Familia Rodante - Argentinisch Reisen

Familia Rodante - Argentinisch Reisen

Eine hinreißende Familie

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, weiß der Volksmund. Wenn 14 Personen eine Reise tun, und diese Menschen allesamt durch familiäre Bande miteinander verknüpft sind, dann potenziert sich das Ganze ohne Zweifel. Zumal dann, wenn man die Wegstrecke über auf engstem Raum zusammengepfercht ist. Wie so eine Reise im Schoße der lieben Familie verlaufen kann, davon erzählt der argentinische Regisseur Pablo Trapero in seinem bitter-süßen Roadmovie Familia Rodante – Argentinisch Reisen auf bemerkenswert lakonische und treffende Art und Weise. Der heimliche Star des Films indes ist die leibhaftige Großmutter des Filmemachers Graciana Chironi, die als zentrale Figur des Films hinreißend authentisch und vital agiert.
Es ist die Hochzeit einer entfernten Verwandten in Misiones, einen Ort, der mehr als 1000 Kilometer von Buenos Aires entfernt an der Grenze zu Brasilien liegt, der die Familie Rodante auf ihre Reise quer durch Argentinien führt. Doch bis die 84-jährige Emilia (Graciana Chironi) ihre Familie davon überzeugt hat, dass diese sie auf ihrer Reise begleite, bedarf es schon einiger Tricks und eines großmütterlichen Machtworts. Um Geld zu sparen – die Zeiten sind hart in Argentinien – beschließt der Familienrat, den Weg gemeinsam in einem altertümlichen Wohnmobil Baujahr 1956 anzutreten. Da das Vehikel aber nur halb so rüstig ist wie die liebenswerte Oma, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die erste Panne die Fahrt unterbricht. Zudem sorgt die Enge dafür, dass die Nerven schnell blank liegen und sich die Familie bald schon nach Kräften auf den Wecker geht. Schnell versinkt die Fahrt im Chaos, Eheprobleme müssen ebenso gekittet wie mitreisende Liebhaber beschwichtigt werden. Und am Wegesrand wartet noch so manche Überraschung auf die Rodantes, bis diese endlich ihr Ziel erreicht haben…

Trotz aller Aufgeregtheiten und Widrigkeiten, denen sich die Familie Rodante während ihrer Fahrt ausgesetzt sieht, versteht es der Regisseur Pablo Trapero stets, in aller Ruhe und mit viel Liebe seine Geschichte zu erzählen. Die Figuren wachsen dem Zuschauer schnell ans Herz und begeistern trotz mancher Übertreibung und Verdichtung durch wunderschöne Landschaftsaufnahmen, Lebensnähe und Charme, selbst in den schwierigsten Situationen. Eines allerdings steht außer Frage: mitreisen möchte man bei der Familie Rodante nicht. Aber es ist schön, dass der Film diese Reise begleitet hat.

Familia Rodante - Argentinisch Reisen

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, weiß der Volksmund. Wenn 14 Personen eine Reise tun, und diese Menschen allesamt durch familiäre Bande miteinander verknüpft sind, dann potenziert sich das Ganze ohne Zweifel.
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