10 Dinge, die ich an Dir hasse

10 Dinge, die ich an Dir hasse

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Dienstag, 16. Juni 2015, Super RTL, 20:15 Uhr

Es ist das Wesen von Highschool-Komödien, dass sie gewöhnlich an ein junges Publikum adressiert sind, eine Art Außenseiterin die Metamorphose antreten lassen und nicht selten dramaturgisch auf einen von den Protagonisten sehnsüchtig erwarteten (Abschluss-)Ball hinauslaufen. Junge Männer, die sich häufig in einer mehr oder weniger heimlichen Mädchen-Mission miteinander verbünden, durchwaten die extreme Erfahrung des eigenen Irrtums bei der Einschätzung von weiblicher Attraktivität, und ein Ende mit mindestens einem meist wohligen Aha-Effekt ist vorprogrammiert. Diesem gängigen, hier gut funktionierenden Muster folgt auch 10 Dinge, die ich an Dir hasse von Gil Junger aus dem Jahre 1999, der dessen Spielfilmdebüt als Regisseur markiert und sich seinerzeit in den Kinos weltweit eine ansehnliche Popularität erspielte. Gibt es sicherlich die unterschiedlichsten Gründe, sich diesen Film auch jenseits des Teenageralters (erneut) anzuschauen, zählt für zahlreiche Zuschauer zuvorderst einer: Heath Ledger (1979-2008) spielt nicht nur mit, sondern eine Hauptrolle.
Kaum kommt der hübsche Cameron James (Joseph Gordon-Levitt) als neuer Schüler an die Padua High School in Seattle, fällt ihn die heftige Verliebtheit in die begehrte Bianca Stratford (Larisa Oleynik) an. Allerdings ist es dieser von ihrem besorgten Gynäkologen-Papa (Larry Miller) strengstens untersagt, sich mit fruchtbaren Jungs zu verabreden, und schon gar nicht zu einem dieser hormonell besonders bedenklichen Bälle. Doch Bianca erkämpft sich hinsichtlich dieser elterlichen Entscheidung einen Kompromiss: Sollte die widerborstige Kat (Julia Stiles), ihre ältere Schwester, zum baldigen Abschlussball eingeladen werden, darf auch Bianca mit einem Jungen dorthin ausgehen. Das Wissen um diese offensichtlich schwer zu knackende Bedingung macht sich nun Cameron zu Nutze, obwohl Bianca noch gar kein zugeneigtes Interesse an ihm zeigt: Mittels Motivation durch eine verlockende Prämie soll der unangepasste, wagemutige Schul-Rocker Patrick Verona (Heath Ledger) Kat zum Ball einladen und ausführen, damit Cameron sich mit Bianca dort vergnügen könnte, wenn sie denn wollte ...

Frisch und frei nach dem berühmten Shakespeare-Stoff Der Widerspenstigen Zähmung / The Taming of the Shrew ereignet sich hier die emotionale Explosion exaltierter Heranwachsender mit einem hohen Maße an Heiterkeit und Hingabe. Das engagierte und mitunter durchaus einfühlsame Spiel der Darsteller produziert eine geschickt entwickelte und vor allem bis zum Ende aufrechte Atmosphäre der Attraktivität und des Wohlbefindens am Rande der spannenden Ereignisse, in deren Fokus jene Themen brodeln, die Schülern in diesem Alter gewöhnlich zugeschrieben werden und die nicht zuletzt auch sanft das Sichtfeld des üblichen Selbstzweifels erhellen. Durch seinen frühen Tod im Alter von lediglich 28 Jahren als tragischer Hollywood-Held besonders verehrt zeigt der aus Australien stammende Schauspieler Heath Ledger (The Dark Knight, 2008, I’m Not There, 2007, Brokeback Mountain, 2005) hier bereits seine nicht selten als soghaft skizzierte Sensibilität, die ihm auch posthum eine begeisterte internationale Fangemeinde beschert hat und in dieser Komödie zunächst noch vor allem ihre humorvolle Dimension zur Schau stellt. Bemerkenswert ist, dass Regisseur Gil Junger, der nach wie vor auch Fernsehserien inszeniert und produziert, gerade an einem neuen Film arbeitet, der unter dem Titel 10 Things I Hate About Life angekündigt ist.

10 Dinge, die ich an Dir hasse

Es ist das Wesen von Highschool-Komödien, dass sie gewöhnlich an ein junges Publikum adressiert sind, eine Art Außenseiterin die Metamorphose antreten lassen und nicht selten dramaturgisch auf einen von den Protagonisten sehnsüchtig erwarteten (Abschluss-)Ball hinauslaufen.
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