33 Szenen aus dem Leben

33 Szenen aus dem Leben

Eine Filmkritik von Paul Collmar

Fragmente eines Abschieds

Die junge Künstlerin Julia (Julia Jentsch) ist in einer behüteten Familie aufgewachsen und hat bei ihren Eltern, der Krimiautorin Barbara (Malgorzata Hajweska) und dem Filmemacher Jurek (Andrzej Hudziak) alle Möglichkeiten bekommen, sich frei zu entfalten. Alles geht seinen gewohnten ruhigen Gang, Julia bereitet eine Ausstellung vor und ihr Mann, der Komponist Piotrek (Maciej Stuhr), reist von Engagement zu Engagement. Das geht so lange seinen gewohnten Gang, bis Barbara ins Krankenhaus eingeliefert wird und wenig später die niederschmetternde Diagnose feststeht – Krebs. Und zwar in einer unheilbaren Form. Ein Schock, der längst verdrängte Konflikte innerhalb der Familie wieder aufbrechen lässt.
Während Julia vor ihrer entfremdeten Ehe in die Arbeit flieht, ertränkt ihr Vater seinen Kummer in Alkohol. Als auch Jurek bald nach dem Tod von Barbara stirbt, befindet sich Julias Leben in Auflösung. Einzig Adrian (Peter Gantzler), ein Freund der Familie, der ihr bei den Vorbereitungen für die Ausstellung hilft, steht der jungen Frau zur Seite. Zwischen den beiden entsteht eine erotische Anziehung, die sich nicht mehr unterdrücken lässt.

Die polnische Regisseurin Malgoska Szumowska hat in ihrem Film 33 Szenen aus dem Leben / 33 sceny z zycia vor allem ihre eigene Geschichte verarbeitet. Denn wie die Hauptperson Julia hat auch sie innerhalb kurzer Zeit beide Elternteile verloren. Als die Filmemacherin später ihre Tagebuchaufzeichnungen aus jener bewegten Zeit las, war sie erstaunt über die eigene Nüchternheit und Sachlichkeit angesichts des Verlustes. Aus den Notizen entstanden schließlich 33 Szenen und damit die Grundlage für diesen Film.

Leicht macht die Regisseurin es dem Zuschauer allerdings nicht mit ihrem Film: Oftmals verwirrende Szenenfolgen, die sich mit Schwarzblenden abwechseln, unterlegt von den gewöhnungsbedürftigen Dissonanzen des Scores, erschweren den Zugang zu diesem Film, bei dem vor allem Julia Jentsch in einer beeindruckenden schauspielerischen Leistung dafür sorgt, dass das Experiment nicht vollständig misslingt. Trauer, Leid und unvermittelte Ausbrüche von Heiterkeit illustrieren die emotionale Achterbahnfahrt, die Julia und ihre Familie erlebt, zwar, wirklich nachvollziehbar aber sind die Gefühle, die hier verhandelt werden, nicht.

33 Szenen aus dem Leben

Die junge Künstlerin Julia (Julia Jentsch) ist in einer behüteten Familie aufgewachsen und hat bei ihren Eltern, der Krimiautorin Barbara (Malgorzata Hajweska) und dem Filmemacher Jurek (Andrzej Hudziak) alle Möglichkeiten bekommen, sich frei zu entfalten.
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