Draußen bleiben

Draußen bleiben

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Eine echte Flüchtlingsfreundschaft

Dem Thema der Verweigerung, zunächst einmal Schulschwänzern auf der Spur trieb sich der Filmemacher Alexander Riedel in München an geeigneten Orten bei Jugendlichen herum, um sich diesem Phänomen anzunähern. Auf diese Weise lernte er schließlich auch Valentina und Suli kennen, die sich mit der Zeit als Hauptdarstellerinnen seiner Dokumentation Draußen bleiben herauskristallisierten, die bei den Internationalen Hofer Filmtagen 2007 uraufgeführt wurde, mittlerweile auf einigen Festivals zu sehen war und gerade am Wochenende innerhalb des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München den Förderpreis des FilmFernsehFonds Bayerns gewann.
Das Schicksal, Flüchtlinge zu sein, führte die beiden Freundinnen Valentina (16) und Suli (17) zusammen, die gemeinsam in einer Münchner Massenunterkunft aufwuchsen. Valentina war fünf Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder aus dem Kosovo nach Deutschland floh, und die Familie lebte in der Ungewissheit eines ungeklärten Aufenthaltsstatus, der ihr immer wieder nur eine kurzfristige Duldung gewährt; erst im September 2007 wurde der Familie eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Sulis Familie gehört zu den Uiguren, die zu den bedrohten Völkern der Erde zählen, und alle wurden nach ihrer Flucht vor neun Jahren aus China in Deutschland rasch als politische Flüchtlinge anerkannt und leben bereits seit einer Weile in einer eigenen Wohnung. Trotzdem sind Valentina und Suli innige Freundinnen geblieben, die ihre besten Zeiten gemeinsam verbringen, wenn sie draußen sind, jenseits von Familie und Schule mit anderen Mädchen abhängen oder Fußball spielen, sich einfach treiben lassen, wobei die geballte Energie ihres Teenie-Daseins an die Oberfläche dringt. Besonders Valentina ist nicht selten aggressiv aufgeladen, was ihr schließlich einen vierwöchigen Jugendarrest einbringt.

Über ein Jahr lang hat Regisseur Alexander Riedel mit seinem Kameramann Martin Farkas immer wieder die beiden jungen Frauen und ihr Umfeld begleitet, und es ist daraus ein Film entstanden, der auf eine authentische, unmittelbare Darstellung bar jeder Kommentare oder Interview-Dialoge setzt und dennoch die wesentlichen persönlichen und sozialen Aspekte transportiert und damit einen wichtigen Beitrag zum großen brandaktuellen Thema des gesellschaftlichen Lebens von Migranten in Deutschland darstellt.

Draußen bleiben

Dem Thema der Verweigerung, zunächst einmal Schulschwänzern auf der Spur trieb sich der Filmemacher Alexander Riedel in München an geeigneten Orten bei Jugendlichen herum, um sich diesem Phänomen anzunähern.
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