18:15 ab Ostkreuz

18:15 ab Ostkreuz

Eine durchgedrehte Hommage an Miss Marple

18:15 ab Ostkreuz? Moment mal, der Titel erinnert doch an … genau, an Agatha Christies 16:50 ab Paddington mit der berühmten Margaret Rutherford als schrullige Detektivin Miss Marple. Mit 18:15 ab Ostkreuz haben sich der Berliner Kabarettist Ades Zabel und der Regisseur Jörn Hartmann des bereits im Original wunderbar skurrilen Werkes angenommen und die Schraube der Bizarrheit noch etliche Umdrehungen weitergedreht. Denn aus Miss Marple wird die pensionierte Grundschullehrerin Karin Höhne aus Berlin-Hasselhorst, und in deren Haut steckt unverkennbar ein Mann.
Karin Höhne (Ades Zabel) wird Zeugin eines bizarren Axtmordes in der U-Bahn und stürzt sich mit Feuereifer gemeinsam mit ihrer besten Freundin Rosa Brathuhn (Andreja Schneider) in die Nachforschungen. Eine heiße Spur führt zum Wilmersdorfer Frisiersalon „Brüller“, wo der Starcoiffeur Horst Brüller (Pedro Sobisch) und seine sadistische Geschäftsführerin Gisela Drache (Bob Schneider) die wildesten Kreationen zaubern. Um besser ermitteln zu können, führt Frau Höhen ihre sagenumwobenen Shampoonierkünste vor und ergattert sich auf diese Weise trotz des fortgeschrittenen Alters noch eine Stelle als Frisurenfachgestalterin.

Spätestens als weitere Tote sowie eine vergiftete Marlene-Dietrich-Perücke auftauchen, weiß Frau Höhne, dass ihr detektivischer Spürsinn sie nicht im Stich gelassen hat – es ist etwas faul im Frisiersalon „Brüller“: Welches schreckliche Geheimnis verbirgt beispielsweise der gruselige Keller des Hauses, warum fällt Friseuse Tausendschön Müller (Sandra S. Leonhard) permanent in Ohnmacht und wen hat Schönheitschirurg Hektor Messerschmidt (Peter Ibrik) auf dem Gewissen? Welches Geheimnis hat der Friseur Wunibald Glücklos (Stephan Bachtejeff) und warum muss der schwule Starfrisör Riccardo Stecher (Christian Bau) sterben? Fragen über Fragen, doch Frau Höhne ruht nicht, bis der Fall endlich gelöst ist.

Man hört es förmlich, wie die einen Besucher dieses Films „Schmutz“ murmeln und die anderen umso begeisterter von „Kult“ reden. Eine Affinität für schlechte Filme sollte man allerdings schon mitbringen, um die Trash-Qualitäten von 18:15 ab Ostkreuz „genießen“ zu können. Denn die sind gewaltig. Aber wem’s gefällt… Miss Marple Fans hingegen sollten ihre liebevollen Erinnerungen an die schrullige kleine Detektivin mit dem Knautschgesicht besser nicht diesem zeitgemäßen Update unterziehen, sie würden nie wieder einen echten Miss-Marple-Film unbelastet sehen können.

18:15 ab Ostkreuz

18:15 ab Ostkreuz? Moment mal, der Titel erinnert doch an… genau, an Agatha Christies 16:50 ab Paddington mit der berühmten Margaret Rutherford als schrullige Detektivin Miss Marple.
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