3 Minutes

3 Minutes

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Sitzen zwei Menschen im Lift

Von jeher war es für Filmemacher ein besonderer Reiz, den Handlungsort einer Geschichte zu limitieren. Die Königsklasse war sicherlich Buried, der nur in einem Sarg spielt, aber auch 3 Minutes weiß, wie man auf engstem Raum größtmögliche Wirkung erzielt. Hier spielt sich das Geschehen in einem Lift ab.
Game-Show-Moderator Jack will nach einem harten Arbeitstag nur nach Hause. Als er den Lift betritt, ist er jedoch nicht allein. Kathryn ist auch darin. Sie überwältigt Jack, fesselt ihn und erklärt ihm, dass sie nun ein Spiel nach den Regeln seiner Show 3 Minutes spielen werden. Der Unterschied zur Show: Wenn Jack versagt, muss er leiden. Es entwickelt sich ein Psycho-Duell zwischen Opfer und Täter, wobei die Grenzen hier fließend sind.

Der Independent-Streifen erfindet das Rad zwar nicht neu, funktioniert aber dank stark ansteigender Spannungskurve ziemlich gut. Die beiden eher unbekannten Hauptdarsteller Carolin Goodall und James Parks liefern knisternde Darstellungen ab. Als Zuschauer ist man immer hin- und hergerissen, nie ist man sicher, wem man trauen kann. Was bei einem minderwertigen Horrorfilm vielleicht die Entschuldigung für sinnlosen Torture Porn gewesen wäre, entwickelt sich hier zum perfiden Spiel, das immer wieder für eine Überraschung gut ist.

Bis zum Schluss ist man nicht sicher, wie man Jack und Kathryn bewerten soll. Immer dann, wenn man glaubt, sich festlegen zu können, passiert etwas, das alles auf den Kopf stellt, bis hin zum wirklich bösen Finale, das noch lange nachwirkt.

3 Minutes ist ein gelungener Thriller, der es versteht, alles zu minimieren, aber aus dieser Zurückhaltung das Bestmögliche herausholt. Dabei ist er nicht nur Psycho-Duell und Folter-Horror in einem, sondern auch eine Satire auf das Fernsehgeschäft, werden in Rückblicken doch Jacks Auftritte im Fernsehen gezeigt, die in Kontrast zum Geschehen im Lift gesetzt werden.

Erneut hat das noch junge Label OFDb Filmworks eine kleine Perle ausgegraben, die es wert ist, genauer unter die Lupe genommen zu werden. Im Mini-Genre des Liftfilms – es gibt auch noch Carl Schenkels bedrückenden Abwärts und die Shyamalan-Produktion Devil – nimmt er eine gute Position ein. Ein klaustrophobischer Thriller, den man nicht so schnell vergisst.

3 Minutes

Von jeher war es für Filmemacher ein besonderer Reiz, den Handlungsort einer Geschichte zu limitieren. Die Königsklasse war sicherlich „Buried“, der nur in einem Sarg spielt, aber auch „3 Minutes“ weiß, wie man auf engstem Raum größtmögliche Wirkung erzielt. Hier spielt sich das Geschehen in einem Lift ab.
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