichte, erlaubt sich aber Freiheiten. Im Großen und Ganzen folgt Helgeland den realen Ereignissen, legt aber schon mal Figuren Sätze in den Mund, die eigentlich andere gesagt haben. Verständlich, wenn man eine Lebensgeschichte – selbst einen Abschnitt von nur wenigen Monaten – auf zwei Stunden Film komprimieren muss.

Herausgekommen ist mehr als nur ein Baseballfilm. Die Spielszenen sind es nicht, die 42 zum packenden Drama werden lassen. Sie sind, ist man des Regelwerks unkundig, teilweise durchaus verwirrend. Wer wie wann wieso gewinnt, ist aber nicht weiter von Belang, interessanter ist die Fokussierung darauf zu zeigen, wie die Rassentrennung langsam aufgeweicht wurde. Seine stärksten Momente entwickelt 42 folgerichtig auch dann, wenn rohe Emotion gerechten Furor trifft.

Nur manchmal scheint es sich der Film zu leicht zu machen, denn trotz allem, was die Hauptfigur erdulden muss, kommt die Akzeptanz recht schnell – oder zumindest fühlt es sich im Film so an, da trotz Datumseinblendung das Verstreichen der Zeit nicht besonders überzeugend dargestellt ist.

In einem durchweg gut besetzten Ensemble ragt Harrison Ford heraus. Es ist die erste echte Altersrolle, die er spielt. Der Part des alten Brummbärs liegt ihm. So gut war Ford schon seit gut 20 Jahren nicht mehr. Eine exzellente Leistung, die ihm in einer gerechten Welt die zweite Oscar-Nominierung einbringen müsste.

Filme wie 42 erinnern uns daran, dass der Mensch, dass die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten weit gekommen ist, lässt aber auch nicht vergessen, dass das Ziel noch längst nicht erreicht ist.

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42 ist die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest. Für Amerikaner könnte das vielleicht auch mit Baseball gleichbedeutend sein. Die meisten deutschen Zuschauer hätten vermutlich lieber eine Douglas-Adams-Verfilmung gesehen. Baseballfilme laufen hierzulande traditionell schlecht. Unwahrscheinlich, dass es „42“, einem Kinohit in den USA, in den hiesigen Kinos besser ergehen wird. Obwohl der Film das Zeug zum wirklich großen Drama hat.
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