03.03.04
Timebandits Filmverleih wehrt sich gegen Vorwürfe
Berlin - Durch die Verlegung des Starttermins des Berlinale-Gewinners Gegen Die Wand auf den 11.3.2004 hat der Timebandits Filmverleih viele Konkurrenzverleihe verärget, die befürchten, dass ihre Filme von den Leinwänden der Arthouse- und Porgrammkinos verdrängt werden (kino-zeit.de berichtete). In der letzten Woche hatten sich zwölf Verleiher in einem offenen Brief gegen die Starttermverlegung gewandt.
Heute kontert Timebandits ebenfalls in einem offenen Brief. Der offene Brief in voller Länge:
Liebe Kino- und Verleihkollegen,
bei aller Freude über den Goldenen Bären bedauern wir sehr, welchen Wirbel wir mit unserer Startterminverlegung verursacht haben. Wir möchten nunmehr über den Stand der Dinge berichten und auch unsere Beweggründe nochmals darlegen.
Für einen vorgezogenen Start sprachen nicht nur das enorme Medienecho, sondern auch zahlreiche Anfragen von Kinobetreibern. Diese bestärkten uns massiv darin, unsere ursprüngliche Besuchererwartung nach oben zu korrigieren. Damit verbunden war stets der Wunsch nach einer Terminentzerrung, um die angespannte Situation im April zu entlasten. Wir schätzten gemeinsam ein, dass andere Arthouse-Produktionen davon eher profitieren als Schaden nehmen könnten. Keinesfalls wollten wir Verleihkollegen in die Quere kommen – dafür entschuldigen wir uns.
Ein weiterer Grund zur Eile lag in der unerwarteten Medienresonanz, die unsere Absichten komplett unterwanderte. Mit Preisverleihung und BILD-Schmuddel-Kampagne scheiterte zwangsläufig der Versuch, die Berlinale-Berichterstattung zugunsten der Startpresse zu beschränken. Eine solche Lawine lässt sich weder stoppen noch kontrollieren, aber sie kann die Neugierde sicher nicht über zwei Monate wachhalten.
Zum Kinostart veranstalten wir am 8. März vom SPIEGEL beworbene Previews in zehn Städten. Plakate, Fotos und Trailer sind inzwischen ausgeliefert. In den Großstädten folgen in Kürze die Bauzaunplakatierung mit 4000 A0-Plakaten sowie Videowerbung in U-Bahnen (so genannte Info-Screens). Direkt zum Start stellen wir für Verlosungs- oder andere Aktionen gern den Soundtrack zur Verfügung. Gleiches gilt für das Buch zum Film, das zwei Wochen später bei Kiepenheuer & Witsch (mit dem Plakatmotiv als Cover) erscheint. Geprüft wird im Moment noch die Möglichkeit von TV-Werbung. Anlass zu Optimismus gibt auch der parallele Kinostart am 12. März in der Türkei. Denn nach einschlägigen Erfahrungen kann nur auf diesem Weg, das heißt über die „Heimat-medien“, die „türkische Community“ in Deutschland erreicht werden.
Um nicht mit noch mehr Planungen zu kollidieren, haben wir uns darüber hinaus entschlossen, Die Spielwütigen erst am 3. Juni starten. Das erlaubt auch eine sorgfältigere Vorbereitung, insbesondere bei der Ansprache von Theatern und Schauspielschulen. Gleichzeitig bereiten wir eine ausgedehnte Preview- und Premierentour mit Andres Veiel und den Protagonisten vor.
Trotz allem Anfangschaos hoffen und freuen wir uns auf gute Zusammenarbeit.
Heute kontert Timebandits ebenfalls in einem offenen Brief. Der offene Brief in voller Länge:
Liebe Kino- und Verleihkollegen,
bei aller Freude über den Goldenen Bären bedauern wir sehr, welchen Wirbel wir mit unserer Startterminverlegung verursacht haben. Wir möchten nunmehr über den Stand der Dinge berichten und auch unsere Beweggründe nochmals darlegen.
Für einen vorgezogenen Start sprachen nicht nur das enorme Medienecho, sondern auch zahlreiche Anfragen von Kinobetreibern. Diese bestärkten uns massiv darin, unsere ursprüngliche Besuchererwartung nach oben zu korrigieren. Damit verbunden war stets der Wunsch nach einer Terminentzerrung, um die angespannte Situation im April zu entlasten. Wir schätzten gemeinsam ein, dass andere Arthouse-Produktionen davon eher profitieren als Schaden nehmen könnten. Keinesfalls wollten wir Verleihkollegen in die Quere kommen – dafür entschuldigen wir uns.
Ein weiterer Grund zur Eile lag in der unerwarteten Medienresonanz, die unsere Absichten komplett unterwanderte. Mit Preisverleihung und BILD-Schmuddel-Kampagne scheiterte zwangsläufig der Versuch, die Berlinale-Berichterstattung zugunsten der Startpresse zu beschränken. Eine solche Lawine lässt sich weder stoppen noch kontrollieren, aber sie kann die Neugierde sicher nicht über zwei Monate wachhalten.
Zum Kinostart veranstalten wir am 8. März vom SPIEGEL beworbene Previews in zehn Städten. Plakate, Fotos und Trailer sind inzwischen ausgeliefert. In den Großstädten folgen in Kürze die Bauzaunplakatierung mit 4000 A0-Plakaten sowie Videowerbung in U-Bahnen (so genannte Info-Screens). Direkt zum Start stellen wir für Verlosungs- oder andere Aktionen gern den Soundtrack zur Verfügung. Gleiches gilt für das Buch zum Film, das zwei Wochen später bei Kiepenheuer & Witsch (mit dem Plakatmotiv als Cover) erscheint. Geprüft wird im Moment noch die Möglichkeit von TV-Werbung. Anlass zu Optimismus gibt auch der parallele Kinostart am 12. März in der Türkei. Denn nach einschlägigen Erfahrungen kann nur auf diesem Weg, das heißt über die „Heimat-medien“, die „türkische Community“ in Deutschland erreicht werden.
Um nicht mit noch mehr Planungen zu kollidieren, haben wir uns darüber hinaus entschlossen, Die Spielwütigen erst am 3. Juni starten. Das erlaubt auch eine sorgfältigere Vorbereitung, insbesondere bei der Ansprache von Theatern und Schauspielschulen. Gleichzeitig bereiten wir eine ausgedehnte Preview- und Premierentour mit Andres Veiel und den Protagonisten vor.
Trotz allem Anfangschaos hoffen und freuen wir uns auf gute Zusammenarbeit.
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