Rot wie der Himmel

Rot wie der Himmel

Eine Filmkritik von Red.

Wer nicht sehen kann, muss hören

Mirco Mencacci ist einer der bekanntesten Sounddesigner des aktuellen italienischen Films und arbeitete mit Regisseuren wie Ferzan Ozpetek (Le fate ignoranti und La fenestra di fronte), Michelangelo Antonioni, Nanni Moretti und Marco Tullio Giordano (La meglio gioventù) zusammen. Was kaum jemand weiß: Mencacci, der als wahrer Zauberer der Töne gilt, ist blind. In Rot wie der Himmel / Rosso come il cielo erzählt der italienische Regisseur Cristiano Bortone aus der Kindheit Mencaccis und wie dieser trotz seines Handicaps wurde, was er heute ist.
Pontedera, ein Dorf in der Toskana im Jahre 1971: Es ist wohl Glück im Unglück, dass der zehnjährige Mirco (Luca Capriotti) beim Hantieren mit einem alten Gewehr nur sein Sehvermögen und nicht das Leben verliert. Doch für den Jungen ist das eine Katastrophe. Nicht nur, dass er nun nicht mehr zusammen mit seinem Vater (Simone Colombari) ins Kino gehen kann; weil Blinde nach dem Gesetz auch keine öffentlichen Schulen besuchen dürfen, muss Mirco seine Eltern verlassen und von nun an seine Schulzeit in dem kirchlich betriebenen Blinden-Internat Cassoni in Genua verbringen. Wut, Trauer und Heimweh bestimmen von nun an sein Leben, das bis zu diesem verhängnisvollen Moment noch vollkommen glücklich war. Doch damit ist es nun vorbei.

Die Eingewöhnung in die Schule fällt Mirco schwer, gleich zu Beginn gerät er heftig mit dem Mitschüler Valerio aneinander und zieht sich so den Ärger der Nonnen zu, die ihn vom Unterricht ausschließen. Als der Junge ein Tonbandgerät entdeckt und sein verständnisvoller Lehrer Don Giulio (Paolo Sassanelli) den Schülern als Hausaufgabe aufgibt, einen Aufsatz zum Thema Jahreszeiten zu verfassen, beschließt Mirco, seine Arbeit in Form einer Geräuschcollage anzufertigen. Was auch damit zusammenhängt, dass er sich standhaft weigert, die Blindenschrift Braille zu erlernen. Denn Mirco sieht noch Schatten und erkennt Schemen, so dass er offiziell zu den „Sehenden“ an der Schule zählt.

Mit der Zeit gewinnt Mirco Freunde. Da ist beispielsweise Francesca (Francesca Maturanza), die sehende Tochter der Hausmeisterin, mit der der Junge heimlich ins Kino fährt, wo er sich ausschließlich auf die Geräusche konzentriert. Inspiriert durch die Macht der Töne und beflügelt durch die Begegnung mit Ettore (Marco Cocci), einem früheren Schüler des Internats, der sich in der Studenten- und Arbeiterbewegung engagiert, beginnt Mirco gemeinsam mit dem von Geburt an blinden Felice (Simone Gullì) und anderen Kindern, ein richtiges Hörspiel zu verfassen, das den Eltern vorgeführt werden soll. Doch der strenge Direktor des Internats will davon nichts wissen und droht Mirco gar mit einem Verweis von der Schule, weil dessen erste zarte Liebe mit Francesca bekannt wurde. Zum Glück aber setzt sich Don Giulio leidenschaftlich für seinen begabten Schüler ein…

Cristiano Bortones Kinderfilm Rot wie der Himmel / Rosso come il cielo wurde auf zahlreichen Festivals gezeigt und erhielt etliche Preise wie etwa den UNICEF-Preis 2008 der Kinderjury beim Filmfestival Linz für besonderen Einsatz für die Rechte von Kindern und Jugendlichen, den Cinekid Film Award 2006, den Davide di Donatello Award 2007, den Europäischen Kinderfilmpreis 2007 beim Internationalen Kinderfilmfest der Schlingel in Chemnitz 2007 und viele andere mehr.

Rot wie der Himmel

Mirco Mencacci ist einer der bekanntesten Sounddesigner des aktuellen italienischen Films und arbeitete mit Regisseuren wie Ferzan Ozpetek (Le fate ignoranti und La fenestra di fronte), Michelangelo Antonioni, Nanni Moretti und Marco Tullio Giordano (La meglio gioventù) zusammen.
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