29.03.10
Restaurierte Fassung des Stummfilm-Epos "Die Nibelungen" feiert Premiere in Berlin
Wiesbaden – Am 27. April 2010 feiert Fritz Langs Stummfilmepos Die Nibelungen (1924) in der restaurierten Fassung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung seine festliche Welturaufführung in der Deutschen Oper Berlin. Die zweiteilige Verfilmung des mittelhochdeutschen Nibelungenliedes gehört zu den monumentalen Produktionen des Weimarer Kinos.
Derzeit wird an der Restaurierung noch gearbeitet. Die neue, von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung aufwändig restaurierte Filmfassung des Nibelungen-Epos wird eine bisher nicht gekannte Annäherung an die historischen Versionen darstellen. Erstmals war es möglich, die ungewöhnlich reichhaltige Überlieferung von achtzehn zeitgenössischen Filmmaterialien, die weltweit in Filmarchiven zwischen Rom und Montevideo erhalten sind – darunter auch die Kameranegative – für die Restaurierungsarbeiten zu berücksichtigen. Ausgehend von den Kameranegativen des Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin und des Deutschen Filminstituts-DIF, Frankfurt am Main kann eine deutsche Version in hervorragender Bildqualität sowie, entsprechend der erhaltenen Verleihkopien, in orangefarbener Virage präsentiert werden. Darüber hinaus konnte die Schlussszene vervollständigt werden: In einer Rolle outtakes aus der Deutschen Kinemathek, Berlin, fand sich eine Einstellung, in der zu sehen ist, wie Kriemhild erstochen wird und nicht, wie in der bisher bekannten Fassung, lediglich nach vollendeter Rache sterbend zusammenbricht.
Der Film folgt im Wesentlichen der Nibelungen-Sage: Im ersten Teil (Siegfried) geht es um den strahlenden Helden Siegfried, der Brunhild für Gunther besiegt, Kriemhild freit und schließlich das Opfer von Hagens Intrige wird. Im zweiten Teil (Kriemhilds Rache) erlebt das Publikum die dunkle Seite der Tragödie, die im Inferno des brennenden Hofes von Etzel endet. Beide Teile sind in jeweils sieben "Gesänge" unterteilt.
Die sinfonische Originalmusik von Gottfried Huppertz (* 1887 Köln, † 1937 Berlin) entstand im Auftrag der Ufa und gehört zu den Schlüsselwerken der deutschen Filmmusikgeschichte. Sie wurde anlässlich der Filmrestaurierung neu editiert auf der Grundlage der in der Deutschen Kinemathek erhaltenen Original-Manuskripte und Skizzen von Gottfried Huppertz. Seine Musik ist in ihrer Klangsprache stark an die Musik der Spätromantik angelehnt und arbeitet mit Leitmotiven zur Charakterisierung der Figuren und Handlungsmotive. Unverkennbar ist aber auch Huppertz Bestreben, in diesem Werk eine eigenständige Filmmusik vorzustellen, die in ihrem Zusammenspiel mit dem Bild viele Techniken der modernen Filmmusik vorwegnimmt.
Derzeit wird an der Restaurierung noch gearbeitet. Die neue, von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung aufwändig restaurierte Filmfassung des Nibelungen-Epos wird eine bisher nicht gekannte Annäherung an die historischen Versionen darstellen. Erstmals war es möglich, die ungewöhnlich reichhaltige Überlieferung von achtzehn zeitgenössischen Filmmaterialien, die weltweit in Filmarchiven zwischen Rom und Montevideo erhalten sind – darunter auch die Kameranegative – für die Restaurierungsarbeiten zu berücksichtigen. Ausgehend von den Kameranegativen des Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin und des Deutschen Filminstituts-DIF, Frankfurt am Main kann eine deutsche Version in hervorragender Bildqualität sowie, entsprechend der erhaltenen Verleihkopien, in orangefarbener Virage präsentiert werden. Darüber hinaus konnte die Schlussszene vervollständigt werden: In einer Rolle outtakes aus der Deutschen Kinemathek, Berlin, fand sich eine Einstellung, in der zu sehen ist, wie Kriemhild erstochen wird und nicht, wie in der bisher bekannten Fassung, lediglich nach vollendeter Rache sterbend zusammenbricht.
Der Film folgt im Wesentlichen der Nibelungen-Sage: Im ersten Teil (Siegfried) geht es um den strahlenden Helden Siegfried, der Brunhild für Gunther besiegt, Kriemhild freit und schließlich das Opfer von Hagens Intrige wird. Im zweiten Teil (Kriemhilds Rache) erlebt das Publikum die dunkle Seite der Tragödie, die im Inferno des brennenden Hofes von Etzel endet. Beide Teile sind in jeweils sieben "Gesänge" unterteilt.
Die sinfonische Originalmusik von Gottfried Huppertz (* 1887 Köln, † 1937 Berlin) entstand im Auftrag der Ufa und gehört zu den Schlüsselwerken der deutschen Filmmusikgeschichte. Sie wurde anlässlich der Filmrestaurierung neu editiert auf der Grundlage der in der Deutschen Kinemathek erhaltenen Original-Manuskripte und Skizzen von Gottfried Huppertz. Seine Musik ist in ihrer Klangsprache stark an die Musik der Spätromantik angelehnt und arbeitet mit Leitmotiven zur Charakterisierung der Figuren und Handlungsmotive. Unverkennbar ist aber auch Huppertz Bestreben, in diesem Werk eine eigenständige Filmmusik vorzustellen, die in ihrem Zusammenspiel mit dem Bild viele Techniken der modernen Filmmusik vorwegnimmt.
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