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Auch Die Schule der magischen Tiere geht weiter: Ida, Benni und Jo werden älter, Mr. Morrison bringt neue Tiere mit und wieder gilt es, ein Rätsel aufzudecken. Die Geschichte löst sich wieder und noch ein Stückchen weiter von der Buchvorlage, aber das gelingt sehr gut.

Die Schule der magischen Tiere 2 (2022)

Eine Filmkritik von Verena Schmöller

Magisches Gesamtpaket

Wenn Kinderfilme funktionieren, werden Fortsetzungen gedreht – und das muss recht schnell geschehen, denn schließlich werden die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler größer und älter. Im Fall von Die Schule der magischen Tiere hat man gar Teil 2 gedreht, bevor Teil 1 – auch pandemiebedingt – überhaupt in den Kinos lief. Ein riskanter Plan, der aber für die Macher:innen aufgegangen ist, denn Die Schule der magischen Tiere war ein voller Erfolg! Als erster Kinderfilm hat er den Deutschen Filmpreis für den besucherstärksten Film erhalten. Jetzt, ein Jahr später, kommt die Fortsetzung in die Kinos, und auch sie wird das Publikum nicht enttäuschen.

Die Schule der magischen Tiere 2 ist an den zweiten Band der gleichnamigen Buchreihe von Margit Auer angelehnt, nimmt Elemente des Romans Voller Löcher auf, erzählt aber doch eine eigene Geschichte. Zwar entstehen – im Film wie im Buch – auf dem Schulhof über Nacht immer wieder neue Löcher, die Hausmeister Wondraschek (Heiko Pinkowski) jeden Tag von Neuem zubuddeln muss. Der Grund für die Löcher ist aber ein ganz anderer und geht weit in die Geschichte der Wintersteinschule zurück. Und weil niemand weiß, woher die Löcher kommen, legen sich natürlich Ida (Emilia Maier) und Benni (Leonard Conrads) mit ihren tierischen Freunden auf die Lauer, um den Löchergräbern auf die Spur zu kommen.

Das ist einer der Nebenplots der Geschichte, aber natürlich gibt es auch wieder neue magische Tiere für zwei Kinder aus Miss Cornfields Klasse: Wie das Lesepublikum schon weiß und die Filmzuschauer:innen ahnen, erhält Jo (Loris Sichrovsky) einen Pinguin, den coolen, aber auch etwas prahlerischen Juri (gesprochen von Axel Stein); Anna-Lena (Lilith Johna) freundet sich mit Chamäleon Caspar (mit der Stimme von Rick Kavanian) an.

Wie das in der Welt der magischen Tiere so üblich ist, passen die Tiere mit ihren Charaktereigenschaften perfekt zu ihren menschlichen Freunden – sie verstehen sie, sie helfen ihnen und sie halten ihnen so manches Mal den Spiegel vor, weil sie ähnliche Vorzüge und Probleme haben, wie die Kinder. Das ist das Schöne an den Geschichten von Autorin Margit Auer (die auch wieder das Buch zum Film und damit einen weiteren Band außerhalb der Buchreihe geschrieben hat): Hier findet jedes Kind eine Identifikationsfigur, macht Erfahrungen ohne den pädagogischen Holzhammer, lernt vielmehr durch Verständnis und das Miterleben. Das ist im Film manches Mal etwas plakativer als in den Büchern, hat aber auch denselben Charme.

Während Auers Buchvorlage am Ende der Grundschulzeit zu spielen scheint, sind die Protagonist:innen von Die Schule der magischen Tiere 2 deutlich älter und stärker mit Fragen des Verliebtseins beschäftigt als die jüngeren Zuschauer:innen. Noch offensichtlicher als schon in Teil 1 mag Ida Jo und Jo mag Ida. Das Annähern zwischen den beiden durchzieht die gesamte Geschichte und steht zeitweise wirkungsvoll im Mittelpunkt, weshalb der Film auch ein älteres Publikum ansprechen dürfte, als dies die Bücher tun.

Die Klasse probt für die Feierlichkeiten zum 250. Schuljubiläum eine Musical-Aufführung und muss sich in der Vorbereitung als Gemeinschaft bewähren, die zusammenhält. Die Schülerinnen und Schüler dürfen alles selbst gestalten, und Miss Cornfield (Nadja Uhl) fungiert lediglich als Coach, Supervisorin und Anwältin vor Schuldirektor Siegmann (Justus von Dohnányi), der sein selbstgeschriebenes, aber doch etwas befremdliches Stück auf der Bühne sehen mag.

Dementsprechend sorgt das Projekt für viel Sprengstoff zwischen den Kindern:  Als die Hauptrollen verteilt werden sollen, drängt sich Helene (Emilia Pieske) sofort in den Vordergrund, die stille Anna-Lena tritt hingegen wie immer in die zweite Reihe, dabei hat sie eine wunderbare Stimme und großes Schauspieltalent. Ida will und soll Regie führen, aber gerade Helene zweifelt immer wieder an ihrer Autorität und provoziert sie so lange, bis sie das Handtuch zu werfen droht.

Wieder hat das Team um Regisseur Sven Unterwaldt den originären Stoff um ein paar Figuren reduziert, Schulvorstellung und Löcher anders miteinander verknüpft, sodass sich eingefleischte Leser:innen erst etwas umorientieren werden müssen. Aber der neue Plot funktioniert wunderbar und überzeugt durch die Einbindung aller präsentierten Figuren in die Handlung. Er macht die Geschichte gar noch ein wenig magischer, was auch durch das Sounddesign unterstützt wird, das bisweilen stark an das Harry Potter-Universum erinnert.

Der Clou, aus der Schulvorstellung ein Musical zu machen, das dann letztendlich den gesamten Film durchzieht, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Wie auch schon im ersten Teil wird viel gesungen, die Musikstücke von Dominik Giesriegl sind ein wichtiger Teil für die Geschichte. Dadurch, dass das Musical als Form in den Plot eingewoben ist, wirkt der Soundtrack noch organischer und wird vielleicht auch so die Geduld mancher Eltern der jungen Kinogänger:innen ein bisschen weniger strapazieren.

Wie auch schon der erste Teil ist Die Schule der magischen Tiere 2 geglückt, vielleicht gar noch ein Stückchen mehr. Und das liegt am Gesamtpaket: Dem Stoff, die Umsetzung, die Filmmusik, aber auch die von allen Beteiligten mit viel Freude gespielten Figuren, das liebevolle und ein wenig überhöht-märchenhafte Szenenbild von Maximilian Lange und die noch besser integrierten animierten magischen Tiere. Das ist durchdachte Unterhaltung für die Familie, die nicht (nur) auf Klamauk oder Klischees setzt, sondern eine filmische Welt kreiert, in dem sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen und Geschichten erleben können, die sie mal auch nachdenklich stimmen.

 

 

Die Schule der magischen Tiere 2 (2022)

Theaterspaß an der Schule der Magischen Tiere: Die Schüler wollen zum Schuljubiläum ein Musical aufführen. Enden die Proben im Chaos oder zieht die Klasse an einem Strang? Und: Was hat es mit den seltsamen Löchern auf dem Schulgelände auf sich? Mit Hilfe der magischen Tiere lernen die Kinder, worauf es ankommt: Teamwork.

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Meinungen

nele · 19.11.2022

coole und toller film

N.Ehrenberg · 29.09.2022

Der Film ist sehr schön und sehr lustig. Dieser Film ist echt weiter zu empfehlen.